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Hugo Santillan nach Boxkampf verstorben – bereits der zweite Todesfall in einer Woche

Man hasst es abgrundtief solche „News“ zu verkünden: Der argentinische Boxer Hugo Alfredo „Dinamita“ Santillan († 23) ist nach einem Boxkampf um den WBC-Latino-Silver Titel gestorben. Das ist bereits der zweite Todesfall innerhalb der letzten paar Tage. Ganz abgesehen von den vielen Boxern und Boxerinnen, die in solchen Ländern wie Argentinien oder Mexiko und anderen Ortes beim Sparring schwer verletzt und niemals irgendwo erwähnt werden.

Hugo Santillan hätte nach deutschen Regeln gar nicht boxen dürfen. Offenbar hat ihn das Geld gelockt, bereits vor Ablauf seiner in Deutschland ausgesprochenen Sperre in den Ring zu steigen. Er kämpfte am 20. Juli in San Nicolas / Argentinien gegen den 30-jährigen Eduardo Javier Abreu aus Montevideo / Uruguay um einen kleinen Titel. Der Kampf endete nach 10 Runden mit einem Unentschieden. Sein Trainer Orlando Farias, der von der Sperre wusste, war gegen diesen Kampf und stand deshalb auch nicht in seiner Ecke.

Nach dem Kampf brach Santillan zusammen und bekam alle erdenkliche Hilfe. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und am Kopf operiert. Es traten weitere organische Komplikationen auf und er musste in einem künstlichem Koma gehalten werden. Als dann am Dienstag auch noch die Lunge kollabierte, war es um das Leben des 23-jährigen geschehen. Er konnte nicht mehr gerettet werden.

Rückblende: Hugo Santillan kämpfte am 15. Juni bei einer Universum-Veranstaltung in Hamburg gegen Artem Harutyunyan. Er verlor den Kampf um den IBO Continental Gürtel nach Punkten. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, wurde ihm vom BDB eine Schutzsperre bis zum 30. Juli auferlegt. BDB-Präsident Pütz nannte es „absoluten Wahnsinn“ Santillan so schnell wieder in den Ring zu lassen.

Auch Universum-Boss Ismail Özen-Otto zeigte sich schockiert über die Todesnachricht. „Mit großer Bestürzung haben wir die Mitteilung aufgenommen, dass Hugo Santillan, den wir noch vor wenigen Wochen als fairen Sportsmann und Gegner von Artem Harutyunyan bei uns in Hamburg zu Gast hatten, zu Tode kam. In tiefer Trauer und mit höflichster Beileidsbekundung für seine Angehörigen möchte das gesamte Universum-Team Hugo auf diesem Weg einen vom Herzen kommenden sportlichen Gruß auf seine letzte Reise schicken“. So ist es in einer Universum Pressemitteilung zu lesen.

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Es geht vielleicht 1000 mal gut, aber dann eben einmal nicht gut. Schutzsperren gibt es nicht ohne Grund. Außerdem sollte bei Boxkämpfen immer genaustens auf die Handschuhe geachtet werden. Das Risiko, sich beim Boxen ernsthaft zu verletzen, ist hoch und nicht kalkulierbar. Um so größer sind die Risiken bei einem Boxer, der gerade erst einen harten Kampf absolviert hatte.

Bei diesem tragischen Tod paaren sich Mitgefühl für Familie und Freunde das Unglücklichen mit Wut und Unverständnis darüber, dass dieser junge Boxer trotz Sperre zum Kampf zugelassen wurde. Man kann nur hoffen, dass der Veranstalter Oswaldo Rivero und der Inspektor Roberto Benitez sich in ihrer Haut lange nicht wohl fühlen und das Ganze für die beiden ein höchst unangenehmes Nachspiel hat.

Ohne weiteren Kommentar, weil man auch als ein vom harten Kampfsport begeisterter Mann kaum die Tränen unterdrücken kann, wenn man das tragische Ende sieht:

Ruhe in Frieden, großer Kämpfer. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn jetzt und in Zukunft vermissen.

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8 Kommentare

  1. 25. Juli 2019 at 19:47 —

    ach wieder so bitter…zum kotzen…
    R.I.P. fighter und viel kraft an die hinterbliebenen…

    und diese abfälle,die das zugela.ssen haben..
    ich will nicht wieder ausfallend werden,einfach nur ne schande….

    • 25. Juli 2019 at 21:51 —

      … das sind Dinge, die im Profiboxen passieren. Sie sind nicht schön, lassen sich aber nicht wirklich verhindern, es sei denn wir machen Kämpfe mit 3×3 Minuten oder so.
      .
      Nun auf die Sperre zu schauen und Verantwortlichkeiten zu suchen, ist unsinnig. Wir reden hier über eine Verkürzung der Sperre von 10 Tagen. Was sollen denn bitte diese 10 Tage retten, wenn man sich als Boxer alle 3 Monate in 45min bis zu 400x gegen den Kopf schlagen läßt? Das erklär mir doch mal bitte … dazu kommen Sparringkämpfe etc.

