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Hugo Fidel Cazares entthront Nobuo Nashiro in tollem Rückkampf in Japan

In einem Fight, der dem tollen ersten Titelkampf in Nichts nachstand, gewann Hugo Fidel Cazares am Samstagmittag deutscher Zeit in Japan den WBA-Gürtel im Superfliegengewicht durch einen Punktsieg über Nobuo Nashiro. Letzten September war er noch gescheitert, als eine schwache Schlussphase zu einem verdienten Unentschieden geführt hatte, doch dieses Mal setzte sich der Mexikaner auch wegen einem guten Endspurt durch und sorgte damit für den zweiten mexikanischen Sieg gegen einen japanischen Weltmeister in Tokio in kürzester Zeit, nachdem letzte Woche Fernando Montiel Hozumi Hasegawa ausgeknockt hatte.

Der Kampf begann allerdings mit einer starken ersten Runde für Nobuo Nashiro, in der dieser mit dem Jab von außen immer wieder gute Aktionen vorbereitete, während Hugo Fidel Cazares oft an Nashiros Deckuns hängen blieb und erst gegen Ende zu richtig klaren Treffern kam. Cazares wurde in Runde Zwei etwas aktiver, doch besonders Nashiros Jab bereitete ihm weiter Probleme. Der Japaner ging nach vorne und zwang Cazares den Rückwärtsgang auf. Nashiro landete den bis dahin wohl besten Punch des Kampfes, als er in der dritten Runde mit einer rechten Gerade Cazares am Kinn erwischte. Nun zeigte Cazares zwar sein boxerisches Können etwas, doch Nashiro sah stets wie der gefährlichere der Beiden aus und wirkte dem Mexikaner körperlich überlegen.

Cazares musste langsam etwas mehr machen und in der vierten Runde gelang es ihm etwas besser seinen Jab zu etablieren. Nashiro verfolgte ihn weiterhin durch den Ring, konnte jedoch nicht mehr die klaren Treffer anbringen wie in den ersten drei Runden, während er selbst immer wieder kleine Nadelstiche vom Herausforderer kassierte. Der Kampf wurde langsam hochklassig, da nun beide Boxer versuchten noch einmal einen Gang hoch zu schalten. So hatten auch beide ihre Momente, doch Nashiros Schläge schienen immer etwas mehr Power zu haben als die des Mexikaners.

Im ersten Aufeinandertreffen hatte Cazares sich anfangs eine Führung herausboxen können, bis er hinten heraus eingebrochen war, doch dieses Mal schien Nashiro nach etwa fünf Runden der bessere Mann zu sein. Hugo Cazares reagierte mit einer aggressiveren sechsten Runde, in der er Nashiro teilweise zurück drängte und mit einer hohen Aktivität unter Druck setzte, bis dieser gegen Ende der Runde seinerseits noch einmal richtig aufdrehte. So langsam erreichte der Kampf die Spannung und Klasse des ersten Duells.

Die Distanz wurde nun schneller überbrückt, da beide Boxer den Jab sparsamer einsetzten, so dass es zu mehr und mehr Schlagabtäuschen in der Halbdistanz kam, die eigentlich den Japaner zu bevorteilen schienen. Doch auch Cazares zeigte, dass er nahe an seinem Gegner gut boxen konnte und sorgte für weitere enge Runden. So lieferten sich Nashiro und Cazares vor allem eine phänomenale achte Runde. Nachdem Cazares anfangs die Oberhand hatte und Nashiro mit schönen Kombinationen eindeckte, übernahm darauf hin Nashiro die Kontrolle und trieb den Mexikaner mit klaren Treffern vor sich her. Man hatte das Gefühl, dass Cazares langsam müde werde müsse, war er es doch, der sich meist im Rückwärtsgang befand und oft die härteren Treffer kassierte, doch in der neunten Runde zeigte er davon noch keine Anzeichen und legte eine gute Runde hin, die er aufgrund seiner schnelleren Hände wohl für sich entschied. Diese waren es auch, die ihn eine phantastische zehnte Runde hinlegen ließen. Nashiro war plötzlich mit den flinken Schlägen des Mexikaners überfordert und wurde aus allen Richtungen mit Kombinationen eingedeckt. Zum ersten Mal sah es sogar so aus, als mache ihm die Schlagkraft von Cazares ein wenig zu schaffen. War im ersten Kampf der Mexikaner in den letzten beiden Runden eingebrochen, sah es nun ein wenig so aus, als könnte dem Weltmeister Nashiro zum Ende hin die Luft ausgehen.

Der Kampf stand auf Messers Schneide, und Hugo Cazares schien nun die Kontrolle im Kampf zu haben. Er kam aus der Ringecke mit schnellen, präzisen Kombinationen, doch der enorm willensstarke Nashiro gab sich noch längst nicht geschlagen und ging weiter selbstbewusst nach vorne. Seine Courage wurde belohnt, als er schon bald Cazares wieder gut erwischen konnte. Ein Mikrokosmos der vorherigen zehn Runden entwickelte sich und während Cazares phasenweise Nashiro ausboxte, hatte Nashiro immer wieder mit seinem Druck gute Momente.

Als beide Boxer zur letzten Runde herauskamen, schien alles möglich zu sein. Viele Runden waren eng gewesen und keiner konnte sich sicher sein bereits genug für den Sieg getan zu haben. Und so legten sich beide noch einmal voll ins Zeug und bereiteten einen großartigen Ausklang für einen tollen Fight, in dem der japanische Weltmeister aber vielleicht die etwas besseren Aktionen hatte.

Als der Schlussgong erklang, sahen sich beide Boxer als Sieger und reckten ihre Arme in die Luft. Wahren Sportsgeist zeigend umarmten sie sich daraufhin herzlich und zollten sich gegenseitig Respekt für einen starken Kampf. Es lag nun an den drei erfahrenen Punktrichtern einen Sieger festzumachen, was bei dem engen Kampfverlauf keine einfache Aufgabe war. Doch die Punktrichter waren sich einig und krönten Hugo Fidel Cazares zum wohl verdienten neuen Weltmeister der WBA im Superfliegengewicht. Das Urteil von 117-111, 117-111 und 115-113 schien zwar etwas zu deutlich zu sein, doch über den gesamten Kampf verteilt hatte der Mexikaner etwas besser ausgesehen und ist damit nun zu Recht neuer Titelträger.

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