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Helenius schockt Kownacki in Runde 4

Helenius schockt Kownacki in Runde 4

Die meisten Boxfans hatten Robert Helenius schon abgeschrieben, doch am gestrigen Abend zeigte der 36-jährige, dass noch mit ihm zu rechnen ist. Im Wohnzimmer von Adam Kownacki – im Barclays Center in Brooklyn – setzte sich der 10:1-Außenseiter aus Finnland gegen den favorisierten Kownacki mit einem TKO 4-Sieg durch.

Auf den Punktzetteln hatte sich Kownacki zu diesem Zeitpunkt schon einen Vorsprung erarbeitet und führte mit 30:27, 29:28 und 29:28. Der Kampf war zwar aktionsreich, von boxerischer Finesse aber weit entfernt: wie schon im Kampf gegen Chris Arreola im vergangenen August, scheint Kownacki stilistisch nur noch auf eine hohe Workrate zu setzen, Deckung: Fehlanzeige.

Bis zu vierten Runde schien Kownackis Plan aufzugehen. Der 30-jährige hatte mehr und bessere Treffer gelandet. Dann gelang es Helenius in Runde 4, Kownacki mit einer Links-Rechts-Links-Kombination zu Fall zu bringen. Referee David Fields zählte Kownacki an und gab den Kampf wieder frei, doch der polnische Schwergewichtler wirkte nach wie vor benommen und hatte den Angriffen von Robert Helenius nichts mehr entgegenzusetzen, woraufhin der Ringrichter nach 1 Minute und 8 Sekunden der vierten Runde den Kampf beendete.

„Es war nicht meine Nacht. Aber das ist Boxen”, sagte der enttäuschte Verlierer nach dem Kampf: „Es ist ein harter Sport und die Dinge sind heute Abend einfach nicht so gelaufen. Es war eine Lernerfahrung und ich werde mich wieder an die Arbeit machen. Er hat mich gut erwischt. Es ist, was es ist.”

Ein herber Dämpfer für Kownackis Karriere. Für Helenius, der vor einigen Jahren noch als Hoffnungsträger im Schwergewicht galt, zumindest die Möglichkeit, noch ein paar gute Zahltage mitzunehmen. Nach Niederlagen gegen Johann Duhaupas im Jahr 2016, Dillian Whyte im Jahr 2017 und Gerald Washington im Sommer 2019 bleibt allerdings abzuwarten, ob der Sieg über Kownacki nicht eher ein „glücklicher Zufall“ war.

 

 

Auf der Undercard konnte sich Efe Ajagba gegen seinen rumänischen Gegner Rozvan Cojanu durchsetzen und bleibt damit auch in seinem 13. Kampf ungeschlagen. In der neunten Runde stoppte Ringrichter Ron Lipton die Begegnung, nachdem Cojanu im Laufe das Kampfes schon zweimal zu Boden gegangen war und der Forderung von Lipton, aktiver zu werden, wohl nicht mehr folgen konnte. Daraufhin brach der Referee nach 2:46 Minuten der 9. Runde den Kampf ab.  Ajagba hatte es zum ersten Mal im Boxring mit einem größeren Gegner zu tun. Trainer Ronnie Shields sagte nach dem Kampf: „Es war ein guter Sieg, aber Efe kann es besser! Efe schlägt schneller und härter als er gezeigt hat.“ Ajagba selber war zufrieden mit seiner Leistung: „Cojanu hat viel Erfahrung“ erklärte der 25-jährige nach seinem Sieg.

 

Hier der Fight im Video

 

Ebenfalls auf der Undercard trat der kubanische Schwergewichtler Frank Sanchez in einem 10-Runden-Kampf gegen den US-Amerikaner Joey Dawejko an. Dawejko hatte vor der Begegnung mit Sanchez einen KO-Sieg vorhergesagt, Sanchez, der von ‚Canelos‘ Coach Eddy Reynoso trainiert wird, hatte das als Unsinn abgetan: „Er wusste, dass er nicht gewinnen wird. Er redet wirklich nur Unsinn. Er weiß, dass ich jeden Vorteil habe. Ich bin größer. Ich habe bessere technische Fähigkeiten, alles ist besser.“

Sanchez, der angeblich 220 Amateurkämpfe geführt und nur sechs davon verloren hat, war dann auch der bessere Mann im Ring, wenngleich das Geschehen im Seilgeviert eher langweilig „vor sich hin plätscherte“. Nach 10 geboxten Runden hatten die Punktrichter Kenn Ezzo, Julie Lederman und Kevin Morgan den Boxer aus Kuba mit 100:90, 100:90 und 98:92 vorne. Dawejko erlitt damit seine achte Niederlage in bisher 32 Kämpfen, Sanchez Bilanz verbessert sich auf 15-0-0.