      • 26. Juli 2019 at 01:00 —

        grüß dich,

        “Es geht vielleicht 1000 mal gut, aber dann eben einmal nicht gut. Schutzsperren gibt es nicht ohne Grund (!!!!)………… Um so größer sind die Risiken bei einem Boxer, der gerade erst einen harten Kampf absolviert hatte. ”

        das trifft es schon sehr gut,wir könnten jetzt auch anfangen,
        mit hätte,hätte.hätte,z.b.hätte er sich verletzen können und der kampf hätte nicht stattgefunden u.s.w. neuer tag ,neues glück..für den jungen war es der schwärzeste tag und gleichzeitig sein letzter..ganz, ganz bitter
        fakt ist er hätte nicht boxen dürfen,vor ablauf der sperre (seinem coach hat das nicht gepasst und weg war er)..
        mit dieser schuld müssen diese herren jetzt ein leben lang leben…
        wie,demo und gladio schrieben,eine ganz schlimme woche fürs boxen und einfach nur ne schande…23 j und 28 j. hmmm,dat leben hatte gerade erst begonnen….

  2. 25. Juli 2019 at 19:54 —

    RIP Hugo Santillan

    Jeder dieser Vorfälle ist einer zuviel, aber das hat imho noch mal aufgrund der Vorgeschichte eine ganz andere Dimension.

    Ich bin geschockt, dass der Veranstalter und Inspektor hier den Kämpfer in den Ring gelassen haben.
    Osvaldo Rivero ist ja kein Neuling, sondern einer der bekanntesten lateinamerikanischen Veranstalter. Unfassbar.
    Ihn und die anderen Verantwortlichen müsste man für eine lange Zeit aus dem Verkehr ziehen.

    Mitgefühl an Santillan´s Angehörige und Freunde.
    Eine schlimme Woche fürs Boxen!

  3. 25. Juli 2019 at 22:14 —

    Descansa en paz hermano.

    Er war erst 23 Jahre alt, fast noch ein Kind.

    Langsam kann ich mich nicht mehr mit

    meinem geliebten Sport identifizieren.

    Dieses korrupte Dreckspack in den

    Verbänden und bei den Promoter.

    Schande über euch alle.

    • 26. Juli 2019 at 09:13 —

      Leider hat sich dieser faszinierende Sport nie von diesen erbärmlichen Gestalten lösen können. Solange die großen Verbände sich nicht auf ein einheitliches System einigen, wird nichts passieren. Der Sport benötigt dringend Reformen.

      • 26. Juli 2019 at 12:04 —

        Das große Problem innerhalb des Boxsports ist doch das es keinerlei Kontrollorgane gibt, die Betrug bestrafen. Boxen ist der einzige Sport bei dem Betrug belohnt wird. Ab und zu wird mal einer wegen Dopings gesperrt. Meistens sind es nur 6-24 Monate. Aber keiner Bestraft die Schiebungen bei Gefechten. Schau dir nur mal Goden Boy in den Staaten und Hearn in Großbritannien und Sauerland in Deutschland treiben und das sind nur die großen Promotions. In jedem anderen Sport greift ein zuständiges Organ ein und untersucht verdächte Vorfälle. Wenn es den auch sein muss wird der Fall vor den CAS geführt oder manchmal auch der Polizei und Staatanwaltschaft über geben (siehe Fall Rober Hoyzer im Fußball oder der weltweit agierende Wettmafiaskandal in den unteren Liegen). Im Boxen wikt man ab und tut so als wäre es vollkommen Normal das ganz offen betrogen wird. Wenn ein Sportler in anderen Sportarten das Gewichtslimit nicht einhält wird er gesperrt. Wenn ein Boxer in der Fightnite mit 10-30 Pfund zu viel in den Ringsteigt nennt man dan Rehydrierung und nicht Beschiss.

        Die Verbände der WBC, WBA und WBO sind nur noch am Profit interessiert. Ist ja schön und gut das Buisness dazu gehört, will ja keiner absprechen das Geldverdienen dazu gehört. Das was seit über 20 Jahren im Sport passiert ist einfach nur noch desaströs.
        Die Robberies nehemn überhand, Athleten kommen “reihenweise” nach gefechten ums Leben. Die GK werden mit hirrissigen Titeln, bei denen keiner mehr den Überblick hat, überflutet. Alles natürlich zum “wohle des Sports”.Wenn schon die Fratzen von Sulaiman, Mendoza und Varcarcel in Berichten anschauen muss, krieg ich schon das Kotzen. Wenn man sich dann noch das Geschwafel anhört, wird selbst das Bier sauer von dem gazen verlogenen Gewürge. Wobei Vacarcel klug genug ist zu meist nicht selbst aufzutreten.

        Peoples und die IBF sind da scheinbar die Einzigen tatsächlich noch auf Ihre Sportler achten und den Sport noch in den Mittelpunkt stellen, während das Geldverdienen als Teil des Systems angesehen wird und nicht das System selbst darstellt.

        • 29. Juli 2019 at 11:57 —

          Ich bin absolut deiner Meinung. Gestern hatte ich auf dem britischen YT Kanal Boxing Social ein Telefonat mit Thomas Hauser mir angehört. Um es kurz zu fassen: Er ist der Meinung, dass das Problem nicht die Athleten wie Whyte oder Miller sind, sondern die Promoter/Networks. Haymon, Warren, Arum und Hearn müssen in Zusammenarbeit mit den Networks ein einheitliches System ausarbeiten, indem umfangreiche Tests durch die VADA ausgeführt werden. Bei PBC testet z.B. ausschließlich die USADA, ich kann mich nicht erinnern, wann sie jemals einen Boxer erwischt haben??? Allerdings befürchte ich, wenn wieder Gras über die Todesfälle und Dopingsünder gewachsen ist, dass die Show wie bisher weiter geht.

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