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Hat Krasniqi zu Unrecht verloren?

Hat Krasniqi zu Unrecht verloren?

Dieser Meinung ist anscheinend sein Team. Wie einem Post bei facebook zu entnehmen ist, sei das nach 12 Runden gefällte Urteil – also der Punktsieg für Stephan Härtel – „definitiv nicht richtig!“ Weiter heißt es dort: „Wir wissen, dass Robin gestern nicht seinen besten Kampf gezeigt hat, zumal der Cut und das stets ins Auge fließende Blut, ihn 11 Runden lang dazu verhindert hat, aber er hat 6 Runden definitiv gewonnen und das reicht, um den Titel zu verteidigen! Stefan Härtel ist bei aller Liebe, trotz insgesamt guter Leistung und obwohl wir ihm es gönnen, kein Europameister!“

 

Der Herausforderer hätte den Titel von den Punktrichtern geschenkt bekommen, lautet die Kritik weiter, nach Auszählung der Treffer hätte sich mit 114:114 ein Unentschieden ergeben müssen.

Ein Ergebnis, das dazu geführt hätte, dass Robin Krasniqi auch weiterhin EBU-Europameister geblieben wäre. Vor dem Hintergrund, dass Krasniqi unmittelbar nach dem Fight dem neuen Europameister zugestand, er sei der bessere Mann gewesen, wundert diese Kritik.

 

 

„Gratulation an Stefan! Er war heute der Bessere!“ äußerte Krasniqi noch nach der Urteilsverkündung live im Interview (wie hier zu sehen und zu hören ist)

Krasniqi zeigte sich als fairer Verlierer. Und das, obwohl er sich erst im Sommer vergangenen Jahres mit einem Sieg über den Russen Stanislav Kashtanov den Titel geholt und bislang nur einmal verteidigt hatte. Während der Spanier Ronny Landaeta im November 2018 Krasniqi nicht genug entgegensetzen konnte, war Stephan Härtel mit Vollgas unterwegs.

Selbst SES-Haussender MDR  textete: „Härtel startet druck- und wirkungsvoll, Krasniqi blutend und zu zaghaft.“

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Auch Stallkollege Dominic Bösel sah Härtel als verdienten Sieger: “Härtel hatte die klareren Hände”

(KLICK)

Selbst Trainerlegende Ulli Wegner befand: „Stephan hat taktisch viel klüger geboxt … der Sieg war verdient für Stephan!“

(KLICK)

Umso erstaunlicher, dass nun das „Team Krasniqi“ der Meinung ist, Robin sei durch ein Fehlurteil seines Titels beraubt worden. Ob Krasniqi Einspruch gegen die Entscheidung des Kampfgerichts einlegt, bleibt vorerst abzuwarten.

Interessant wäre noch, zu erfahren, wie sich denn das “Team Krasniqi” personell zusammensetzt. Krasniqis Trainer Magomed Schaburow gehört anscheinend nicht dazu. Der 48-jährige hatte während des Kampfes in den Ringpausen mehrfach den Stand der Dinge aus seiner Sicht kommentiert, nach der siebten Runde sogar gesagt” “Wir brauchen den K.o.!”

Ex-Schwergewichtsboxer Timo Hoffmann  sprach sich unter dem Post zwar für einen Rückkampf aus, schrieb aber auch: „Für mich war Härtel besser.“

Bei den meisten Boxfans  rief die Kritik von Krasniqis Team allerdings eher negative Reaktionen hervor: „Was für ein schlechter Verlierer.“, „Peinlich und unsportlich!!!!“ „So ein Statement ist ja ideal, um einen Shitstorm in Gange zu bringen und Sympathien zu verlieren.“, „What a funny statement … despite the cut, Robin was not even close to Stefan!“ „Möglicherweise gehört zum Boxen nicht nur mit den Fäusten zu kämpfen, sondern die Stärke zu haben, derartige nachträgliche Erklärungen, unabhängig von der eigenen Wahrnehmung, nicht abzugeben!“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

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13 Kommentare

  1. 13. Mai 2019 at 15:24 —

    An Härtels Sieg gibt’s nichts zu rütteln.
    Meine Wertung 117 : 112.
    Einen Rückkampf kann man trotzdem machen.

