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Hopkins siegt in gewohnter Manier nach Punkten – Murat bemüht aber glücklos

Einmal mehr trotzte Bernard Hopkins am Samstagabend der Zeit und verteidigte im Alter von 48 Jahren seinen IBF-Halbschwergewichtsgürtel erfolgreich. In Atlantic City besiegte Hopkins den deutschen Herausforderer Karo Murat in zwölf Runden nach Punkten. Während Murat zu Beginn gut dagegen hielt, manövrierte der Ringfuchs Hopkins ihn in den mittleren und hinteren Runden zunehmend aus um so im Endeffekt den Ring verdient, wenn auch zu deutlich, als Sieger zu verlassen.

Murat begann in Vorwärtsgang und versuchte gleich das Tempo hoch zu halten, während Hopkins schon früh die ersten Clinches suchte. Murats Schläge verfehlten ihr Ziel jedoch häufig noch klar, da Hopkins sich gewohnt subtil aber effektiv bewegte. Während der Weltmeister anfangs noch nicht ganz das nötige Timing hatte, gelang es ihm schon in der zweiten Runde immer wieder Murats Schlägen auszuweichen und sie gleichzeitig erfolgreich abzukontern. Murat versuchte es immer wieder mit Kombinationen, wenn Hopkins mit dem Rücken an den Seilen stand, doch kam meist höchstens mit einem einzelnen unsauberen Schlag durch, während Hopkins zwar weniger arbeitete, dabei aber präziser war.

Murat antwortete jedoch mit einem starken Beginn in der dritten Runde, bei dem er Hopkins in der Halbdistanz mit einem Haken am Kopf erwischte, die diesen kurz erstarren ließ. Aber auch Hopkins war um Antworten nicht verlegen und revanchierte sich vor allem in der letzten Minute der Runde mit mehreren unvorbereiteten rechten Geraden. In Runde Vier gelang es Hopkins dann mehr von den Seilen fern zu bleiben und die Ringmitte zu behaupten, wo er das Tempo vorgeben konnte und eindeutig die besseren Treffer setzen konnte. Es blieb dabei, dass Murat insgesamt aggressiver war und in Kombinationen schlug, während Hopkins präziser agierte und die saubereren Treffer landen konnte. Dadurch blieb ein Großteil der Runden eng und nicht ganz einfach zu werten.

In der sechsten Runde ging Hopkins jedoch auch ein wenig mehr in den Vorwärtsgang und trieb Murat teilweise an den Seilen entlang. Dieser rang Hopkins dabei regelwidrig zu Boden und feuerte noch Schläge ab, als Hopkins bereits am Boden lag. Der Ringrichter beließ es in dieser Szene jedoch bei einer Ermahnung für Murat. Auch Hopkins erfuhr allerdings in einigen Situationen Nachsicht von Ringrichter Steve Smoger, wenn der Titelverteidiger beispielsweise seinen Kopf einsetzte oder auf Murat einschlug, wenn dieser mit dem Rücken zu ihm stand. Smoger hatte jedoch in der siebten Runde dann schließlich bei Murat genug gesehen, als dieser weiter schlug, während Smoger die beiden Boxer trennte, und zog ihm einen Punkt in einer Runde, die er sowieso klar verlor, ab. Denn Hopkins drückte in dieser siebten Runde so richtig aufs Gaspedal und landete Dutzende von harten Kopftreffern, die Murat durchaus durchschüttelten.

Hopkins dominierte inzwischen das Geschehen klar. Von anfänglicher Ausgeglichenheit war nur noch wenig zu sehen. Alles lief nun für den 48-Jährigen, der sich in der achten Runde sogar eine kurze bizarre Auszeit nahm um sich in die Ringecke zu stellen und mit dem Publikum zu reden. Von Murat kam nur noch wenig, und der Wahlberliner wirkte zunehmend frustrierter und planloser. Als er gegen Ende der neunten Runde einmal kurz Erfolg hatte und Hopkins an den Seilen bearbeitete, antwortete dieser prompt mit guten Meidbewegungen und knackigen Kontern.

Karo Murat hatte zu allem Überfluss inzwischen noch einen Cut am linken Auge erlitten, den Hopkins nun mit dem Jab weiter bearbeitete, während er nach Punkten davon zog. Hopkins ließ zwar in den letzten beiden Runden wieder ein wenig nach, ließ aber Murat zu keinem Zeitpunkt wieder ernsthaft in den Kampf kommen und lief somit nie Gefahr den Sieg noch zu verspielen. Vielmehr gelang es ihm in der zwölften Runde noch einmal Murat mit einer harten rechten Geraden durchzuschütteln. Murat verschanzte sich nach dem Treffer hinter seiner Deckung und drehte sich weg, was Hopkins sofort ausnutzte um nachzusetzen. Ein Niederschlag war ihm allerdings nicht vergönnt, und nach dem Erklingen des Schlussgongs sahen die drei Punktrichter den Titelverteidiger schließlich zu deutlich mit 117-110, 119-109 und 119-108 vorne und erklärten ihn somit einstimmig zum Sieger.

