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Internationale Kiezboxgala- Amateurboxer rocken das Astra

Bei der fünften Kiezboxgala im Berliner Astra Kulturhaus trafen am Samstagabend deutsche und türkische Amateurboxer auf Burlesque-Tänzerinnen, Lametta und Rock ‘n’ Roll und Vodka-Flaschen.

Früher war die Boxserie im Festsaal Kreuzberg beheimatet, der leider ausgebrannt ist. So kämpften die zwei Boxteams von Hertha BSC und Trabzonspor diesmal in der Revaler Straße 99 um den Mannschaftssieg. Musikalisch wurde die Gala von Earl Zinger & Don Rogall eröffnet, die das Publikum durch ihren coolen Stilmix in Stimmung brachten. Für die Boxern der Berliner Auswahl sowie die angereisten Kämpfer aus dem türkischen Trabzon war dies sicher kein gewöhnlicher Ort, um ihre Kräfte zu messen. Denn die gewöhnliche Wettkampfhalle wurde gegen eine Berliner Szenelocation mit Boxring eingetauscht. Blut, Schweiß und Freudentränen können eben überall fließen!

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DasKonzept der Veranstalter Elisa Mishto und Björn von Swieykowski hatte bereits zuvor Erfolg, da den Box-und Musikfans eine bunte Show geboten wurde. Einst bedauerten die beiden Boxliebhaber, dass das normale Konzertpublikum, wie sie es aus dem Festsaal kennen, Berührungsängste mit dem Boxsport habe. Deshalb holten sie die Amateurboxer vor einigen Jahren in den Festsaal, was sich als eine gute Idee entpuppte: Boxen, Burlesque-Show, Musik und Party an nur einem einzigen Abend. Sonst sucht man so etwas vergeblich. Neu war die internationale Ausrichtung, sonst trat ein Berliner Bezirk gegen einen anderen an. Da es aber beim letzten Mal Ärger mit dem Berliner Boxverband gab, wurde nun zusammengearbeitet und damit für mehr Transparenz bei den Kampfpaarungen gesorgt. Transparent war die Kleidung der Burlesque-Künstlerinnen Coco Clownesse und Rosie Riot, alias Les Femmes Brachiales, zwar nicht, aber dennoch zeigten sich die Nummerngirls leicht bekleidet und schenkten bei einem K. o. Wodka an die ersten Reihen im Publikum aus. Moderiert wurde der Abend von Marcus Staiger, der manchmal den Mund zu voll nahm. Irgendwie passend zum Hauptstadtflair, auch wenn er sich als Boxlaie outete.

Stehend wie bei einem Konzert verfolgten die meisten Gäste das Event, da es nur eine geringe Anzahl an Sitzplätzen gab.

Neben den offiziellen Fights wurde auch ein besonderes Highlight geboten: Zwei Schöneberger Boxtrainer und Freude traten gegeneinander an, um Werbung für den Boxsport und ihre erfolgreichen Vereine zu machen. Izzet Mafratoglu, der seine Wurzeln in Trabzon hat und der Chef des Isigyms ist, forderte den 44-jährigen Nejat Kalayci, Trainer von Olympia 75 in Friedenau, heraus. Izzet, sonst nur „Isi“ genannt, bestritt über 100 Kämpfe und gibt noch heute Boxunterricht in der Potsdamer Straße: „Boxen ist eine hohe Kunst, ist wie ein kleiner Tanz“. Unter seiner Leitung streifen sich hier über 200 Sportler die Boxhandschuhe über, um die „Sweet Science“ zu erlernen. Der 49-jährige ist in Berlin-Schöneberg aufgewachsen und hat sein zweistöckiges Gym 1998 aufgebaut und zu einer Kiez-Institution gemacht, die bereits mehrfach für die soziale Integrationsfunktion ausgezeichnet wurde. Sein Leben ist das Boxen und deshalb bedauert er den Rückgang der Popularität seines Lieblingssports sehr. Deshalb stieg er selbst zwischen die Seile, um noch einmal „Ring-Luft“ zu schnuppern und sich von seinen Sportlern anfeuern zu lassen. Der Kultkampf zwischen den Schöneberger Trainerlegenden Izzet Mafratoglu und Nejat Kalayci (Motto: „Was uns nicht umbringt, macht uns noch stärker!“) endet mit einem Remis und sorgte für gute Unterhaltung. Natürlich handelte es sich mehr um einen Showkampf als um eine ernsthafte Ringschlacht, dennoch wurde für gute Unterhaltung gesorgt. Das Gefecht endete nach Publikumsentscheid mit einem Remis.

