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Hernandez mit großen Problemen gegen Ross: Bleibt aber IBF-Weltmeister

Troy Ross, Yoan Pablo Hernandez ©SE.

Troy Ross, Yoan Pablo Hernandez © SE.

IBF-Cruisergewichts-Weltmeister Yoan Pablo Hernandez (27-1, 13 K.o.’s) hat seinenTitel erfolgreich gegen den kanadischen Pflichtherausforderer Troy Ross (25-3, 16 K.o.’s) verteidigt. Wirklich überzeugen konnte der gebürtige Kubaner dabei jedoch nicht, dafür bekam das Publikum in Bamberg einen hochspektakulären Kampf zu sehen, in dem beide Boxer am Rande einer vorzeitigen Niederlage standen.

Hernandez machte in der ersten Runde den Kampf, Ross blieb aber auf Grund seiner schnellen Haken stets gefährlich. In der zweiten Runde traf Hernandez ein Mal gut mit seinem Uppercut, die Antwort von Ross ließ aber nicht lange auf sich warten. Allerdings ließen sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt große Lücken in der Deckung des Sauerland-Boxers ausmachen, die Ross in der dritten Runden auch nutzen konnte. Nach einem Wirkungstreffer des Kanadiers schlug Hernandez zwei Mal daneben und fiel zu Boden. Es war zwar kein Niederschlag, Ross erkannte aber, dass sein Gegner in Schwierigkeiten war und setzte nach. Hernandez überstand die kritische Situation nur mit Klammern.

In der vierten Runde hatte Hernandez sichtbaren Respekt vor Ross, der Kanadier machte aber nicht viel. In der fünften Runde war Hernandez nach einem linken Volltreffer von Ross dann auf wackeligen Beinen und musste zu Boden. Der Weltmeister wirkte ziemlich desorientiert und überstand die verbleibende Minute gegen den die Entscheidung suchenden Ross nur mit viel Glück.

In der sechsten Runde gab es nur wenige Aktionen, am Ende kam Ross aber erneut mit einigen guten Treffern durch. Hernandez schlug in der siebten Runde wieder etwas mehr, es fehlte aber an der Genauigkeit der ersten Runden. In der achten Runde hielt sich Ross anfangs noch zurück, traf am Ende aber zwei Mal sehr gut mit links.

In der neunten Runde konnte Hernandez aber mit einer Linken zum ersten Mal Schlagwirkung bei seinem Gegner erzielen, Ross berührte möglicherweise sogar mit dem Handschuh den Boden. Hernandez versuchte daraufhin die Entscheidung zu erzwingen, der erfahrene Ross überstand die Runde aber mit Klammern.

In der zehnten Runde nahmen sich beide Boxer eine Verschnaufpause, die elfte Runde schien zunächst für Hernandez recht gut zu laufen, am Ende fing sich der Wegner-Schützling aber wieder einige schwere Treffer ein. Auch die 12. Runde sollte an den Kanadier gegangen sein, der Hernandez ein Mal kurz in Schwierigkeiten hatte. Auf den Punktezetteln wurde die Dominanz von Ross nicht belohnt, ein Punktrichter lag mit seinen 114-113 für Hernandez im Bereich des Vertretbaren, die anderen zwei hatten jedoch unverständlicherweise Hernandez als relativ klaren Sieger (115-112, 116-112) gesehen. Das Publikum in Bamberg war mit dem Urteil jedenfalls nicht einverstanden, ein Unentschieden oder ein knapper Sieg für Ross wären wohl etwas Realistischer gewesen.

“Respekt an Troy Ross. Er hat einen harten Punch, er hat sein Bestes gegeben”, sagte Hernandez im ARD-Interview. “Ich habe mich gut durchgeschlagen. In dieser Gewichtsklasse kann es schnell passieren. Ich musste immer aufpassen, und dagegen etwas machen. Ich habe die Lücke gesucht, er ist erfahrener Boxer.”

