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Ist „Rentnerboxen“ eigentlich interessant?

Ist „Rentnerboxen“ eigentlich interessant?

Mike Tyson hat es getan, ‚El Chino‘ Maidana denkt immer wieder drüber nach, Oscar De La Hoya hat es angekündigt und auch Julio Cesar Chavez sn macht es … in den Ring zurückkehren.

Das Zauberwort heißt „exhibition“. Auf Deutsch eigentlich „Ausstellung“ und gerne noch mit dem Zusatz „fight“ versehen. Im ungünstigsten Fall bedeutet das folgendes Szenario: zwei Herren im „sportlichen Rentenalter“, denen auf ihre alten Tage das Geld ausgegangen ist, verbringen schwer atmend ein paar Runden miteinander im Ring. In der Regel sind die Rundenzeiten kürzer, das Ganze findet ohne Wertung statt und demzufolge gibt es auch keinen Gewinner.

Eigentlich kontraproduktiv. Geht es doch beim Kampf Mann gegen Mann darum, herauszufinden wer der Bessere ist. Zumindest theoretisch. Mit viel Glück – wie im Fall von Mike Tyson – bekommt man einen zwar älteren, aber trotzdem beeindruckenden Kämpfer zu sehen. Oder einen schalen „Altersaufguss“, dessen Ringauftritt nur schemenhaft an die frühere Leistungsfähigkeit erinnert, wie bei Roy Jones jr.

Über die Gründe, warum sich nun scharenweise ältere Herren, die ihre besten Zeiten schon Dekaden hinter sich gelassen haben, auf ihre boxerischen Qualitäten besinnen, kann man nur spekulieren. Es gibt sicher einige darunter – wie Mike Tyson – denen man dabei eine gewisse sportliche Leidenschaft unterstellen kann. Tyson betreibt bekanntermaßen eine Plantage, die ihm ein auskömmliches Einkommen beschert. Details sind dem gut informierten Boxfan sicher bekannt, dürfen hier aber nicht genannt werden, ohne dass „Tante Google“ mit Liebesentzug und weiterführenden Konsequenzen droht.

Anders sieht es möglicherweise bei ‚Golden Boy‘ De La Hoya aus. Gerüchteweise ist zu hören, dass die Coronavirus-Pandemie deutliche Spuren auf den Konten des 48-jährigen Ex-Weltmeisters hinterlassen hat. Der Weggang von ‚Canelo‘ Alvarez dürfte sein übriges dazu beigetragen haben.

Frischester Neuzugang im „Club der alten Herren“ ist Miguel Cotto. Wie unter Berufung auf die puerto-ricanische Tageszeitung „El Nuevo Dia“ berichtet wird, sollen der 40-jährige und sein entmotteter 47 Jahre alter Gegner Juan Manuel Marquez am 12. Juni in einem Showkampf aufeinandertreffen.

Unterm Strich stelle ich mir allerdings die Frage: ist das nun besser als Promiboxen à la „Jake Paul gegen irgendwen“? Oder schlechter? Fakt ist: im höheren Alter steigt die Verletzungsanfälligkeit. Irgendwann kommt möglicherweise der Tag, an dem einer „Box-Greise“ im Ring kollabiert. Ohnehin erstaunlich, dass sich selbst bei Julio Cesar Chavez sn noch ein Mediziner findet, der dem 58-jährigen attestiert, er könne in den Ring steigen.

Kann man gut finden, muss man aber nicht. Kein Wunder also, dass ein Freund des früheren UFC-Mittelgewichts-Champions Anderson Silva, der in zwei Wochen seinen 46sten Geburtstag feiert und am 19. Juni gegen den 35-jährigen Julio Cesar Chavez jr antreten will, nicht begeistert von dessen Plan ist: „Ich bete, dass er nicht verletzt wird. Ich möchte ihn nicht wieder kämpfen sehen.“

Was meinen die Leser von Boxen.de? Machen die „Senioren-Showkämpfe“ Sinn? Sind Sie unterhaltsam oder eher langweilig, weil ohnehin ohne jede Aussagekraft? Sind sie gesundheitlich bedenklich? Oder sollten Sie vielleicht sogar verboten werden? Ich bin gespannt auf Eure Meinung.

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5 Kommentare

  1. 31. März 2021 at 23:37 —

    Ist Renterboxen interessant?

    NEIN!!!!!!!!

    Das es dennoch viele ehemalige Größen machen liegt vielleicht daran das ihnen die Aufmerksamkeit fehlt oder einfach daran das sie mit ihrem Geld nicht umgehen konnten!?

    Ich finde es jedesmal nur armselig!

    • 1. April 2021 at 08:01 —

      Es muss einem aber nicht unbedingt an Aufmerksamkeit fehlen und man muss nicht zwangsläufig nicht mit Geld umgehen können, um ein lukratives Geschäft abschliessen zu wollen.

      Für mich ist Rentnerboxen auch nicht interessant und es hat auch keinen sportlichen Nährwert, aber wenn es genügend Menschen gibt, die genügend Geld bezahlen, dann ist das Rentnerboxen nicht mehr und nicht weniger, als eine legitime Version des Geldverdienens.

      Chavez ist 60, Tyson 54, Holyfield 58, andere arbeiten bis 67!

      • 1. April 2021 at 08:25 —

        Oha – ein vernünftiger Kommentar 🤨 haben sie dir heute Nacht erfolgreich eine Hirnzelle eingepflanzt oder ist das ein Bot, der unter dem gleichen Namen postet?

  2. 1. April 2021 at 00:35 —

    Sollen sie doch machen, solange sie 12OZ boxen und sich nicht ernsthaft umhauen wollen, die Leute es sehen wollen und dafür bezahlen. Das ganze ist doch sportlich nicht ernst zu nehmen. Gefährlich wird es erst wenn einer der “alten” Herren der Meinung ist, er könnte sich nochmal mit aktiven aus der Weltspitze messen. Warum sollte die alte Garde nicht gegeneinander Show-Kämpfen? Das gibt es doch z. B. Beim Fußball als Benefiz doch auch.

  3. 1. April 2021 at 14:16 —

    Ganz ehrlich, die Verantwortung für Risiken liegt bei den Sportlern.
    Bei jungen Sportlern spricht man von “Nehmerfähigkeiten”, einem “Stahlkinn” oder mentaler Stärke, wenn diese im Stande sind, harte Treffer wegzustecken. Gut ist das so oder so nicht, ob alt oder jung!

    Wenn es sich finanziell lohnt und es einen Markt gibt, ist erstmal alles legitim was nicht gegen Gesetze oder die Menschenwürde verstößt.
    Abraham hat man ja auch noch lange in den Ring gelassen, da war das Gehirn schon lange in einem vegetativen Zustand.

    Wer sollte das Recht haben, jemandem den Sport zu verwehren, der diese Person prominent gemacht hat? Wer dagegen ist, schaut es halt nicht. Ich zb finde MMA scheisse, da es mich zum kotzen bringt, wenn ein Kämpfer einen anderen KO schlägt und dann noch voll drauf geht, bis der Ref dazwischen geht 🤷🏻‍♂️.

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