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Isaac Chilemba besiegt blutüberströmten Edison Miranda nach Punkten

Halbschwergewichtscontender Isaac Chilemba feierte am Freitagabend einen guten Sieg über den Kolumbianer Edison Miranda. Der 24-jährige Südafrikaner gewann vor allem aufgrund einer starken zweiten Hälfte des Kampfes verdient nach Punkten gegen „La Pantera“, welcher große Teile des Kampfes mit einem konstant Blut ausspeienden Cut bestreiten musste.

Beide Boxer konzentrierten sich anfangs komplett auf den Jab und ihre rechte Geraden. Miranda benutzte nach vorne kommend den Jab um die Distanz zu überbrücken und die Rechte vorzubereiten, während Chilemba, der durch den Ring zirkelte, mit dem Jab punkten und die Distanz halten wollte. Der Südafrikaner landete zudem die besseren Rechten in der ersten Runde und sicherte sie sich somit. Miranda stürmte in der zweiten Runde etwas ungestümer, was ihm zwar etwas mehr Erfolg verschaffte, den Kampf aber gleichzeitig auch etwas unsauberer machte, da die beiden nun etwas mehr Zeit in Clinches verbrachten. Doch Chilemba genoss in der folgenden Runde wieder mehr Erfolg damit Miranda auf dem Weg nach innen abzukontern. Der Kolumbianer boxte zwar ein wenig mehr als üblich und versuchte nicht nur den KO-Schlag vorzubereiten, doch trotzdem war er ein wenig ausrechenbar in seiner Aggression und Chilemba nutzte das nun ein wenig aus. Am Ende der Runde erlitt Miranda durch einen unabsichtlichen Kopfstoß einen Cut am linken Auge, der sofort anfing heftig zu bluten.

Seine Ecke kümmerte sich zwar zwischen den Runden um die Cutverletzung, doch es brauchte nur wenige Sekunden in der nächsten Runde bis das Blut wieder anfing zu strömen. Der Kampf blieb unterdessen weiterhin eng mit ordentlichen Treffern auf beiden Seiten. Chilemba fand nun zu seinem rechten Aufwärtshaken, wenn Miranda zu nahe heran kam, während Miranda weiterhin den meisten Erfolg mit seiner rechten Geraden hatte. Die Unsauberheiten und Fouls blieben vorhanden und so griff Ringrichter Robert Byrd zu einer etwas ungewöhnlichen Maßnahme, als er in der fünften Runde beiden Boxern gleichzeitig einen Punkt für Hinterkopfschläge abzog.

Miranda war insgesamt der etwas aktivere und aggressivere Mann, doch Chilemba der präzisere, der die saubereren Treffer setzen konnte. Beide blockten allerdings viele Treffer zumindest teilweise ab, so dass die richtig harten Treffer, die einen Boxer richtig durschütteln, ausblieben. Zudem richteten beide auch immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf den Körper des Gegners, den Miranda vor allem mit der rechten Geraden und Chilemba mit dem linken Haken ins Visier nahm. Mirandas Cut blutete unterdessen unverändert weiter, doch schien sich nicht zu verschlechtern, und der Ringrichter musste bis zum Ende der sechsten Runde den Ringarzt nicht zu Rate ziehen um den Cut untersuchen zu lassen.

Zu diesem Zeitpunkt war der schwer zu scorende Kampf nach Punkten wohl relativ eng mit leichten Vorteilen für Chilemba, doch die siebte Runde bestimmte der Südafrikaner deutlich. Miranda schien nachzulassen und kassierte nun die härtesten Treffer des bisherigen Kampfes. Ein rechter Aufwärtshaken ließ dessen Kopf zurück schnellen und einige weitere gute Treffer folgten, welche den Cut dann schließlich doch verschlimmerten. Deshalb warf nun auch der Ringarzt einen Blick darauf, doch ließ den Kampf vorerst weiter laufen.

Es sah nun so aus, als würde Mirandas Sicht inzwischen durch die Verletzung beeinträchtigt werden, da Chilembas rechte Gerade nun mit beängstigender Regelmäßigkeit ihr Ziel fand und kaum mehr an der Deckung abprallte wie es in den frühen Runden der Fall war. Dadurch baute Chilemba seine Punktführung aus und lang allem Anschein nach nach Punkten vorne, als der Rundengong für die letzte Runde ertönte und sich beide Boxer in der Mitte des Ringes für die letzten drei Minuten trafen. Miranda brauchte nun den KO, doch schien den bisherigen neun Runden nach zu urteilen nicht unbedingt in der Lage dazu den entscheidenden Schlag gegen Chilemba setzen zu können. Er presste weiterhin nach vorne, doch Chilemba strotzte inzwischen vor Selbstbewusstsein und boxte seinen Stiefel weiter souverän herunter, auch wenn Miranda die letzte Runde zumindest noch einmal eng gestalten konnte.

Als auch die letzten drei Minuten um waren, konnte es nur einen Sieger geben, doch der Applaus des Publikums galt auch Edison Miranda, der sich trotz einer hässlichen Cutverletzung teuer verkauft hatte und seine Toughness unter Beweis gestellt hatte. Die Punktrichter erklärten schließlich Isaac Chilemba mit einem ordentlichen Urteil von 97-91, 96-92 und 96-92 zum Sieger. Für den Südafrikaner, der von allen vier Organisationen unter den Top 15 geführt wird, war es der neunzehnte Profisieg, während Miranda einmal mehr in einem größeren Kampf den Kürzeren zog und das siebte Mal in seiner Profikarriere den Ring als Verlierer verließ.

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5 Kommentare

  1. Carlos2012
    4. Februar 2012 at 09:31 —

    Verdammt.Ich hatte auf Miranda getippt.Dieser Kerl hat nichts
    mehr drauf.Er sollte aufhören und als Müllmann arbeiten.

  2. HamburgBuam
    4. Februar 2012 at 11:55 —

    Ich hatte Miranda vorne. War ein enger Kampf, bei dem die Urteile viel zu deutlich waren.

  3. menderes
    4. Februar 2012 at 16:23 —

    Miranda sollte sich als rapper versuchen!

  4. Roscoe
    4. Februar 2012 at 20:42 —

    boxt erst mal selber so gut wie Miranda

  5. Boxer44
    4. Februar 2012 at 21:18 —

    Miranda war mal ein ziemlich guter Boxer. Pech hat er auch gehabt, da der Cut durch einen Kopfstoß verursacht wurde und der Kampf eigentlich hätte abgebrochen werden müssen. Vor den Cut war er noch gut und hätte sogar vielleicht noch ein KO drinne.

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