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Härtel schlägt Krasniqi

Härtel schlägt Krasniqi

So kann`s gehen: Da war man in gemäßigter Erwartungshaltung von einem dahinplätschernden Kampf zwischen Europameister Robin Krasniqi und seinem Herausforderer Stefan Härtel ausgegangen und dann DAS! Statt 12 Runden Langeweile gab’s einen wirklich packenden Kampf zu sehen, der durchaus das Zeug dazu hat, der deutsche „Kampf des Jahres“ zu werden.

Zwar hatte Stefan Härtel vor der Begegnung angekündigt, Europameister Krasniqi in Boxrente schicken zu wollen, aber Herausforderer neigen ja üblicherweise dazu, solche und ähnliche Dinge von sich zu geben.

Im Verlauf der ersten Runden dann allerdings die Überraschung: Härtel machte viel Druck, schlug viel und dominierte das Geschehen von der Ringmitte aus. Zwar versuchte der Europameister dagegenzuhalten, doch Härtel traf besser, war mit sehenswerten Schlagkombinationen erfolgreich, erwischte Robin Krasniqi immer wieder mit dem Jab. Krasniqi oft im Rückwärtsgang, dem Champion fehlte jede Antwort auf den aggressiv aufboxenden Härtel.

Schon in Runde 2 hatte der Titelverteidiger einen blutenden Cut unter dem Auge. Fast schien es, als sei Krasniqi der Kampfgeist abhanden gekommen: der Europameister boxte gehemmt, wirkte fast schon hilflos. Härtel konnte sich durch seine besseren Aktionen Runde um Runde auf den Punktzetteln holen, was auch seinem Trainer Stephan Kühne nicht verborgen blieb: „Der ist doch hohl. Der ist gar nicht mehr sortiert. Der kann nicht mehr!” motivierte Kühne seinen Schützling.

“Bist du wach?” fragte Krasniqi-Coach Schaburow in der Pause vor der fünften Runde. Sein Boxer hatte bis dahin alle Runden abgegeben. Nach 7 Runden sprach Schaburow das aus, was zu diesem Zeitpunkt wohl auch alle Zuschauer dachten: „Wir brauchen den KO!“

Den hatte auch Härtel lange gesucht … mehrfach knickte Krasniqi ein, doch fallen wollte er nicht. Stattdessen mobilisierte der in München lebende gebürtige Albaner seine letzten Reserven und wuchs in den letzten 4 Runden über sich hinaus. Beide Boxer suchten teilweise im offenen Schlagabtausch ihr Glück, Härtels Mundschutz flog mehrfach durch den Ring. Trotzdem konnte Krasniqi sich nicht wirkungsvoll in Szene setzen.

“Der Kampf ist verloren!“ Magomed Schaburow machte Krasniqi in der Pause zur zwölften Runde keine Hoffnung mehr, doch Krasniqi versuchte noch einmal alles. Ohne Erfolg – am Ende dann ein neuer Europameister im Supermittelgewicht. Stepan Härtel konnte sich mit 117:112, 116:112, 115:113 nach Punkten durchsetzen.

Härtels Bilanz nun 18-1-0, der EBU-Europameistergürtel soll – so der Sieger – nicht der einzige Gürtel bleiben.

 

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Die weiteren Kämpfe des Abends:

Trotz einer gebrochenen Hand siegt Jurgen Uldedaj gegen Krzysztof Twardowski und krönt sich zum doppelten Junioren-Weltmeister im Cruisergewicht.

Peter Kadiru schlägt Paolo Iannucci nach Punkten und feiert seinen dritten Sieg im dritten Kampf.

Roman Fress kann sich auf den Punktzetteln gegen Mateusz Kubiszyn durchsetzen

Elvis Hetemi schlägt Siarhei Khamitski: mit 78-76, 80-72 und 79-74.

Auch Michael Eifert kann seine weiße Weste behalten: Eifert siegt mit 60-54, 58-57 und 57-57 gegen Stanislav Eschner und bleibt so auch in seinem fünften Kampf ungeschlagen.

Nenad Stancic schlägt Attila Csereklye durch KO nach 2:47 Minuten in der zweiten Runde. Für Stancic im fünften Kampf der fünfte Sieg.