 

Hier der Fight zwischen Sanchez und Dawejko

 

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26 Kommentare

  1. 8. März 2020 at 11:36 —

    hachja
    kein guter tag für die polnischen fans.

    kownacki viel zu offen.

    naja
    wba eliminator

    helenius gegen sieger aus charr – bryan
    wäre doch ganz okay.

    • 8. März 2020 at 15:11 —

      Naja, würde Charr eig. lieber mal wieder gegen jemanden boxen sehen, der ihn so richtig übel vermöbelt…

      …aber dazu müsste er überhaupt erst mal wieder boxen…

  2. 8. März 2020 at 12:29 —

    Krasser und völlig unerwarteter Sieg des absolut sympathischen Finnen gegen den nicht weniger liebenswerten Polen. Vielleicht ist jetzt nochmal ein ordentlicher Zahltag für Helenius drin. Das würde ich ihm von Herzen gönnen und es wäre aufgrund seines Verletzungspechs und seines Stresses mit SE, was ihm seine Prime gekostet hat, auch äußerst verdient. Well done, Nordic Nightmare!

    • wow du legst ungewöhnlich viele Gefühle an den Tag Adolf.

      • 9. März 2020 at 14:13 —

        musst du unbedingt mal ausprobieren. Liegt direkt hinter der Mauer Wut und Hass. Da wartet auf dich noch Traurigkeit, Leidenschaft, Freude, Spaß, Lachen, Mut, und und und

        • 10. März 2020 at 00:58 —

          😀

        • Die Freude habe ich als Selbständiger jeden tag schon allein deswegen, weil ich nicht Pendeln muss 😉 Aber ich weiß ja, im internet bist du Rambo und alle anderen Versager.

          Du solltest es zur Abwechslung mal mit der Realität versuchen. Du flüchtest dich stets in deine Traumwelt in der alle anderen Miserable Leben führen, um dein eigenes Selbstwertgefühl zu verbessern. Das sagt viel über dein Seelenleben aus.

          Aber mit Kritik kannst du genauso wenig umgehen wie Hillary Clinton. Die Schwafelt heute auch noch den selben Müll wie vor 4 Jahren, genau wie du in deiner Blubberblase. Realitätsverlust im Endstadium 😀

          • 10. März 2020 at 13:16

            haha, hast dich wunderbar selbst berschrieben, Dumpfbacke.

          • 10. März 2020 at 13:49

            kennst du Alan Harper aus “two and a half man”?
            du erinnerst mich irgendwie an ihn. Der läuft auch mit einer Zitrone im Maul herum, auf die er ständig herumkaut und sie aussaugt und sich darüber ärgert, dass alle anderen nicht gernauso verkrampft durchs Leben laufen.
            Lasse mich an dieser Stelle “Ferris” zitieren (ungefähr):
            Wenn man dir ein Stück Kohle in den Hintern schiebt, hat man nach zwei Wochen einen Rohdiamanten 😉

          • 12. März 2020 at 12:41

            Achja, Adrenalin wie wir ihn kennen. Mr. Null-Argument, aber stets am Beleidigen mit Hellseherkomplex.

            Es ist bei dir Auffällig junge, dass du immer Online Stuss verbreitest, um dein Selbstwertgefühl aufzupolieren. Nirgendswo geht das leichter als im Internet. Aber im echten Leben bringt dir dein digitaler Bizeps nichts. Immer wenn dich deine Frau runterbuttert, kommst du Online, um anderen zu erzählen wie schlecht es ihnen doch geht und wie dumm sie doch sind. Das mag deinen Ja-sager Stammtischfreunden nicht auffallen, mir schon.

            Offensichtlich wird dein Tristes leben auch dadurch, dass in all den Box Diskussionen die es hier gab, du der einzige warst der nie Argumente hatte, sondern immer die gleichen Anfeindungen auf lager hatte. Für Boxen interessierst du dich nicht, es ist hier nur ein Ventil für dein Versagen. Das sagt alles über dein Privatleben aus, aber du kannst dich gerne in deine Hobby CSI Profiler Welt flüchten, es bringt dir nur nix, ich sehe dich. 😀

            Wie sehr dich die Wahrheit trifft, zeigt allein die Tatsache, dass du die leute hier immer mit Privaten Nachrichten zumüllst. Führst ja scheinbar ein sehr ausgefülltes, glückliches leben 😀

            Ich weiß der Stachel sitzt bei dir immer noch tief, weil du dein Trauma mit dem Marokkanischen FlipFlop Händler, der deine Frau angemacht hatte, nicht überwunden hast, weil du nicht die Eier dazu hattest das zu tun was nötig war. 😀
            Immerhin, im Internet kannst du es, da du ein Keyboardwarrior bist. Hab das nächste mal einfach mehr Mumm junge. Rumschreien, sowohl im Internet als auch im echten Leben bringt dir nix. Hunde die Bellen beißen nicht, schon mal gehört?