Ross war mit dem Urteil naturgemäß weniger einverstanden. “Ich habe den Boden mit ihm aufgewischt”, so der Kanadier, der sich ausgesprochen gut verkauft hatte. “Ich habe ihn durch den Ring gejagt. Das war keine gute Entscheidung. Sie sehen ja, wie die Fans reagieren. So eine Entscheidung ist nicht in Ordnung, wenn man um eine WM kämpft. Ich habe so viel Herz in den Kampf und in die Vorbereitung gelegt. Ich bin schneller und besser. Danke für die Unterstützung. Es geht nicht darum, woher man kommt. Es geht ums Boxen, das gibt mir Mut.”

“Es war spannender Kampf, der eng war”, sagte Trainer Ulli Wegner, der für die Reaktion des Publikums kein Verständnis hatte. “Der aktivere und souveränere Mann war Hernandez. Der andere war gefährlich. Yoan Pablo musste sich wirklich konzentrieren, damit er das Ergebnis halten kann. Ross ist ein Weltklasse-Mann, den kann man nur mit Taktik besiegen. Yoan Pablo hat aber trotz Schwierigkeiten wieder zum System gefunden. Für mich war es ein knappes Ergebnis, das in Ordnung geht.”

© adrivo Sportpresse GmbH

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314 Kommentare

  1. Eisenherz
    16. September 2012 at 20:52 —

    hal.ts m.a.u.l johny walker bist besoffen oder was schreibst du für ein müll … Vo.llpf.osten… arbeitest du für ard oder sauerland oder warum versuchst du hier hernandez sein sie recht zu fertigen

  2. JohnnyWalker
    16. September 2012 at 20:58 —

    @ Eisenherz

    geh zur Volkshochschule und lern erst mal schreiben, du Pflaume.
    Du hast in sehr vielen Kommentaren schon bewiesen das man bei dir nicht einen Hauch von Verstand vermuten könnte oder um es für dich verständlich auszudrücken, du bist zu d.umm um aus nen Bus zu kucken.

  3. Brennov
    16. September 2012 at 21:24 —

    @ johnny

    es scheint hier nicht viele mit verstand zu geben. das urteil finde ich geht schon in ordnung. gewonnen hat ross auf keinen fall. und obs dann einen draw ne SD ne MD oder ne UD gibt ist doch wurscht. weltmeister ist er nicht geworden dazu hats einfach nicht gereicht!

  4. karwat
    16. September 2012 at 22:35 —

    Ich wundere mich, dass so ein Betrug in ARD propagiert wird. Und das nich zum ersten Mal. Ich verstehe, dass es um grosses Geld dabei geht, aber wo sind die deutschen Zuschauer? Warum protestieren sie nicht? Wo ist Herr Maske? Warum sagt er einfach nicht, dass es Betrug war? Und das nicht zum ersten Mal….

  5. Dave
    16. September 2012 at 23:04 —

    @JohnnyWalker
    Mann ich habe selten so einen Stuss gelesen wie du ihn gerade gepostet hast,fakt ist das Ross gegen denn Kubaner gewann das sehen hier die meisten so,auch ich sah Ross am Ende mit 3 Runden vorne,wenn du was anderes gesehen hast dann war es wahrscheinlich nicht der Kampf von gestern,sorry das Urteil zu gunsten Hernandez war ja wohl ein Witz,du brauchst denn überbewerteten Boxer nicht in Schutz zu nehmen,ich habe denn Kampf mit einem kumpel angesehen der sich nicht sonderlich für diesen Sport interresiert auch er sah Ross am Ende als Gewinner,wer jetzt hier behauptet das das Urteil zu gunsten des Kubaners in Ordnung geht dem kann mann nicht mehr helfen auch ein unentschieden wäre noch zu schmeihelhaft für denn.

