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Härtetest für Filip Hrgovic?

Härtetest für Filip Hrgovic?

Der 28-jährige Schwergewichtler aus Kroatien wird im April möglicherweise gegen den gebürtigen Kongolesen Martin Bakole antreten. Zumindest soll Kalle Sauerland das in der vergangenen Woche angedeutet haben. Bakoles Trainer wollte den Kampf auf Anfrage von Boxen.de nicht bestätigen: „Es hat einen ersten Kontakt gegeben, aber mehr nicht!“ sagte uns Billy Nelson.

Was ja nicht grundsätzlich ausschließt, dass der Fight – wie Sauerland wohl plant – am 17. oder 24. April stattfindet. Allerdings hatte Bakoles Promoter Eddie Hearn im Februar 2020 ähnliches verlauten lassen, ohne dass es seinerzeit zu einer Begegnung zwischen den beiden Boxern kam.

Ob der 27 Jahre alte Martin Bakole tatsächlich die größte Herausforderung in Hrgovics Karriere ist, wie man hie und da im Internet lesen kann? Man darf  gespannt sein. Zwar ist Bakole bei Boxrec fünf Plätze über Hrgovic zu finden, das dürfte sich aber kaum bemerkbar machen.

Interessanter wäre vermutlich ein Kampf zwischen Hrgovic und Michael Hunter. Dem 32-jährigen hatte Alexander Povetkin im Dezember 2019 nur ein schmeichelhaftes Unentschieden abringen können. Hunters Promoter Eddie Hearn als auch Hrgovics Co-Promoter Nisse Sauerland waren in der Vergangenheit durchaus an einem Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichtler interessiert, doch es ergab sich nicht. „Ein Kampf gegen Hunter wäre großartig”, hatte Sauerland erklärt: „Er ist ein echter Kämpfer und tritt gegen jeden an. Aber ich denke, Filip wird zu stark für ihn sein!“ Nicht alle Boxfans dürften allerdings derselben Meinung sein: „Hrgovic ist eine Roboterversion von Wladimir Klitschko!“ behaupten Kritiker. Was vielleicht mehr als einen Funken Wahrheit enthält.

Nun bleibt abzuwarten – falls es denn tatsächlich zu dieser Begegnung kommt – ob Martin Bakole mehr zu bieten hat, als Rydell Booker, Alexandre Kartozia, Eric Molina und Konsorten. Ich bin bekanntermaßen kein ‚Stone Man‘-Fanboy und kann die Begeisterung über die bisherigen Siege Hrgovics nur bedingt nachvollziehen. Keiner der genannten Gegner war ein wirklicher Prüfstein. Kevin Johnson findet man mittlerweile als Opfer in der Bilanz zahlreicher Nachwuchsschwergewichtler, auch Martin Bakole hat den Journeyman im Oktober 2019 durch TKO 5 geschlagen. Filip Hrgovic gelang im Dezember 2018 allerdings nur ein Punktsieg über den ‚Kingpin‘.

Zugute halten kann man Hrgovic natürlich, dass er schon in seinem sechsten Profikampf auf Johnson traf, bei Martin Bakole war es der fünfzehnte. Aber auch schon vorher hat der in Schottland lebende 27-jährige gute Gegner geboxt: Michael Hunter zum Beispiel, auch wenn der Kampf gegen ‚The Bounty‘ im Oktober 2018 durch TKO 10 verloren ging. Schon alleine aus diesem Grund wäre ein Fight zwischen Hrgovic und Hunter interessant gewesen.

Wie Hunter hat Bakole schnelle Hände für einen Schwergewichtler und recht gute Nehmerqualitäten, wie man beim Kampf gegen den zugegebenermaßen nicht sonderlich austrainiert wirkenden Sergey Kuzmin sehen konnte, den Martin Bakole im Dezember 2020 nach Punkten bezwang und sich damit den vakanten WBC-International-Titel holen konnte.

Größenmäßig kann ‚Stone Man‘ im Vergleich zu Martin Bakole keine Vorteile für sich verbuchen: beide Heavyweights sind 1,98 m groß, bei der Reichweite kann Hrgovic 2,08 m vorweisen, Martin Bakole hält auch hier mit. Da der ‚Stone Man‘ vermutlich härter zuschlagen kann, bleibt abzuwarten, wie Bakole darauf reagiert. Für Filip Hrgovic ist der Kampf gegen Bakole auf jeden Fall eines: ein Schritt nach oben.

Das sieht im Interview mit Boxen.de auch Martin Bakoles Trainer Billy Nelson so: „Filip ist ein sehr guter Kämpfer, ein erfolgreicher Amateur, aber gegen Martin wird er bei weitem seinen härtesten Kampf als Profi haben, wenn es dazu kommt. Martin ist viel schneller, bewegt sich besser mit dem Kopf und den Füßen. Beide sind sehr große Puncher. Filip hat aber noch gegen niemanden von Bedeutung gekämpft.“ Bleibt zu hoffen, dass Martin Bakole dieser Rolle dann auch gerecht wird.

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5 Kommentare

  1. 22. Januar 2021 at 19:47 —

    Guter Artikel, faire Einschätzung – und, sollte es dazu kommen, ein sehr interessanter Fight.

  2. 22. Januar 2021 at 20:35 —

    @ ak

    Verneig!

    • 22. Januar 2021 at 23:03 —

      Haha 😎 ich find Bakole klasse – Königssohn aus dem Kongo, Bruder von Illunga Makabu und die beiden haben nix besseres zu tun, als zu trainieren, Boxsäcke und Sparringspartner zu verdreschen. Ich habe keine Ahnung, wer da der Reichere ist, aber verglichen mit neuprominenten Flachpfeifen wie den Pauls verstehen die Bakoles eben ihr Handwerk – das macht den Unterschied. Die schnellen Hände des Kongolesen könnten Hrobotovic durchaus Probleme bereiten, das wird ein guter Fight!

      • 23. Januar 2021 at 09:18 —

        Da würde Hrgovic in der Tat Probleme bekommen..
        Physisch beide in etwa gleich, aber Bakole der deutlich schnellere und auch variablere Boxer..
        Ich glaube nur nicht, dass es dazu auch kommt.. zumindest vorerst nicht..

  3. 23. Januar 2021 at 07:37 —

    @ ak

    Mehr Kohle haben vermutlich die Pauls. Martin Bakoles Vater ist ja eher sowas wie ein Bürgermeister/Stammesfürst.

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