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Hurd entthront Lara – DeGale holt Titel zurück

Die wohl beste Veranstaltung des Wochenendes gab des im „Hard Rock Hotel“ Las Vegas zu sehen. Eine gute Card wurde gleich durch 2 Hauptkämpfe gekrönt: Erislandy Lara wollte seinen IBO-Gürtel und den WBA Super-Champ Titel gegen IBF-Weltmeister Jarrett Hurd verteidigen. Zwischen James DeGale und Caleb Truax gab es ein Rematch um den IBF-Titel im Supermittelgewicht. Beide Kämpfe endeten mit recht knappen Ergebnissen.

James DeGale merkte man an, dass er hoch motiviert war, seinen im ersten Kampf verlorenen Gürtel zurück zu holen. Er stürmte schon mit dem ersten Gong auf seinen Kontrahenten los, als könne er den Kampf kaum erwarten. Nach den ersten beiden Runden hatte er sich aber schon etwas abgearbeitet und so gingen die weiteren Runden bis zur Kampfmitte mehrheitlich an Truax. Erst dann konnte man wieder einige Runden knapp am DeGale geben. Der Brite war stark von Kampf gezeichet, aber das ist nichts Neues bei DeGale.

Der Kampf war insgesamt recht ausgeglichen und man konnte auf das Urteil gespannt sein. DeGale hatte in Runde 10 einen Punktabzug hinzunehmen, weil er seine Schulter mehr als erlaubt eingesetzt hatte. Während 2 Punktrichter es 114:113 sahen, war die 117:110 Wertung für DeGale jenseits von Gut und Böse. Damit hatte der Brite seinen Titel zurück, auch wenn es mit 2 nicht nur blauen Augen war. Im Nachhinein muss man sich allerdings fragen, ob die Beiden nicht auch durch deutsche Supermittelgewichtler zu schlagen wären. Eine überragende Leistung war das von Beiden nicht.

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Zwischen Lara und Hurd entwickelte sich ebenfalls ein ausgeglichener Kampf. Lara hatte den besseren Start erwischt und sicherte sich die ersten beiden Runden. Hurd wachte erst un Runde 3 richtig auf und wurde aktiver. Mit zunehmender Kampfdauer fiel auf, dass der Kubaner viel zu oft ein statisches Ziel bot. Die typische kubanische Boxschule mit schnellen Bewegungen und guter Technik kam viel zu kurz. Er vernachlässigte seine Beinarbeit und kassierte zu viele unnötige Treffer, die Hurd auch Dank seiner Reichweitenvorteile beinahe mühelos anbringen konnte.

Bis in die 12. Runde hinein werden Lara-Fans noch geglaubt haben, dass es wegen der ersten beiden guten Runden knapp zum Sieg des Kubaners reichen könnte. Aber dann kassierte Lara noch in der letzten Runde einen Niederschlag. Am Urteil (114:113 für Lara, 2x 114:113 für Hurd) wurde deutlich, dass diese 10:8 Runde die Entscheidung gebracht hatte. Ein denkbar knapper Ausgang. Insgesamt war es ein guter Kampf, auch wenn es nicht viel Spektakuläres zu feiern gab. Ein Rematch, bei dem Beide ihre Fehler aus dem ersten Kampf verbessern, wäre auf alle Fälle sehenswert. Ob es dazu kommt, ist natürlich reine Spekulation.

In einem weiteren Kampf im Halbmittel bezwang Julian Williams seinen Kontahenten Nathaniel Gallimore nach Punkten. Williams wird mit diesem Sieg weiter in den Rankings klettern und bestimmt ein nächster Kandidat für einen WM-Fight. Bei diesen 3 Kämpfen sah man außer den Aktiven im Ring auch 3 der bekanntesten Ringrichter aus Las Vegas / Nevada in Aktion: Kenny Bayless, Tony Weeks und Robert Byrd. Es hat Seltenheitswert, gleich 3 Top-Refs bei einer Veranstaltung zu sehen.

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7 Kommentare

  1. 9. April 2018 at 01:52 —

    Von DeGale habe ich noch nie all zu viel gehalten und eine überzeugende Leistung war das dieses mal auch nicht., aber der Punktsieg geht schon in Ordnung. Mal sehen wie lange er seinen Titel diesmal behält?

