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Heute Abend: Kell Brook vs Terence Crawford

Heute Abend: Kell Brook vs Terence Crawford

Es ist der Hauptkampf am heutigen Abend in „The Bubble“ im MGM Grand in Las Vegas.Terence Crawford (36-0-0 bei 27 KO-Siegen) verteidigt seinen WBO-Titel im Weltergewicht gegen den ehemaligen IBF-Champion Kell Brook (39-2-0 bei 27 Siegen durch KO) aus Großbritannien.

Crawford ist der große Favorit in dieser Begegnung, der bessere Boxer. Er kann fast jeden, der vor ihm steht, im Ring analysieren, ausboxen und „ausstanzen“. Mit dem Ergebnis, dass ‚Bud‘ zuletzt Probleme hatte, Gegner zu finden. Der heutige Samstag bietet Terence Crawford eine weitere Gelegenheit, zu beweisen, warum er einer der weltbesten Boxer ist.

Zum achten Mal teilt der 33-jährige den Ring mit einem ehemaligen Weltmeister. Und: Brook ist ganz sicher nicht die erste Wahl gewesen. Crawfords Promoter Bob Arum versuchte ohne Erfolg, Kämpfe gegen Manny Pacquiao und Errol Spence zu arrangieren, aber beides scheiterte an der COVID-19-Pandemie.

Und so kam Kell Brook, der zeigen will, dass er sich von den Niederlagen gegen GGG und ‚The Truth‘ erholt hat, gerade recht. Auf die Frage, ob Kell Brook sich tatsächlich Hoffnungen auf einen Sieg machen kann, gibt es viele Antworten. Hier die von Bob Arum: „Kell Brook ist der größere, stärkere und wahrscheinlich bessere Puncher”, sagte Arum gegenüber „ESPN“: „Crawford steht vor einem harten Kampf. Ich denke, er kann gewinnen, aber er steht vor einem harten Kampf. Brook ist für Terence ein viel gefährlicherer Gegner als Benavidez oder Kavaliauskas.” Nur für den Hinterkopf: Arum erzählt auch gerne, dass Kubrat Pulev Anthony Joshua besiegen wird, weil er besser und stärker ist.

Kell Brook hatte aber in der Tat das Potenzial, einer der besten britischen Boxer aller Zeiten zu werden, doch immer wenn der Boxer aus Sheffield „ganz oben“ anklopfte, verlor er: 2016 gegen Gennadiy Golovkin, ein Jahr später gegen Errol Spence jr. Seitdem hat ‚Special K‘ nur drei Mal im Ring gestanden. Insgesamt 21 Runden lang. Zum Vergleich: ‚Bud‘ Crawford hat in diesem Zeitraum sechs Mal gekämpft.

Der 34 Jahre alte Brite scheint den kommenden Kampf allerdings sehr ernst zu nehmen. Nachdem Brook und sein bisheriger Coach Dominic Ingle getrennte Wege gehen, hat Brook sich in Spanien mit Carlos Formento vorbereitet. Sein neuer Trainer setzte auch durch, dass Brook sich Videos von Crawford angesehen hat: „Ich habe noch nie Bänder meiner Gegner gesehen, aber Carlos hat mich hingesetzt und mir welche gezeigt. Wie ich gesehen habe, gibt es bestimmte Dinge, die ich machen kann, um ihn hart zu treffen. Und es lastet kein Druck auf mir. Der ganze Druck liegt auf Terence Crawford.“ Ein Sieg für Brook wäre allerdings erstaunlich. Zu erwarten ist wohl eher, dass Crawford das Gefecht im letzten Drittel für sich entscheidet.

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8 Kommentare

  1. 14. November 2020 at 17:43 —

    Vor 10 Jahren war Brook tatsächlich einer der gefährlichsten WW der Welt. Aber er verschwendete erstmal sein Talent mit zu vielen Aufbaukämpfen gegen Matthew Hatton, Lovemore Ndou etc.

    2014 gegen Porter konnte er sich dann endlich beweisen – und hat bis heute definitiv die beste Figur gegen den unangenehm zu boxenden Amerikaner gemacht. Wer dann glaubte, es sei endlich der Knoten geplatzt, irrte: lahmarschige Gegnerschaft wie Kevin Bezier oder Jo Jo Dan wurden kurzrundig weggeputzt. In dieser Sackgassen-Situation entschied er sich dann für den schwachsinnigen Move, ins Mittelgewicht aufzusteigen und dabei sofort gegen GGG anzutreten – und seitdem ist er meiner Meinung nach nicht mehr derselbe.

    Würde der Kampf heute Nacht also zwischen Crawford und der 2014er Version von Brook stattfinden, würde ich „Special K“ tatsächlich eine Chance einräumen oder ihn sogar leicht favorisieren – so aber denke ich, dass er in einer späten Runde schwer KO gehen wird und danach seine – leider nicht ganz erwartungs- und talentgemäß verlaufene Karriere – beenden wird. Natürlich würde mich das Gegenteil sehr freuen, weil ich immer ein Herz für den Underdog habe, aber Crawford ist zu geschickt, zu schnell und mittlerweile auch zu abgezockt, um sich von Kell stellen zu lassen und in die Gefahr eines schweren Treffers zu kommen.

  2. 14. November 2020 at 17:49 —

    Sehr gute Analyse.

    • 14. November 2020 at 17:58 —

      Danke schön, ebenso 😀 – ja, irgendwie hat mich der Kampf „gepackt“. Ist auch ein bisschen so, dass der Crawford von heute der Brook von 2014 ist – niemand (nicht mal Spence) hat so richtig Bock, gegen ihm zu kämpfen, und um seine Legacy so richtig unter Beweis zu stellen, müsste er eigentlich direkt Canelo oder einen der Charlos herausfordern … was er aber wahrscheinlich nicht machen wird, zumindest, so lange er bei Top Rank bleibt.

  3. 14. November 2020 at 18:02 —

    Wird er ja wohl nicht mehr lange …

  4. 14. November 2020 at 18:13 —

    Sieht so aus. Spart Geld.

  5. 14. November 2020 at 20:48 —

    Ach Brook … da war doch noch die ewige Idee, gegen Khan zu boxen … Das wird wohl genau so wenig passieren wie ein Kampf zwischen Sturm und Abraham.

    • 14. November 2020 at 20:52 —

      😀 😀 😀 stimmt, da hat man lange nichts mehr davon gehört – wenn dann beide von Bud ausgeknockt worden sind, hätte man ja wieder einen Anlass!

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