            Aber ich schätze das kommt dabei raus, weil Papi dir nie beigebracht hat ein Mann zu sein und stattdessen lieber zu heulen und zu jammern wie ein Weichei, wenns nicht läuft wie du willst.

            Ein Tipp von mir, such dir entweder eine neue Frau oder einen Psychologen. Beides wird dir helfen endlich dein Dasein als Jammerlappen zu beenden. 😉

          • 12. März 2020 at 13:28

            Boah ey, so viel Text. Keinen Bock so viel
            ich-bin-ja-so-wichtig-Gelaber zu lesen 😀
            Wut rechtfertigt sich, Frusti. 😉

    • 8. März 2020 at 15:24 —

      Seh ich auch so..
      Zudem war das ja nicht ein einzelner Lucky Punch, sondern tatsächlich eine überraschend gute Leistung vom Finnen..
      Man konnte es irgendwie in der 2. schon kommen sehen, aber Kownacki wollte es offensichtlich nicht so richtig glauben und ist weiter ins Verderben gelaufen..
      Well done indeed..!

  3. 8. März 2020 at 13:32 —

    Der Gatekeeper bewacht das Gate erfolgreich im Crossroads-Fight.

  4. 8. März 2020 at 15:17 —

    …hat mich für Helenius auch wirklich sehr gefreut, damit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet!

    Etwas Glück dürfte sicher auch dabei gewesen sein, aber man muss eben auch mal etwas Glück haben.

    Befürchte allerdings schon, dass es einer der letzten wirklichen Lichtblicke in Helenius’ Karriere gewesen sein dürfte…

    Wie der Pole die Niederlage wegstecken wird, bleibt abzuwarten.

    • 8. März 2020 at 15:27 —

      Was war daran denn Glück..? Er ist dem Ziel ab Runde 2 immer näher gekommen.. es war fast abzusehen, dass er den Polen irgendwann anklingelt und ein schlechter Finisher war Helenius noch nie..

      • 8. März 2020 at 16:07 —

        Habe zugegebenermaßen nur die Zusammenfassung gesehen (naja, so arg lang war der Kampf ja eig. nicht), meinte aber insgesamt, dass alles gut gepasst hat: Denke mal, dass Helenius einen guten Tag hatte, während Kownacki in (auch für seine Verhältnisse) nicht allzu guter Form mit schlechter Strategie angetreten ist und auch, dass der “Befreiungsschlag” des eig. schon in die Enge getriebenen Helenius so gut gesessen hat…
        War jetzt sicher nicht so, dass Helenius als hoffnungslos unterlegener Gegner nur durch einen Lucky-Punch gewonnen hat, und natürlich ist sowohl Helenius für seine Form ebenso verantwortlich wie Kownacki für seine, und auch zu seinen Glanzzeiten war es nicht selten so, dass Helenius vor seinen KO-Siegen nicht gerade eine dominante Vorstellung abgeliefert hat, sondern der KO eher “aus dem Nichts heraus” kam…
        Wollte also nicht unterstellen, dass der Sieg unverdient kam, sondern nur sagen, dass wohl eben “alles gepasst” hat und ich den Sieg aber dennoch (trotz beeindruckender Leistung) nicht unbedingt überbewerten bzw. nicht unbedingt als erste Anzeichen für Helenius “zweiten Frühling” ansehen würde, was natürlich nicht heißen soll, dass ich im das nicht gönnen würde…

        • 10. März 2020 at 00:55 —

          Ok, kann ich so schon besser verstehen.. die Ansetzung vs Kownacki war für den Finnen wohl tatsächlich nicht die schlechteste..
          Vom Kampfverlauf war es mMn dann eben nicht sonderlich glücklich.. Überbewerten würde ich das ganze ebenso wenig..

  5. 9. März 2020 at 08:55 —

    Das ist ähnlich überraschend wie der KO von Dimitrenko gegen Granat. Naja helenius wird sich damit noch ein paar weitere zahltage sichern das sei ihm gegönnt und für Kownacki ist es ein schwerer rückschalg und ob er sich davon wieder erholen wird ist unklar. mein tipp ist seine karriere wird einen ähnlichen verlauf nehmen wie die von helenius!