Die offiziellen Kämpfe gingen über drei Runden à drei Minuten. Im Hauptkampf besiegte Theo Krechlok den Europamister Fetih Keles nach Punkten. Nachdem der Berliner Boxer die erste Runde abgeben musste, drehte er den Kampf und gewann mit 2:1 Richterstimmen. Im Schwergewicht standen sich Alexander Müller und Dereck Nongh in einem harten Gefecht gegenüber, welches Letzterer durch einen knappen Punktsieg gewann, obwohl er erst seit einem Jahr boxt. Im Halbschwergewicht kam es zu einer Ringschlacht zwischen Mateusz Okbi vom Isigym und Hasan Simsek. In der ersten Runde wurde der Berliner angezählt, der sich danach mit einem knappen Punktsieg durchsetzen konnte. Im Mittelgewicht traten Marlon Tunger aus Berlin und der mehrfachen türkischen Meister Köroglu gegeneinander an. Leider wurde dieses spannende Gefecht durch einen Cut beendet und Tunger zum Sieger durch T.K.o. erklärt. Im Leichtgewicht erboxte sich Marko Lebeda ein Unentschieden gegen den türkischen Meister Alkan Özdemir. Die Partyboxnacht bei der internationalen Kiezboxgala endete mit einem Turniersieg von Hertha BSC gegen die kampfstarken Gäste aus Trabzon (8:6).

Von Samira Funk

Fotos von Peter Dvorak

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9 Kommentare

  1. 30. Oktober 2014 at 19:22 —

    was ist das für ein mist ?
    dachte schon das C-promi boxen wäre die hölle aber das hier übertrefft alles andere.

    Ganz ein mieser artikel und als nächstes sicher bestimmt was über frauenboxen wetten ?

  2. 30. Oktober 2014 at 23:29 —

    Wen interessiert dieser Sondermüll?

    Die Hartz 4 – John Wayns haben hier wohl endgültig das Kommando übernommen…

    Schade :/

  3. 31. Oktober 2014 at 00:33 —

    Hauptsache die übergroßen Bilder in den Text reingebracht. Legt mal lieber mehr Wert auf den Text anstatt auf die Bilder

  4. Ich find den Artikel gut. Vielleicht liegts am Stoff, vielleicht weil ich vor kurzem ein Foto von Samira gesehen habe. Ich weiß es nicht!

    Bleiberecht für alle! Außer Klitschkofans natürlich!
    OKHC ein Leben lang!

  5. Keine ahnung was ihr habt? SUPER bericht Samira!

    Das ist doch zur abwechslung mal was anderes. Natürlich ist das kein boxen auf top niveau, aber es geht eben darum auch die ein bisschen zu würdigen die etwas zum boxen in DE beigetragen haben, ohne unsere GEZ gebühren zu kassieren wie Sauerland es tut und trotzdem nichts abliefert. Denkt mal drüber nach.

    Über solche boxevents erfährt man auf den 0815 sportseiten nix, da geht es nur darum in welchem club die verb.lödeten Fussballer a lá Neuer und Müller, gefeiert haben.

    Hier wird über den Boxtellerrand geschaut, auch wenn das nicht immer jeden interessieren mag, aber mich interessieren auch keine News zu Brähmer und Sturm, man kanns nicht jedem recht machen.
    Ein ganzes großes Lob Samira.

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