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Gvozdyk schlägt Stevenson – Ex-Weltmeister auf Intensivstation

Ein Beitrag von F. W.

Gvozdyk schlägt Stevenson – Ex-WM auf Intensivstation 

Nach seiner Niederlage gegen Oleksandr Gvozdyk befindet sich Ex-Weltmeister Adonis Stevenson auf der Intensivstation. Sein Zustand sei kritisch, teilte Stevensons Promoter Yvon Michel mit, nachdem Stevenson in einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden war.
Beide Kämpfer starteten relativ verhalten, Stevenson anfangs der aktivere Mann, aber Gvozdyk präsentierte sich gut eingestellt, Aktionen des Weltmeisters konnte er vermeiden, mit seinem eigenen linken Jab versuchte der 31-jährige den 10 Jahre älteren Weltmeister auf Distanz zu halten. Stevenson zeigte sich durchaus aggressiv, die Fans in der Halle quittierten das mit Applaus und „Superman“-Rufen, Stevensons Kampfnamen.
Oleksandr Gvozdyk war der Respekt vor seinem Gegner anzumerken. In der Pause zur zweiten Runde nahm Gvozdyks Trainer Teddy Atlas seinen Boxer ins Gebet, Stevenson würde jetzt schon anfangen, Fehler zu machen, so Atlas, aber Gvozdyk müsse sich besser bewegen, öfter nach links rausgehen. Trotzdem kam Stevenson auch in Runde zwei weiterhin gut mit seiner Linken durch. Gleich zu Beginn der dritten Runde erwischte konnte der Herausforderer allerdings eine Rechte landen, die Stevenson fällte. Ringrichter Michael Griffin sah es anders und befand:„Ausrutscher“, eine Entscheidung, die augenscheinlich auch Stevenson überraschte. Trotz des Niederschlags kam Stevenson gut wieder zurück in den Kampf, aber das Blatt schien sich gewendet zu haben, auch wenn Atlas nicht wirklich zufrieden mit seinem Schützling Oleksandr Gvozdyk war, ihm in den Ringpausen „Faulheit“ vorwarf und dass er zu wenige Jabs schlagen würde.
Etwa ab Runde sechs war Stevenson dann anzumerken, dass er der der ältere Boxer war. Er wurde langsamer, während Gvozdyk das Tempo anziehen konnte, aktiver wurde und nun die Mehrzahl der Treffer für sich verbuchte. Stevensons Trainer forderte „Superman“ auf, mehr zum Körper zu gehen: „Left hand, right hook!“ wünschte sich Trainer Javan “Sugar” Hill, aber sein Boxer  konnte das nicht so umsetzen, wie von der Ecke gewollt. In Runde 10 schien Stevenson so etwas wie die „zweite Luft“ zu bekommen, konnte mit einer krachenden Linken kurzzeitig sogar Wirkung bei Gvozdyk erzielen, der daraufhin in die Seile taumelte, aber sofort wieder in den Kampf zurückkam und selber gute Treffer anbringen konnte. Eigentlich ein Niederschlag für Stevenson, denn nur die Ringseile hatten Gvozdyks Fall gebremst, aber der Ringrichter ließ weiterboxen. Das Ende kam dann in Runde 11: gleich dreimal konnte „The Nail“ den Weltmeister mit Schlagserien vor sich hertreiben, die dritte endete dann mit einem Niederschlag. Der Referee beendete daraufhin den Fight, ohne Stevenson anzuzählen.
Mit seinem Sieg sicherte sich Oleksandr Gvozdyk den Titel als WBC-Weltmeister. “Dieser Sieg bedeutet mir alles”, sagte Gvozdyk. “Ich habe mein ganzes Leben dafür trainiert und heute Abend hat sich die harte Arbeit gelohnt.” Man darf gespannt sein, ob sich der neue Weltmeister für die nahe Zukunft einen Vereinigungskampf gegen Dmitry Bivol, Eleider Alvarez oder Artur Beterbiev auf den Wunschzettel geschrieben hat.
Wir wünschen dem neuen Weltmeister spannende Kämpfe für die Zukunft und dem ehemaligen Champion Adonis Stevenson von hier aus alles Gute und gute Besserung!
Stevenson war seit 2013 WBC-Champion  und hatte seinen Titel neunmal erfolgreich verteidigt.
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2 Kommentare

  1. 3. Dezember 2018 at 16:15 —

    Das Stevenson endlich seinen Meister gefunden hat und durch Ko verloren hat, fand ich ja noch recht gut, aber das er jetzt in ein künstliches Koma versetzt wurde und Gehirnblutungen hat ist tragisch!
    Auch sollte mal erwähnt sein das die Punktwertung nach 10 Runden einen Skandal gleich kam, 2 Punktrichter hatten Stevenson vorne, einer gar mit 98:92, der 3. Punktrichter hatte es unentschieden.

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