  6. 9. März 2020 at 09:14 —

    Sieht man oft, dass Kämpfer vor heimischen Publikum übermotiviert sind und auf die Schnauze fallen.

  7. 9. März 2020 at 12:11 —

    Beide Boxer kann man mögen. Helenius wurde unterkomplex trainiert, auch sein bisheriges Management ist suboptimal. Gesundheitliches Pech hatte er obendrein. Ein guter Kerl, ebenso wie Kownacki. Er mag es halt, wen der Teller etwas tiefer ist.
    Das kann ihm in dieser Scheißwelt niemand verübeln. Mir sind solche Leute lieber als Schreihälse wie Wilder. Wie unterbelichtet muss man sein, wenn man davon träumt, im Ring jemanden totzuschlagen. Mike Tyson hat ja auch mit solchen Sachen kokettetiert, heute sitzt er in seinem Podcast und weint. Und über Leute, die grundlos weinen, sagt man ja, sie hätten alles verstanden. Helenius und Kownacki gönne ich jeden Cent und alles Glück der Welt.

    • 10. März 2020 at 10:19 —

      Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Der eine ist Sohn eines Pastors, der durch groteske Art und Weise versucht, Aufmerksamkeit zu generieren. Alles nur Show oder glaubst du allen ernstes was er von sich gibt? Während der andere eine sehr harte Kindheit in Brownsville (Brooklyn) hatte. Nicht jeder ist so wohlbehütet wie wir aufgewachsen.

  8. 9. März 2020 at 13:14 —

    Ich war von Helenius Sieg nicht sooooooo überrascht wie viele andere, er kann ja boxen…gut, seine Kondition war in der Vergangenheit nicht immer die beste…aber wenn man sich mal seine letzten Kämpfe ansieht…gegen Teper nach Punkten hinten liegend..Ko-Sieg, gegen G.Washington guten Kampf gemacht und nach Punkten geführt, leider nicht aufgepasst und Ko gegangen und gegen Kownacki hatte er in den ersten 2 Runden auch nicht viel zu melden, wurde dann aber stärker!

    Kownacki zwar schnell unterwegs, setzt gute Treffer, ist aber stets offen wie ein Scheunentor…das musste ja mal schief gehen! Clinchen ist auch ein Fremdwort für ihn!

    Alles in allem ein guter Kampf, wenn auch etwas kurz! Helenius kann nochmal auf eine gute Börse hoffen und Kownacki lernt hoffentlich aus seinen Fehlern!? Sehe beide Boxer gerne kämpfen!

    Das interessante ist das in der 2. und 3. Reihe des Schwergewichts jeder jeden schlagen kann!

  9. 10. März 2020 at 08:19 —

    Ich freue mich sehr für Helenius. War ein großer Fan vor 9, 10 Jahren. Die Kämpfe gegen Brewster, Peter und Ljachowitsch waren zum Zungeschnalzen. Damals hatte er eine der härtesten Rechten in der HW-Szene gehabt. Seine 1-2 Kombination war technisch so sauber – wie im Schulbuch.
    Heute ist er längst drüber. Es schwingt immer ne gute Portion Wehmut mit, wenn ich ihn heute boxen sehe. Die Anlagen sind noch da, nur die Physis und der Kopf (respektive Kinn) sind, dem Alter verschuldet, nicht mehr das, was sie mal waren. Da kommt man ins Grübeln und stellt sich Fragen wie: Was wäre aus ihn alles geworden, wenn er ein vernünftiges Management in seiner Prime gehabt hätte?
    Ich gönne es ihm vom ganzen Herzen. Eliminatior…pffft. Zu einem WM-Kampf wird es wohl nicht mehr kommen. Ich glaube nicht daran.
    Viel Glück Robert!!!

  10. 10. März 2020 at 19:13 —

    Guet Nachrichten für Fans des deutschen Boxens – hab grad eben gelesen, dass Abass Baraou jetzt von Adam Booth trainiert wird – das heißt auch, er trainiert unter anderem mit Josh Taylor. Das kann eigentlich nur vorteilhaft sein – gute Wahl!

    “He’s a joy to work with,” said Booth. “He was a European gold medallist and a World bronze so you know he’s got competitive grade from the amateurs. He’s been sparring with Josh Kelly and a couple of other guys as well and he’s really impressed“ (Zitat aus dem Artikel)

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