  6. peter
    17. September 2012 at 08:30 —

    Dave, genau meine Meinung, ich glaube jeder hier hat den Kampf gesehen nur der große Box Experte Johnny Walker nicht.
    Vielleicht hat ja Johnny Walker ein paar Johnny Walker zu viel getrunken, als er den Boxkampf gesehen hat….

  7. brennov
    17. September 2012 at 08:46 —

    @ Dave: gut zu sehen dass du auch andere meinungen als deine eigene akzeptieren kannst. vielleicht sollten sich die meisten hier mal die boxregeln durchlesen denn sie haben fast immer den kampf anders gesehen als die punktrichter!

  8. El Demoledor
    17. September 2012 at 10:39 —

    Ich boxe selber hobbymäßig und verfolge den Sport schon seit vielen Jahren.
    Das Schlimme ist, dass man sich fast schon an schiefe Urteile gewöhnt hat.
    Man biegt es sich zurecht wie man es will. Als Huck gegen Ramirez Weltmeister geworden ist sagte man, Huck hätte die deutlicheren Treffer gesetzt. Dass Ramirez mehr geschlagen, mehr getroffen und Huck durch den Ring gejagt hatte, zählte da nicht? Und der WM-Bonus gilt auch nur beim Heimboxer oder was? Der einzige WM-Bonus ist eigentlich, dass der Weltmeister bei Unentschieden seinen Gürtel behalten darf. Alles andere ist Mauschelei, Betrug, Schiebung.
    Hernandez hat Hilfe bekommen, denn er hätte fürs Abdrehen schon einen Punktabzug verdient gehabt. Als er in der dritten Runde zu Boden ging und der schwache Ringrichter ihn nicht anzählte und bat aufzustehen, hatte Hernandez verdammt wackelige Beine und das Ganze hat sicherlich 15, 20 Sekunden gedauert.
    Der Kampf hätte insgesamt bei mir 115:111 für Troy Ross gewertet werden müssen; alles von 2 bis 6 Punkten Vorsprung für den Kanadier wäre meiner Meinung nach vertretbar gewesen.

  9. frank
    17. September 2012 at 14:23 —

    Hallo El Demoledor ! Stimme da mit Deiner Meinung 100 prozentig überein

  10. johnny l.
    17. September 2012 at 16:09 —

    1. ich bin auch johnny walkers meinung und ich saß direkt am ring, habe das geschehen genau verfolgt und keinen johnny walker getrunken, sondern kaffee.

    2. die tatsache, dass es in vorherigen SE-kämpfen strittige oder sogar unfaire urteile gegeben hat, heißt noch lange nicht, dass dies auch hier der fall war. wir diskutieren hier nicht über huck-ramirez oder huck-lebedev.

    3. die tatsache, dass viele menschen alle dieselbe meinung haben, heißt noch lange nicht, dass sie im recht sind, auch wenn sie den kampf mit ihrer omma, ihrer freundin oder mit mike tyson persönlich gesehen haben.

    4. bloß weil schon in deutschland schon beschi.s.sen worden ist, heißt das noch lange nicht, dass hier immer beschi.s.sen wird und auch nicht, dass nur hier beschi.s.sen wird und woanders nie. bradley vs. pac fand ich auf jeden fall ein krasseres fehlurteil als das hier.

    5. argumente wie die von el demoledor – geiler name übrigens – (hernandez hat sich weggedreht etc.) kann man auf jeden fall gelten lassen. allerdings muss man dann auch das nach-dem-kommando-schlagen, die hinterkopfschläge, das kopf-herunter-ziehen etc. von ross in betracht ziehen und ich glaube, das geht ungefähr auf.

    6. ich denke, niemand sagt hier, hernandez hat klar gewonnen. wenn jemand aber sagt, ross hat klar gewonnen, kann ich das ehrlich auch nicht nachvollziehen. es gab runden, da hat er überhaupt nichts gemacht, null. wenn man die dann hernandez gibt, der nicht nichts gemacht hat, dann kann man das so sehen.

