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Goyat verletzt, Khan gegen Dib

Goyat verletzt, Khan gegen Dib

Nachdem sein ursprünglicher Gegner, der Inder Neeraj Goyat, am Dienstagabend einen Autounfall hatte, wird Amir Khan am 12. Juli im saudi-arabischen Jeddah gegen den Australier Billy Dib antreten. Goyat soll sich schwere Verletzungen an seinem Kopf und dem linken Arm zugezogen haben, Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

“Ich hoffe, Neeraj erholt sich schnell und wird wieder völlig gesund”, sagte Khan, als er von Goyats Unfall erfuhr und äußerte sich auch über seinen neuen Gegner: „Billy ist zweifacher Boxweltmeister und wird gegen mich antreten, genau wie ich es mit Canelo Alvarez getan habe.”

Dib, der eigentlich nach einer Niederlage gegen Tevin Farmer 2018 schon seine Handschuhe an den Nagel gehängt hatte, war im April 2019 mit einem Sieg über den thailändischen Journeyman Surachet Tongmala zurückgekommen und freut sich nun über die Ansetzung: „Im Leben gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten, um etwas Monumentales zu tun … das ist mein Rocky-Moment.” sagte Dib, wenngleich die Chance auf einen Sieg Dibs wohl gleich null ist.

Zwar ist der Australier um Klassen besser als Goyat, Dib hat aber noch nie über junior lightweight, also 130 lb – sprich: 58,97 kg – geboxt, während Khan schon mit bis zu 155 lb im Ring „unterwegs“ war. Wie Dib bekanntgab, soll der Kampf gegen Khan bei 147 lb stattfinden: “Ich bin mir des Risikos voll bewusst, aber am Ende bedauern wir nur die Risiken, die wir nicht eingegangen sind!”

Dass in einem Ländervergleich zwischen Indien und Pakistan nun ein Boxer aus Australien antritt, mutet zwar befremdlich an, liegt aber vermutlich daran, dass Boxen in Indien eher eine Randsportart ist.

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Schon Goyat – wenngleich Indiens Nummer 1 – war kein ernstzunehmender Gegner für Khan, auch wenn er der erste indische Boxer sein soll, der es jemals in die WBC-Weltrangliste geschafft hat. Da „gleichwertiger“ Ersatz für Goyat wohl unter der mittlerweile 15 Köpfe zählenden Profiweltergewichtlerschar Indiens  nicht zu finden war, muss nun Dib seinen Kopf hinhalten. Sicher eine bessere Wahl als Pardeep Kharera, der 23-jährige ist mit einer Bilanz von 5-4-0 Indiens Nummer 2 im Weltergewicht.

Indiens Medien sind im Übrigen der Meinung, dass der Unfall von Neeraj Goyat nur einen Grund hätte: indische Boxer seien verhext. Der „Beweis“: nicht nur Goyats Kampf sei nun wegen Verletzung abgesagt worden, auch das für den 12. April geplante USA-Profidebüt von Indiens Starboxer Vijender Singh (10-0-0) wäre wegen einer Verletzung bislang nicht zustande gekommen.

Für die saudi-arabischen Boxfans wird der Ausfall von Neeraj Goyat vermutlich keine Rolle spielen. Wenn man sich die Berichterstattung der saudi-arabischen Medien zu Gemüte führt, kann man ohnehin den Eindruck bekommen, dass die sportlichen Leistungen eher eine untergeordnete Rolle spielen werden.

Hier ein kleiner Auszug: Khan, der zweimaliger Weltmeister und olympischer Silbermedaillengewinner ist und als “größte muslimische Persönlichkeit im Sport seit Muhammad Ali” bezeichnet wird, wird der erste hochkarätige muslimische Boxer sein, der sein Können in der King Abdullah Sports City in Dubai unter Beweis stellen wird.

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2 Kommentare

  1. 27. Juni 2019 at 10:27 —

    ….und nicht zu vergessen das es in dem Kampf um die WBC-Pearl-Meisterschaft geht…..was auch immer das zu bedeuten hat!?

    Ach ja, Canelo Alvarez ist ab sofort WBC-Franchise- Champ im Mittelgewicht, die Regularien sind lustig oder eher traurig… Jermall Charlo ist somit vollwertiger WBC-WM.

    Der ganze Titelwahnsinn ist doch verrückt, wer soll denn da noch durchblicken?

  2. 27. Juni 2019 at 10:36 —

    Die Verbände feiern sich selber … und verdienen.
    Ich war so frei, den WBC-Pearl-Gürtel mal wegzulassen, auch wenn
    er “dem Sieger dieses Kampfes als Zeichen des Friedens bei der Entwicklung des Boxsports in den beiden großen Ländern Pakistan und Indien überreicht” werden wird.
    Dib war mir nicht indisch genug 😉

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