 

Eine MDR-Zusammenfassung des SES-Boxabends in Magdeburg gibts hier

(KLICK)

 

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38 Kommentare

  1. 12. Mai 2019 at 09:25 —

    Ein verdienter Sieg von Stefan Härtel.
    Härtel ist zwar absolut kein Puncher, dafür kann er als exzellenter Techniker dieses Handycap sehr gut ausgleichen.
    Sofern er nicht vorzeitig k.o. geht, kann er jeden in der Weltspitze schlecht aussehen lassen oder sogar auspunkten.

  2. 12. Mai 2019 at 09:51 —

    Härtels Ausflug ins Halbschwergewicht endete zwar mit einer Niederlage gegen Adam Deines. doch diese war äußerst umstritten.
    Nicht wenige Experten waren der Meinung, dass Härtel auch diesen Fight eigentlich gewonnen hatte.
    Zudem war Deines vorher im Cruisergewicht zuhause, bevor er ins Halbschwergewicht runterging.

  3. 12. Mai 2019 at 09:52 —

    @ globuli
    “Sofern er nicht vorzeitig k.o. geht, kann er jeden in der Weltspitze schlecht aussehen lassen oder sogar auspunkten.”

    🤣🤣🤣 Hahaha…. Junge, die Weltspitze ist eine andere Liga. Härtel mag national gut sein aber z. B gegen Calum Smith würde er keine drei Runden überstehen. Härtel ist zu weich und besitzt nach meiner Meinung nicht den Willin das letzte aus sich herauszuholen.

  4. 12. Mai 2019 at 10:20 —

    Ohne Messer sind Albaner nix

  5. 12. Mai 2019 at 10:21 —

    Die persönlichen Meinungen, die hier wiedergegeben werden, sind allesamt ausschließlich spekulativ.

  6. 12. Mai 2019 at 13:49 —

    Kein guter Kampf. Kein Nachsetzen von beiden Seiten wenn der Gegner angeklingelt wurde. Krasniqi hat ebenfalls so wenig Bums in den Fäusten wie Härtel, war schon lachhaft wenn beide mal zum Körper gingen, null Wucht und Dampf einfach nix. Dritte Liga wenn überhaupt. Krasniqi scheint fertig zu sein und härtel wenn schlau ist legt er sich ein gut bezahlten WM Kampf zu und geht dann auch in Reha und Rente.

    • 12. Mai 2019 at 14:50 —

      Keine Ahnung welchen Kampf du gesehen hast. Oder deine Maxime ist da einfach grösstmöglichen Bulls.hit abzusondern.

  7. 12. Mai 2019 at 16:01 —

    Ein Vergleich zu den Kämpfen von Feigenbutz, Zeuge, Yildirim war das lange nicht. Wie ich sagte dritte Liga und nicht mehr war das von Krasniqi und härtel. Mehr Bums haben die 2 einfach nicht.

  8. 12. Mai 2019 at 16:27 —

    Stefan Härtel war immerhin Olympia-Fünfter 2012 in London, was weder Feigenbutz noch Zeuge noch Abraham
    noch Krasniqi noch sonst jemand in Deutschland in der letzten Zeit vollbracht haben.

    • 12. Mai 2019 at 18:12 —

      Vergiss es! Für „Legend Boxing“ ist alles „was kein Bums“ hat offensichtlich kein Boxen. Ward und Mayweather… alles 3. Liga….

      Es hat niemand behauptet Krasniqi oder Härtel wären weltklasse. Es geht darum, dass man einen spannenden Boxkampf auf einer deutschen Veranstaltung gesehen hat, zwischen 2 Kämpfern auf Augenhöhe die alles gegeben haben.

  9. 12. Mai 2019 at 19:32 —

    Man hat den Unterschied gesehen zwischen einem gelernten Boxer mit guter Amateurschule und einem ehemaligen Kickboxer, der außer Herz und gutem Willen nicht viel zu präsentieren hatte. Klar, aufgrund seiner mangelnden Power und seines extrem konventionellen, langweiligen Kampfvortrags wird Härtel international nicht viel reißen. Aber für den feigen Butz reichts trotzdem noch ohne jede Kampfvorbereitung. Mit so etwas kann man sich auch ein wenig die Kasse aufbessern. Gegen Zeuge und Yildrim würde ich ihn auch nicht komplett chancenlos sehen.