    7. alles zwischen 115:113 pro hernandez und 115:113 pro ross ist diskussionswürdig, alles andere wunschdenken. wie man auf 116:112 hernandez kommen kann, ist mir schleierhaft, denn bei der 10:8 runde für ross hätte hernandez ja nur noch 2 weitere abgegeben, das waren dann die beiden letzten, aber die dritte hat er auch 100% gelost, also diese wertung ist schwachsinn.

    8. normalerweise beleidige doch ich hier irgendjemanden und die anderen bleiben fair. das sollte bitte auch in zukunft so bleiben 😉

  11. el tigre
    17. September 2012 at 17:15 —

    Wenn Ross ein wenig mehr gemacht hätte wäre Weltmeister geworden; als Herausforderer
    hätte er aktiver sein sollte obwohl er die besseren Treffer hatte.

  12. gerd
    18. September 2012 at 12:00 —

    el tigre laber nicht so ein müll

  13. el tigre
    18. September 2012 at 17:44 —

    @ gerd sagt:

    Ein Herausforderer muss,um den Titel zu gewinnen,den Kampf machen, und nicht abwarten um zu kontern, wie Ross gemacht hat; deswegen hat Hernandez gewonnen,
    obwohl er keine gute Leistung gebracht hat

  14. El Demoledor
    18. September 2012 at 18:17 —

    @el tigre:
    Prinzipiell schon richtig; doch in meinen Augen hatte Ross schon genug getan.
    Ich habe mir den Kampf nochmals und ohne Emotionen angesehen und komme auf ein 115:112 für Ross; wäre die dritte Runde mit 10:8 an Ross gegangen was in meinen Augen okay gewesen wäre bin ich bei meinem ursprünglichen Ergebnis von 115:111.
    Sicher waren vielleicht zwei Runden dabei die man mit WM-Bonus, Heimbonus, Rückenwind und sonstwas an Hernandez hätte geben können, doch selbst dann komme ich nur auf ein Unentschieden. Und das ist das Äußerste; die Wertungen pro Hernandez sind eine Frechheit.
    Zwei Szenen sind darüber hinaus sehr fragwürdig und da agiert der Ringrichter David Fields nicht souverän:
    1.) Als Hernandez nach 30 Sekunden der dritten Runde zu Boden geht (er war angeklingelt, aber der Bodenbesuch war keine Folge eines Schlages) zeigt er an, dass Hernandez aufstehen soll. Der reagiert aber gar nicht und guckt zur Seite (ich glaube Richtung Stallgefährten Arthur Abraham und Jack Culcay). Der Vorgang dauert dann vier bis fünf Sekunden, so dass Hernandez insgesamt auf eine Verschnaufpause von zehn Sekunden kommt.
    2.) Nach 1:25 der fünften Runde geht Hernandez wieder zu Boden und der Ringrichter zählt ihn an.
    Nach 1:46 dreht sich Hernandez einfach weg.
    Nach 1:57 geht Hernandez einfach auf die Knie und schindet 10 Sekunden Pause.
    Hier muss es einen Punktabzug geben!
    Bis zum Schluss der Runde klammert Hernandez oder dreht ab; dies kann man als clever bezeichnen, aber in dieser Häufigkeit ist hier ein weiterer Punktabzug zumindest im Bereich des Möglichen.
    Nein, dieser Sieg ist nicht korrekt und dass man sich in Hernandez Ecke nach dem Fight so sicher war lässt nur einen Schluß zu: Dieses Urteil stinkt zum Himmel, zumal die Punkte, die vom Ringsprecher verlesen wurden, vom übertragenden Sender ARD immer dem richtigen Boxer zugeteilt wurden, obwohl der Sprecher – um die Spannung in der Halle aufrecht zu erhalten – nicht sofort gesagt hat, für wen so gewertet wurde.
    Deutschland hat sich mal wieder in der internationalen Box-Welt blamiert!
    Solche Urteile passieren überall, aber in dieser Häufigkeit vor allem hier und bei diesem Boxstall.

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