Hughie Fury: „Povetkin ist wie für mich gemacht!“

Hughie Fury: „Povetkin ist wie für mich gemacht!“

Wenn auf der Undercard des WM-Fights zwischen Vasiliy Lomachenko und Luke Campbell in der Londoner O2 Arena am 31. August der kleine Cousin von Tyson Fury auf Alexander Povetkin trifft, darf man gespannt sein.

Boxfans waren von dieser Ansetzung verblüfft, hatte Hughie Fury doch erst kurz zuvor einen Vertrag über mehrere Kämpfe mit Matchroom Boxing unterschrieben. „Povetkin ist zwar schon fast 40, aber für Fury sollte es immer noch ausreichen.“, „Will Hearn Furys Cousin verheizen?“ oder „Wenn Povetkin in guter Form ist, macht er kurzen Prozess mit Hughie!“ war dann auch in den Boxforen zu lesen.

Einzig und allein Hughie Fury und sein Promoter Eddie Hearn scheinen einen Sieg des 24 Jahre alten Briten für möglich zu halten. In einer Pressekonferenz bescheinigte Hearn seiner Neuverpflichtung „a big set of nuts, a big big set of balls“. Dass das nicht immer ausreicht, dafür ist Tom Schwarz wohl das beste Beispiel: „Ich bin nicht lebensmüde. Ich hab nur dicke Eier.“, hatte Schwarz vor dem Fight gegen Tyson Fury geprahlt – mit dem bekannten Ausgang.

Ob Hughie Furys „Balls“ die besseren sind, bleibt abzuwarten. Wenn er so boxt, wie er herumtönt, dann dürfte Povetkin kaum eine Chance haben: „I will absolutely destroy Povetkin!“, „Ich werde Povetkin total zerstören!“ kündigte Hughie Fury an: „Was auch immer Povetkin bringt … wir werden eine Antwort darauf haben!“

Warum der kleine Cousin von Tyson Fury sich aber Sparringspartner aus dem Cruiser- bzw. Halbschwergewicht holte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Um sich auf den Schwergewichtler aus Russland vorzubereiten, hatte Fury Artur Mann und Serge Michel aus Deutschland als Sparringspartner verpflichtet. Povetkins Schlagkraft dürfte allerdings größer sein, darüber hinaus hat der 39-jährige Power in beiden Fäusten, kann schnelle Kombinationen schlagen und verfügt über eine gute Ring-Intelligenz.

Für Eddie Hearn ist die Ansetzung nach eigener Aussage „ein absoluter Kracher. Unterm Strich hängt der Ausgang der Begegnung vermutlich nur davon ab, wie motiviert der „weiße Löwe“ an die Sache herangeht.

Bild: Malik Scott / Twitter
Bild: Malik Scott / Twitter

Für sein Sparring hatte Povetkin übrigens unter anderem auch Malik Scott verpflichtet.

Seit Povetkins KO-Niederlage in der siebten Runde gegen Anthony Joshua ist fast ein ganzes Jahr vergangen. Seinerzeit verkaufte sich der Boxer aus Chekhov sechs Runden lang gut, setzte die besseren Treffer und bestimmte den Kampf. „Ich wusste, er ist stark im Kopf, aber vom Körper her schwach“, sagte Anthony Joshua erstaunlicherweise nach dem Urteil.

In den Wettbüros ist Povetkin der Favorit. Möglicherweise auch, weil  Fury in seinem letzten Fight am 12. Juli gegen einen abgehalfterten Samuel Peters nicht wirklich überzeugen konnte. Wenn Hughie Fury sein eigenes Statement, er sei einer der aktuell fünf besten Schwergewichtsboxer der Welt, untermauern möchte, dann sollte allerdings ein überzeugender Sieg über Povetkin her.

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Alexander Povetkin bei der Vorbereitung für den Kampf gegen Hughie Fury

14 Gedanken zu “Hughie Fury: „Povetkin ist wie für mich gemacht!“

  1. Bei Saschas Trainingsspot in der Sporthalle haben eigentlich nur noch die Konterfei von Stalin und Lenin gefehlt.

    Unabhängig davon, der Russe wird Fury kurzrundig ausknocken, alles andere würde nicht mit rechten Dingen ablaufen, es sei denn Hearn hat tief in die Tasche gegriffen, aber ich denke das hätte Pove bei seinder bisherigen Karriere und der erzielten Gage nicht nötig sich da irgendwo kaufen zu lassen.

  2. Naja, ob das wirklich so kurzrundig wird?
    Hughie Fury ist ja nicht als Liebhaber des offenen Schlagabtauschs bekannt, sondern boxt eher aus der extrem langen Distanz wo er weder getroffen werden kann noch selber trifft.
    Glaube dass Pove da schon richtig arbeiten muss, zumal er auch nicht die super Beinarbeit hat. Er sollte aber clever genug sein, Fury die Wege abzuschneiden und dann am Mann zu arbeiten, wenn Fury klammert.
    Der Russe ist auch für mich hier eindeutig Favorit, aber imho wird das schon eine zähe Angelegenheit.
    Fury hat sich gegen gute Gegner bisher immer als extrem negativer Boxer entpuppt, und auch ein alternder Povetkin ist über Pulev und für mich auch über Parker anzusiedeln.

    1. Ich glaub schon, dass das schnell vorbei sein kann. Ein paar Mal im Innenfight mit ein paar Lennox Lewis Uppercuts und bei Hughie gehen die Lichter aus.

      Ich kann mir schon vorstellen, dass er nicht viel verträgt, wenn er zwei/dreimal ordentlich am Kinn erwischt wird. Wenn er zu Boden geht, kommt der definitiv nicht mehr hoch.

  3. Wow, sollte H. Fury über Nacht das Boxen gelernt haben, bzw. gelernt haben einen kleineren Gegner aus der Distanz auszuboxen oder macht er sich nur selber Mut?

    Wenn Povetkin in Form ist und Kondition hat sollte er, trotz seines Alters, leichtes Spiel mit dem Gypsy haben.

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