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Groves und Spence jr siegen in Sheffield

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werden die britischen Fans das Event in Sheffield gestern Abend in Erinnerung behalten. Es war wie so oft im Boxsport: Triumph und Drama liegen dicht beeinander. Wenigstens waren die Kampfentscheidungen eindeutig und unumstritten. George Groves wurde im 4. Anlauf endlich Weltmeister, sogar WBA Superchamp im Supermittelgewicht. Heimboxer Kell Brook musste sich dem Amerikaner Errol Spece geschlagen geben und verlor seinen IBF-Gürtel im Weltergewicht.

Die Vorgeschichte zum Kampf um dem WBA-Superchamp Titel ist hinreichend bekannt. Der vakante Titel sollte zwischen #1 (Chudinov und #2 (Groves) ausgeboxt werden. Den regulären Titel trägt Sauerland-Boxer Tyron Zeuge. Was die Zuschauer in Sheffield zu sehen bekamen, war eine Glanzleistung von „Saint George“ Groves und ein taktisch völlig falsch agierender Chudinov. Offenbar glaubte der Russe daran, dass Groves sich an ihm abarbeitet und dann nachlassen wird. Er nahm einfach Alles, was von Groves geflogen kam und genau das war viel zu viel. Selbst als es für den Russen immer enger wurde, war er nicht klug genug, wegzulaufen, zu klammern oder sich eine Pause zu verschaffen. Es ist Ringrichter Steve Gray zu verdanken, dass er seiner Verantwortung gerecht wurde und Chudinov in Runde 6 aus dem Kampf nahm.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Boxer glaubt Alles zu verkraften was der Gegner abfeuert, sieht man am Ergebnis von Groves letztem Kampf gegen Eddy Gutknecht. Weder der Ref, noch seine Ecke oder er selbst sahen ein, wie sinnlos der Kampf geworden war. Gutknecht und seine Familie haben nun sein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen. Neuer WBA Superchamp ist George Groves. Man kann gespannt sein, wie es ausgeht, wenn er im Rahmen der WBA-Titelzusammenlegung gegen den regulären Weltmeister kämpfen wird. Gute Geste von Groves: Er hielt nach dem Kampf eine Rede und widmete dabei den WM-Titel Eddy Gutknecht.

Der andere Hauptkampf der Veranstaltung ging nicht gut für den Heimboxer Kell Brook aus. Der IBF-Champ verlor seinen Titel an Errol Spence jr. Der Gast aus den USA begegnete dem Champ von Beginn an auf Augenhöhe. Viele der geboxten Runden waren schwer zu bewerten. Je länger der Kampf andauerte, um so besser konnte Spence sich gegen Brook durchsetzen. Spence profitierte dabei von einer Schwellung an Brooks linkem Auge, die ihm zunehmend die Sicht nahm. Brook kassierte zu viel und musste in Runde 10 Knie nehmen um sich etwas Luft zu verschaffen. In Runde 11 das gleiche Bild. Es muss für Brook ein erbärmlicher Moment gewesen sein, in seiner Heimatstadt vor dem Herausforder auf die Knie zu gehen und sich aus dem Kampf nehmen zu lassen. Auch hier war die Entscheidung den Kampf zu beenden richtig. Die Annahme, es wäre dem Gewichtswechsel von Brook geschuldet, dass er verloren hat, ist schlichtweg Quatsch. Brook hat angeblich wieder die gleiche Verletzung des Augenhöhlenknochens, nur diesmal links.

Man kann durchaus sagen, dass Spence jr mit dieser Leistung endgültig in Reihe 1 des Weltergewichts angekommen ist. Im Überschwang seines Sieges und mit dem IBF-Gürtel um den Hüften, verlangt er jetzt einen Kampf gegen WBA- und WBC-Champ Keith Thurman. Ob und wann es dazu kommt, wird sich zeigen.

 

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3 Kommentare

  1. 28. Mai 2017 at 18:13 —

    Groves hat gestern eine beeindruckende Leistung hingelegt, das hätte ich ihm so nicht zugetraut, allerdings hat Chudinov, wie es auch schon im Bericht steht, eigentlich alles falsch gemacht!
    Dennoch bin ich skeptisch das sich Groves auf lange Sicht in der Weltspitze behaupten kann, für Tyron “Valium” Zeuge reicht es aber allemal!

    Kell Brook hat einen guten Kampf geliefert, aber es gibt immer einen der besser ist!
    Und entweder er hat wieder einen Bruch am Augenhöhlenknochen oder es war die Psyche die ihn zur Aufgabe bewegt hat, denn wenn man mal solch eine Verletzung hatte denkt man immer wieder daran, während des Kampfes, wenn man ständig harte Schläge aufs Auge bekommt und es sah ja auch wirklich nicht gut aus!

  2. 29. Mai 2017 at 22:16 —

    Ich frage mich immer noch, war Groves letzten Samstag so gut und bestens auf seinen Gegner eingestellt oder hat er nur gewonnen weil Chudinov die völlig falsche Taktik gewählt hat?

    • 30. Mai 2017 at 03:24 —

      Fedor chudinov war schon immer überschätzt.Nur weil er gegen Sturm besser aussah? Sorry der hatte nie ne gute Deckung und war statisch in meinen Augen. Mir war vornerein klar das Groves ihn per tko besiegt. Selbst Abraham täte das gegen Chudinov. Chudinov ist total überschätzt. Er hat ne hohe workrate ja.Aber eine miserable defensive.Der hatte Glück das er gegen Sturm kämpfte dessen Defensive den seinen in nichts nach stand. Groves wußte das. Und Chudinov wird gegen jeden Gegner mit guter Deckung alt aussehen.Das ist Fakt.Seine Arroganz und mangelnde Deckungsarbeit besiegeln seine Niederlagen heute und auch in Zukunft.

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