  10. 12. Mai 2019 at 21:30 —

    Stefan Härtel ist nicht aufs Boxen angewiesen.
    Er hat auf Lehramt Sport und Geschichte studiert.

    • 12. Mai 2019 at 23:21 —

      Meine Güte.Mit so einer Intelligenz,Schönheit und Klugheit gesegnet und trotzdem hat er sich fürs Boxen entschieden. Stefan “The Brain” Härtel.Der Mann für alle Belange.🤓🤓

  11. 12. Mai 2019 at 21:38 —

    Dies unterscheidet ihn von den meisten Boxern.

  12. 12. Mai 2019 at 22:00 —

    Fand den kampf durchaus unterhaltsam. genau das muss man machen. kämpfe auf Augenhöhe zwischen 2 hier bekannten Boxern. mit Rückkämpfen, turnieren etc. wenn man den Boxsport noch retten will in Deutschland. zeuge, feigenbutz, brähmer und noch eine andere können sich noch 5-6 kämpfe lang um die em kloppen. das brächte gute Zuschauerzahlen und Interesse und das braucht das boxen in Deutschland derzeit am meisten.

  13. 12. Mai 2019 at 22:07 —

    Bei vielen Boxern ist nach der Karriere meistens Schluss, da sie weder eine Ausbildung noch ein Studium vorweisen können.
    Anders bei Stefan Härtel.
    Lehramtskräfte werden derzeit verzweifelt gesucht.

  14. 13. Mai 2019 at 13:56 —

    Härtel soll lieber Schüler unterrichten oder endlich als Aufbaugegner für bessere Boxer herhalten. Wenns mit dem Boxen in Deutschland besser werden soll brauchen wir mehr Härte. Über so ein Kampf härtel vs krasniqi lachen sich die Amis ins Knie.

  15. 13. Mai 2019 at 15:33 —

    Deshalb hat Boxen in der breiten Bevölkerung auch einen so schlechten Ruf.
    Boxen sollte nicht aus hirnloser Klopperei, sondern anteilig auch zu einem Großteil aus Technik bestehen.

    Boxen heißt Faustfechten!
    Wer kloppen will gehört nicht in den Boxring.

    • 13. Mai 2019 at 15:50 —

      Fechten? Ich bin froh, dass Typen Lennox Lewis oder Tyson von Fechten nichts wussten.
      Athletik, Kraft, Geschwindigkeit, Ausdauer, Killerinstinkt…Fechten? hmmm…

      • 13. Mai 2019 at 17:02 —

        man sieht, dass du vom fechten keine ahnung hast Athletik, Geschwindigkeit, Ausdauer, Killerinstinkt braucht man alles beim fechten. und auch kraft, aber auch präszision, auge und geduld und kampfintelligenz.

  16. 13. Mai 2019 at 17:49 —

    Sportsfreund “Adrenalinmonster”
    Laut DUDEN ist die Bedeutung für “Faustfechten” Boxen”.

    • 13. Mai 2019 at 20:04 —

      Und wenn mich meine kleine Nichte fragte, was ich morgens auf der Toilette gemacht habe, dann sage ich auch ‘Pupskacka’ anstatt ‘ich habe den größten Scheißhaufen der Welt in die Schüssel gedonnert’

  17. 13. Mai 2019 at 17:53 —

    “Sehr gut” definiert Sportsfreund “Brennov”!

  18. 13. Mai 2019 at 19:55 —

    Ich nehme an, dass die die Antwort von Brennov nicht gefällt, da sehr gut in “” gesetzt wurde.

  19. 13. Mai 2019 at 20:51 —

    Falsch gedacht.
    In diesem Fall bedeuten die Anführungszeichen nur die Hervorhebung eines Wortes respektive einer Wortgruppe.

  20. 14. Mai 2019 at 08:17 —

    Mache ich bei jedem Nickname Sportsfreund “Adrenalinmonster”.

  21. 14. Mai 2019 at 09:28 —

    Gewisse Studenten sollten mal wieder einen Hörsaal besuchen und nicht dauernd ihre Vorlesungen schwänzen.

  22. 14. Mai 2019 at 09:44 —

    Anstatt den ganzen Tag im Boxforum herum zu posten.

  23. 14. Mai 2019 at 10:26 —

    47 Dienstjahre reichen doch wohl!

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