  2. 13. Mai 2019 at 16:14 —

    Das Punkturteil war definitiv nicht richtig. härtel hat locker 117:111 gewonnen mindestens. mehr als 3 runden kann man krasniqi echt nicht geben. vielleicht hätte man abbrechen müssen wenn es von einem unabsichtlichen kopfstoß kam wie härtel nach dem kampf sagte. dann hätte man es auch als NC werten können da vor ende der 4. runde

  3. 13. Mai 2019 at 17:51 —

    Also ich mache mir manchmal 2 Punktzettel, einen, möglichst objektiven der meiner Meinung nach fair wäre (in diesem Fall hatte ich Härtel 5 Runden vorne) und einen, der so ausgelegt ist, dass man die Runde gerade noch dem Heimboxer/Titelträger geben könnte. Aber auch da landete ich bei 2 Runden Vorsprung für Härtel.

    Dass das Team Krasniqi sich überhaupt als „Heimboxer“ bezeichnet, obwohl beide dem gleichen Stall angehören und Berlin (Härtel) sicherlich näher an Magdeburg liegt als München/Albanien finde ich schon frech.

    Das zeigt aber auch, dass die ehemaligen Sauerland-Boxer wie Kölling oder Härtel als SES-Boxer 2. Klasse gesehen werden und eher dazu dienen sollen als Gatekeeper externen Boxern den Weg in den Ranglisten zu versperren und ggfs den Gürtel im „eigenen“ Stall zu halten.

    Dazu passt auch die Aussage von Bösel vor dem Kampf der meinte „Wenn Härtel heute nichts zeigt, sähe es wohl schlecht aus mit der Karriere“ – dazu schaue man sich die Kampfstatistik von Krasniqi mal an.

    Nach dem Kampf sah er am MDR Mikrofon den Kampf „viel enger“ als das Punkturteil es abbildete. Buh-Rufe waren die Folge.

  4. 13. Mai 2019 at 18:10 —

    Einmal mehr eine sehr gute genaue Analyse
    von Sportsfreund ” TheGreatOne”.

  5. 14. Mai 2019 at 13:10 —

    Krasniqi hatte außer Physis und Herz noch nie etwas Besonderes. Boxerisch ist er unterklassig, wurde sogar rundenweise von regionalen „Champions“ wie Jürgen Doberstein vorgeführt. Anstatt wie ein Mann zuzugeben, dass er verloren hat, fängt er jetzt in den sozialen Medien ein Mimimi an. Klar, er will den Rückkampf und damit nochmal einen Zahltag vor dem Karriereende. Trotzdem arm!

  6. 14. Mai 2019 at 13:22 —

    Also ich muss mal jetzt auch mein Senf dazu geben.
    Ich habe mir den Kampf live auf MDR angesehen und habe die Punkte auch mit gezählt.
    Bei mir wäre ein Unentschieden raus gekommen und dann so ein Skandal Urteil.
    Dann habe ich mehrmals auf youtube Wiederholungen angesehen und komme zur Erkenntnis das Krasniqi alle Runden gewonnen hat. Und hätte Krasniqi nicht am Auge geblutet dann wäre Härtel sowas von KO gegangen.

    Ne Spaß bei Seite. Härtel hat zurecht gewonnen. Dazu gibt es keine 2 Meinungen.

  7. 14. Mai 2019 at 15:55 —

    Das bestätigt wieder mal meine persönlichen Erfahrungen die ich mit Albanern gemacht habe, alles hinterhältige Ratten. Härtel hat den Kampf ganz klar gewonnen und hätte Härtel Schlagkraft, dann wäre Robin k.o. gegangen.

  8. 14. Mai 2019 at 18:00 —

    Robin Krasniqi sollte sich mal an seinem großen Vorbild Luan Krasniqi (nicht verwandt) ein Beispiel nehmen.
    Luan( ehemaliger Europameister im Schwergewicht) war immer ein Vorbild und fairer Sportsmann, und hätte von seiner Mentalität her diese Niederlage unumwunden eingeräumt.

  9. 14. Mai 2019 at 20:33 —

    Ohje, das ist ja mal auf so vielen Ebenen peinlich..
    Zumal “Team Krasniqi” erstmal diverse Schnupperkurse zu folgenden Themen bemühen sollte:
    – Punktsystem / Gelandete Treffer
    – Videoanalyse für Anfänger
    – Geographie national (Heimboxer..??)
    – Interpunktion ist Dein Freund
    – Verlieren wie ein richtiger Mann
    Bis dahin sollte man sich mit solchen Statements eher zurück halten..

    Der Fight an sich war aber unterhaltsam..

  10. 14. Mai 2019 at 20:44 —

    Ist natürlich total nebensächlich.. Aber schon ne harte Nummer, dass die in dem ewig langen Jammer-Statement aus drei Absätzen mit genau einem einzigen Punkt als Satzabschluss auskommen..

  11. Das waren locker 10-12 Liter Blut,
    die ihm da ins Auge gelaufen sind,
    allein schon weil er das überlebt hat,
    hätte er den Sieg verdient gehabt

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