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Hannig sichert sich WBC International Titel

Endlich wieder Profiboxen in der Hauptstadt! Dafür musste erst eine Boxpromotion aus Dachau anreisen, denn das Team Sauerland aus Berlin veranstaltet seit geraumer Zeit lieber Boxabende in Rheinstetten, Gummersbach und Koblenz.

Mit Petko’s Boxpromotion hatte der bisherige Box-Entzug für die Berliner Boxfans endlich ein Ende: Am Samstagabend wurde in der Berliner Verti Music Hall erstmals Nick Hannig (7-0-0) aus Königs Wusterhausen als Hauptkämpfer präsentiert. Der 32-Jährige steht seit dem letzten Jahr beim Boxstall von Alexander Petkovic und Nadine Rasche unter Vertrag.

2.700 Boxfans wollten sich das Spektakel gegen Ryan Ford (15-4-0) nicht entgehen lassen und feuerten den Lokalmatador lautstark an. Unter den Zuschauern war auch die deutsche Boxszene mit Ulli Wegner, Georg Bramowski, Arthur Abraham, Jürgen Brähmer, Karo Murat, Stefan Härtel und Francesco Pianeta vertreten.

Eigentlich sollte Serge Michel (Petko’s Boxpromotion) gegen Ryan Ford von der Arena Boxpromotion in den Ring steigen, doch eine verletzte Mittelhand verhinderte dies. Damit bot sich für Nick Hannig die Chance um den WBC International Titel im Halbschwergewicht zu kämpfen. Dafür stieg er extra eine Gewichtsklasse auf und ging zum ersten Mal in seiner Karriere über die Distanz von zwölf Runden.

In einem temporeichen Duell konnte sich Nick Hannig die erste Hälfe des Gefechts erfolgreich durchsetzen und beeindruckte seinen Gegner mit seiner kompakten Doppeldeckung, dem Jab und guten Kombinationen zum Kopf und Körper. Ryan Ford hatte, trotz seines Reichweitenvorteils, Probleme seine Schläge ins Ziel zu bringen.

Mit sprunghaften Attacken und einigen Unsauberkeiten versuchte der 36-jährige Kanadier und ehemalige MMA-Kämpfer seinen Kontrahenten zu überraschen, doch Hannig blieb ruhig und abgeklärt bei seiner Linie.

Erst in der zweiten Hälfte des Gefechts wurden die Runden enger und Hannig musste aufgrund seines hohen Tempos zu Beginn einen Gang zurückschalten. Dies konnte Ford durch seinen stetigen Vorwärtsgang und die Erhöhung des Drucks besser für sich nutzen.

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Hannig wurde verstärkt in die Ringseile gedrängt, seine Doppeldeckung durchlässiger und einige Aufwärtshaken von Ford fanden ihr Ziel. Doch der Boxer aus Königs Wusterhausen, trainiert von seinem Vater Andreas Hannig, fightete weiter und konnte sich immer wieder aus den gefährlichen Situationen befreien.

Beide Boxer boten den Zuschauern ein spannendes Duell und standen sich meist Fuß an Fuß gegenüber. Es war ein mitreißender und kräftezerrender Schlagabtausch auf hohem Niveau.

Zum Ende des Gefechts wirkte Ford etwas frischer, weil er zu Beginn etwas Kraft gespart hatte. Dennoch konnte er mit seinem Schlussspurt den klaren Punktsieg des Heimboxers nicht mehr gefährden. Die Punktrichter werteten den Kampf nach zwölf Runden 117:112, 115:113 und 115:113 einstimmig für Nick Hannig, der sich damit den WBC International Titel sicherte.

Respekt vor der Leistung von Nick Hannig, der in seinem siebten Profikampf nicht nur durch seinen Kraftakt im Ring, sondern auch als bodenständiger Sympathieträger vor dem Mikrofon die Boxfans begeisterte.

Weniger Begeisterung löste die Pressearbeit von Petko’s Boxpromotion aus, die akkreditierte Journalisten nicht mit einem festen Sitzplatz ausstattet. Es kann nicht sein, dass man von 18:30 Uhr bis nach Mitternacht gezwungen ist sich ständig einen neuen Platz zu suchen, um seiner Arbeit nachzugehen. So kann man weder die Fights analysieren, noch hat man zwischen umherwandernden und betrunkenen Fans die Ruhe, um die Runden zu punkten und sich Notizen zu machen!

Foto: Petko’s Boxpromotion

Quelle: Samira Funk

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2 Kommentare

  1. 11. Februar 2019 at 10:14 —

    Hat jemand den Kampf gesehen? war das ergebniss ok?

    • 11. Februar 2019 at 11:54 —

      Alles in allem geht der Punktsieg in Ordnung, die 117:112 waren allerdings etwas zu hoch gegriffen!
      Wundert mich das du den Kampf nicht gesehen hast!

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