Damit verteidigte Bernard Hopkins den IBF-Halbschwergewichtstitel, den er im März gegen Tavoris Cloud gewonnen hatte, zum ersten Mal erfolgreich und baute seinen Rekord als ältester Boxweltmeister aller Zeiten weiter aus. Insgesamt war es der vierundfünfzigste Profisieg des US-Amerikaners, der im Januar 49 Jahre alt wird und für diesen Kampf seinen Kampfnamen von „Executioner“ zu „Alien“ änderte. Karo Murat hingegen zog in seinem ersten WM-Kampf den Kürzeren und verlor zum zweiten Mal in seinem achtundzwanzigsten Kampf als Profi. Zuvor hatte ihn nur Nathan Cleverley bezwingen können. Die Übertragung des Kampfes in der ARD wurde im Übrigen in der fünften Runde jäh für einen Spielfilm abgebrochen.

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109 Kommentare

  1. Prof. Faust
    27. Oktober 2013 at 23:40 —

    Ist doch nix neues, die öffentlich-rechtlichen Sender haben kein Interesse daran, Boxen zu übertragen.
    “Der WDR-Rundfunkrat lobt die ARD-Berichterstattung von Sportarten wie Handball oder Basketball. Gleichzeitig kritisiert das Gremium die Übertragung von Boxkämpfen stark.

    Handball, Basketball oder Eishockey ja, Profiboxen nein: Der Rundfunkrat des WDR hat in einem Positionspapier zur Sportberichterstattung im Fernsehen seine “kritische, zum Teil ablehnende Haltung” zu den Übertragungen von Boxkämpfen in der ARD bekräftigt. Das ZDF ist bereits vor einiger Zeit ausgestiegen. Die ARD hatte 2011 einen neuen Vertrag abgeschlossen, dem der WDR-Rundfunkrat als “Einstieg in den Ausstieg” zustimmte.”
    Ich denke nicht, dass die ARD den Vertrag mit Sauerland verlängert.

  2. Timo
    28. Oktober 2013 at 01:22 —

    Wow was für einer Kampf von Murat Respekt Respekt !!!
    Solche Kämpfe wurde ich gerne in Deutschland sehen …

  3. wuuufi
    28. Oktober 2013 at 15:32 —

    Sagtmal, wo gibts den ganze Fights online anzuschauen falls man mal einen verpasst haben sollte ?
    .. hoffe ich darf das mal einfach so frech hier fragen 😀

  4. olddj
    28. Oktober 2013 at 17:19 —

    Ich guck immer bei Youtube.

  5. beximillion
    29. Oktober 2013 at 00:07 —

    @action
    Wenn du meinst…sprichst aus eigener Erfahrung?
    Budenluis? Was heisst das? hat man dich damals
    So in der schule genannt…das wort stammt anscheinend
    ausm osten, kein plan:-) wenn du mich weiter disst dann schenke
    Ich dir ein kleines geschwisterchen!

  6. D.B.
    29. Oktober 2013 at 00:33 —

    Die Geeste von Murat beim Wiegen war völlig daneben. Nach diesem schwachen Kampf vom ihm muss es ihm richtig peinlich sein. Sein Statement nach dem Kampf…er hätte einen Kopfstoss bekommen…ist frei erfunden. Opa Hopkins hat ihn mit seinen Fäusten getroffen. Allerdings empfand ich den Ringrichter nicht neutral…man merkte ihm an dass er Murat nicht mag. Dennoch hat Murat zurecht verloren. Das war vom ihm kuschelig, mehr nicht. Und die ARD hat mich auch verärgert. Wir sind alle wach geblieben, ich habe bisher noch nie erlebt dass so eine Liveübertragung einfach abgebrochen wurde. Die ARD sollte genua wie Murat mehr üben.

  7. Dr. Bumsow
    29. Oktober 2013 at 01:05 —

    ARD = Murat Sippe

  8. Jabba56
    29. Oktober 2013 at 11:16 —

    Nicht zu glauben, die ARD hat mir ne Entschuldigungsmail geschickt.
    Der Kampf ist hier
    http://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video156878.html
    (angeblich) in voller Länge zu sehen.

  9. Jabba56
    29. Oktober 2013 at 11:22 —

    Aber zum Kampf. Hopkins hat eben die Tricks eines erfahrenen Boxers drauf. Sei es mal verdeckt in die Nieren hauen, sei es provozieren mit Zunge rausstrecken und bißchen rumpöbeln. Aber damit muß man als Boxer klarkommen, wenn man gewinnen will. Und Murat fehlt da eben noch ein Stück. Auch, was sauberes Boxen angeht. Nachschlagen nach dem Break-Kommando geht garnicht. Und das hat er laufend gemacht, schön blöd, noch dazu bei einem Ringrichter, der definitiv nicht auf seiner Seite stand.
    Und wenn man aus dem Kampf Foreman-Schulz (jaja, lange her) etwas gelernt hat, dann daß man in den USA den Ami KO schlagen muß, wenn man gewinnen will. Davon war Murat meilenweit entfernt. Aber für ihn war es sicher sehr lehrreich. Schau mer mal, was er daraus macht.

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