Härtetest für ‚Kingpin‘ – Kampf gegen Murat Gassiev

Härtetest für ‚Kingpin‘ – Kampf gegen Murat Gassiev

Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, bei Boxrec ist der Kampf zwischen Murat Gassiev und Kevin Johnson schon gelistet. Am 31. Oktober soll das ungleiche Gefecht stattfinden, möglicherweise im russischen Sotschi. Anscheinend geht es sogar um einen Gürtel: ausgelobt ist wohl der vakante WBA International Schwergewichtstitel.

Mit dieser Ansetzung war nicht unbedingt zu rechnen. Klar war lediglich, dass der Sieg über Yoan Pablo Hernandez im August Johnson die Tür zu einem Kampf in Russland geöffnet hatte, verbunden – so hieß es seinerzeit – mit einer Börse in Höhe von 100.000 US-Dollar.
Ich persönlich tendiere nun dazu, den Begriff „Börse“ durch „Schmerzensgeld“ zu ersetzen. ‚Kingpin‘ Johnson ist mittlerweile 41 Jahre alt und damit zugegebenermaßen im Schwergewicht nicht unbedingt im Rentenalter. Die Leistungen des US-amerikanischen Boxers sprechen jedoch eine andere Sprache und so wundert es nicht, dass in der Bilanz von Johnson 35 Siege mittlerweile 17 Misserfolge gegenüberstehen. Nach Niederlagen gegen Nathan Gorman, Shigabudin Aliev, Oleksandr Zakhozhyi, Martin Bakole und Mariusz Wach hat Johnson mit seinem Sieg über den beim Comeback völlig überforderten Kubaner Yoan Pablo Hernandez gerade noch einmal die Kurve bekommen. Der mittlerweile in Gelsenkirchen lebende Johnson sagte nach dem Kampf, dieser Sieg würde ihm viele Türen öffnen.
Dass Gassiev allerdings ähnlich leicht zu schlagen ist, wie der SES-Boxer, ist eher unwahrscheinlich. Hernandez und Gassiev haben eigentlich nur eine Gemeinsamkeit: beide standen länger nicht im Ring. Während es bei ‚Iron Man‘ Hernandez fast sechs Jahre waren, hat Gassiev zuletzt 2018 geboxt. Zuerst ließ eine Schulterverletzung die Karriere von ‚Iron‘ Gassiev ins Stocken geraten, dann kam ein geplanter Kampf im Juli 2019 gegen den US-Amerikaner Joey Dawejko nicht zustande. Erneut hieß es seinerzeit, es gebe Probleme mit der Schulter. Zu Jahresbeginn hatte Gassievs Trainer Abel Sanchez dem US-amerikanischen Sportsender ESPN verraten, dass Gassiev auf der Undercard von Mikey Garcia vs Jessie Vargas am 29. Februar boxen würde, doch auch daraus wurde nichts.
Wie Gassiev bei Instagram schrieb: „Mit großer Enttäuschung muss ich mitteilen, dass ich und (mein) Trainer Abel Sanchez vor einigen Tagen beschlossen haben, den Kampf mit Jerry Forrest am 29. Februar nicht anzunehmen. Ich bin gesund und trainiere, aber aufgrund einiger Meinungsverschiedenheiten innerhalb unseres Teams ist die Vorbereitung auf den Kampf nicht richtig organisiert worden, was mir die Möglichkeit genommen hat, ein vollständiges Trainingslager zu absolvieren. So unvorbereitet einen  Kampf zu machen wäre eine Respektlosigkeit gegenüber den Fans, dem Gegner und DAZN. Ich hoffe, dass nach der Beilegung aller Streitigkeiten ein neuer Termin für den Kampf bekannt gegeben wird und ich meine Fans zufrieden stellen kann. Vielen Dank für die Unterstützung”.

Bleibt zu hoffen, dass Gassievs erster Kampf im Schwergewicht nun endlich zustande kommt. Johnson hat in einem Interview angekündigt: „Ich werde ihn auseinander nehmen … langsam.“ Ich persönlich gehe davon aus, dass der 26 Jahre alte Gassiev den ‚Kingpin‘ auseinander nehmen wird. Und zwar alles andere als langsam.“

5 Gedanken zu “Härtetest für ‚Kingpin‘ – Kampf gegen Murat Gassiev

  1. @Schreiberling:

    Verstehe ich das richtig, dass Du von einem kurzrundigen Sieg Gassievs ausgehst..?
    Finde ich sehr mutig, nach der Niederlage im Ali Trophy Finale, den Verletzungen sowie der langen Pause.. Zudem muss man ja erst mal sehen, wie seine Power im HW ankommt..

  2. @ Flo9r

    Sagen wirs mal so: ich könnte mir zwei Szenarien vorstellen: Gassiev lässt es erstmal ruhig angehen und checkt, ob Körper und Distanzgefühl in Ordnung sind und dann lässt er es in Runde 4 oder 5 knallen.
    Oder er will den Ringrost abschütteln und wieder Praxis bekommen. Dann könnte es sogar über die Runden gehen. Ich denke, er wird nicht auf Teufel komm raus einen KO-Sieg wollen.

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