    Lara/Hurd hingegen war ein interessanter Kampf der wohl ohne den Niederschlag unentschieden geendet hätte!?
    Mal sehen ob es einen Rückkampf gibt?

  2. 9. April 2018 at 13:37 —

    Das war unterirdisch von Lara, gegen einen Gegner wie Hurd darf er normalerweise nicht verlieren..
    Hurd seinerseits profitiert fast ausschließlich von seiner Physis, alles andere ist maximal durchschnittlich..

  3. 10. April 2018 at 15:22 —

    DeGale ist shot. Wer 2x 12 Runden gegen einen Gatekeeper geht, kann sich so langsam aber sicher über den Ruhestand Gedanken machen. Einen großen Zahltag kann er noch gegen den Sieger aus Smith vs. Groves einfahren, alles andere macht keinen Sinn mehr. Benavidez, Uzcategui und selbst Plant halte ich für zu stark.

    @Flo
    Das dachte ich über Hurd auch, allerdings sollte man für seine Größe sein inside Game keinesfalls unterschätzen. Seine Arbeit zum Körper hatte nach einigen Runden deutlich Wirkung bei Lara hinterlassen. Er konnte ihn ja nach belieben stellen. Nach wie vor kann ich es nicht glauben, wie der Kerl die 154lbs bringen kann? Spiropent?

    zu Lara:
    Sein Talent ist unbestritten, wobei seine Workrate schon immer Katastrophe war. Nur, wie bei vielen Kubanern hat er nach dem ersten großen Zahltag seinen Hunger verloren. Ich meine, welche Gegner hat er denn nach Canelo geboxt? Zaveck, Foreman oder Rodriguez. Allesamt Leute, wo er haushoher Favorit war. Ich kann mir das Matchmaking von den Haymon Leuten nur so erklären…. Warten wir ab bis unsere “Young Lions” bereit sind und werfen ihnen Lara zum Fraß vor.

    • 11. April 2018 at 00:47 —

      Ja das ist allerdings schwer zu begreifen.. Was für Pillen der auch immer verschrieben bekommt, die Wirkung ist erstaunlich..
      Hätte Lara trotzdem mehr zugetraut..

  4. 10. April 2018 at 21:39 —

    Hallo Johannes,
    wie wäre es, wenn wir den Artikel von Klaus Frevert aufgreifen und die Absage von Michael Wallisch gegen Ali Eren Demirezen diskutieren würden?
    Wäre doch wohl eine Überlegung wert.

    • 10. April 2018 at 22:06 —

      Was will man dazu extra einen Artikel schreiben… Wallisch will nicht gegen Demirezen boxen. Promoter Ceylan nimmt es hin und wird seine Konsequenzen ziehen.

      Wallisch selber sagt noch nicht mal was auf seiner Facebook-Seite darüber. Statt dessen Urlaubsbilder von Barcelona und Malle. Was er weiter vor hat, steht in den Sternen. Ob er seine Boxkarriere überhaupt ernst nimmt, steht auch da.

      Vielleicht reicht es ihm ja, einmal im Jahr in Karlsruhe einen Undercard-Kampf gegen einen No-Name zu machen.

    • 10. April 2018 at 23:52 —

      @ Globuli

      Ich denke Wallisch hat seine Boxkarriere nie so wirklich ernst genommen. Das zeigt sich u.a. auch darin das er letztes Jahr bei Sauerland unterschrieben hat, da hätte er bestimmt die besten Möglichkeiten gehabt etwas zu erreichen, und dann nur einen Kampf bestritten hat um sich dann ein neues Management zu suchen.

      Fakt ist wohl das er einen Vertrag unterschrieben hat den er nun nicht mehr einhalten will und solange er sich nicht selbst dazu äußert ist wohl jede Diskussion reine Spekulation.
      Das er vor Demirezen kneift so wie es in dem von dir erwähnten Bericht steht glaube ich nicht so wirklich, warum auch, wer ist dieser Demirezen schon? Der hat bisher nur gegen Aufbaugegner im Ring gestanden und meiner Ansicht nach noch nichts bewiesen.

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