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Golovkin – ist Banks der richtige Mann?

Golovkin – ist Banks der richtige Mann?

Nachdem sich Gennady Golovkin und sein langjähriger Trainer Abel Sanchez getrennt haben, steht seit ein paar Tagen der neue Trainer fest: der 37-jährige Johnathon Banks ist jetzt der Coach von GGG. Mit den Worten „Ich möchte euch meinen neuen Trainer Jonathan Banks vorstellen. Ich bin sicher, dass unsere Zusammenarbeit bald Früchte bringen wird.“ führte Golovkin auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz seinen neuen Trainer ein.

Der erste Kampf „unter Banks` Regie“ wird bereits in einem Monat steigen (KLICK) und auch, wenn Golovkin schon zwei Wochen vor der offiziellen Bekanntgabe mit Banks zusammengearbeitet hat, muss man sich fragen, ob der neue Trainer auf die Schnelle etwas ändern kann.

Kritiker werfen Golovkins langjährigem Trainer Abel Sanchez vor, er habe GGG auf seine Schlagkraft „reduziert“ und andere boxerisch relevante Dinge vernachlässigt. Wenn man sich ältere Videos von Golovkin ansieht, kann man durchaus diesen Eindruck bekommen.

 

 

Auch Vasyl Lomachenko soll einmal in einem Interview gesagt haben, dass Golovkins Stil eindimensionaler geworden sei und er zu viele Treffer nehmen würde.

Abzuwarten bleibt nun, inwieweit Jonathon Banks in der Lage ist, Golovkin positiv zu beeinflussen. Anscheinend sieht auch GGGs neuer Trainer Golovkins Schlagkraft als kampfentscheidend an: er wolle ihn dazu bringen, mehr zu schlagen, erklärte Banks, wobei er allerdings mehr Kombinationen statt einzelner Powershots sehen möchte.

Das Duo arbeitet in einem Fitnessstudio in Big Bear Lake zusammen, nicht allzu weit von Abel Sanchez` Summit Gym entfernt, in dem Golovkin jahrelang trainiert hat. Ziel ist wohl ein dritter Kampf gegen Canelo Alvarez, gegen den GGG bereits zweimal und nicht ganz unumstritten verloren hat: “Die beiden Kämpfe, die Gennady mit Canelo geführt hat, erinnerten mich an die beiden Kämpfe zwischen Sugar Ray Leonard und Tommy Hearns. Diese Kämpfe hatten dasselbe Kaliber. Ich kann es kaum erwarten, dass Gennady noch einmal auf ihn trifft.”

Laut Tom Loeffler, dem Geschäftsführer von GGG Promotions, sei nie ein anderer Trainer als Banks in der Diskussion gewesen. Banks wiederum erklärte, er habe einen Anruf vom Golovkin-Team bekommen und sofort ‚Ja‘ gesagt: “Ich war schon immer ein Fan von Triple G, seit ich ihn als Amateur gesehen habe. Ich erinnere mich an ihn bei den Olympischen Spielen und dachte, er hat enormes Talent”, sagte Banks.

Banks war selber als Profiboxer von 2004 bis 2014 aktiv. Trainiert wurde er von Emanuel Steward in dessen Kronk-Gym in Detroit. Als Steward – der ebenfalls Trainer von Wladimir Klitschko war – im Jahr 2012 starb, fragte Klitschko an, ob Banks, mit dem er bisher gesparrt hatte, sein Coach werden könne. Auch Boxweltmeisterin Cecilia Braekhus wird seit einigen Jahren von Banks trainiert.

Ob das allerdings ausreicht, um GGG wieder ganz nach vorne zu bringen, bleibt abzuwarten. Viele Boxfans sind skeptisch und trauen Banks das nicht zu. Er sei nicht ausreichend qualifiziert, die Wahl sei lediglich aus Kostengründen auf Banks gefallen und der habe bislang nicht unter Beweis gestellt, dass er ein guter Trainer sei, ist in den verschiedenen Boxforen zu lesen.

Fakt ist, dass Golovkin mittlerweile 37 Lenze zählt und seinen von kraftvollen Einzelschlägen geprägten Kampfstil, der sich im Laufe von rund 350 Amateur- und 40 Profikämpfen entwickelt hat, möglicherweise gar nicht mehr umstellen kann. „Luft nach oben“ wäre vorhanden: die Defense, die Beinarbeit, die Geschwindigkeit – hier könnte Banks ansetzen.

Im Interview mit dem Sportsender ESPN erklärte GGG, dass Johnathon Banks seine Boxfähigkeiten auf „den nächsten Level“ bringen würde: “Ich möchte auf dem aufbauen, was ich bereits erreicht habe, und mich als Boxer weiter verbessern”, sagte Golovkin. „Johnathon bringt mir neue Fähigkeiten bei, die mir dabei helfen, diese Ziele zu erreichen. Ich glaube an die Unterrichtsmethoden von Johnathon. Wir arbeiten hart und ich freue mich darauf, der Welt etwas Besonderes zu zeigen, wenn ich am 8. Juni eine Big Drama Show ins Madison Square Garden bringe.“ Man darf gespannt sein.

 

Böse Zungen behaupten allerdings, GGG hätte nicht nur seinen Trainer, sondern auch seinen Bekleidungsberater wechseln müssen …

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8 Kommentare

  1. 6. Mai 2019 at 16:14 —

    Na ja, Golovkin ist jetzt 37 Jahre alt und ob er seinen Boxstil noch mal grundlegend ändern kann/ wird bezweifle ich schon stark, egal wer ihn trainiert.

    Nach dem Motto, einen alten Hund kann man keine neuen Tricks beibringen.

  2. 6. Mai 2019 at 17:38 —

    Was für ein schwachsinniger Artikel. Machmal glaube ich die Artikelschreiber hier haben überhaupt keine Ahnung von Boxsport. Ich selber bin seit meinem 14 Lebensjahr Kampfsportler.Golovkin hat über 300 Amateurkämpfe hinter sich.Er hat längs seinen eigenen Still entwickelt.Ein Trainer kann ihm nichts mehr beibringen außer das normale Pratzentraining und irgendwelche Tipps.Mehr auch nicht.

  3. 6. Mai 2019 at 20:15 —

    @ Carlos2012
    Was für ein schwachsinniger Kommentar. Manchmal glaube ich, die Leser hier haben überhaupt keine Ahnung von Boxsport.

    Vielleicht möchtest Du die Meldung von Werner Kastors Tod ähnlich kommentieren, Du “Fachmann”!

    • 7. Mai 2019 at 08:04 —

      You can’t teach an old dog new tricks.

      • 7. Mai 2019 at 13:03 —

        Doch. Ich habe einen Hund vererbt bekommen von meiner toten Schwiegermutter. Er war ein Kläffer und sehr aggressiv. Ist ständig auf andere Hunde losgegangen. Er ist über 13 Jahre alt.
        Und jetzt? Wedelt mit dem Schwanz, wenn er einen anderen Hund sieht und spielt mit Ihnen. Kläfft gar nicht mehr. Bleibt jetzt von alleine an der Straße stehen und setzt sich hin und wartet auf das Kommando, um die Straße zu überqueren.
        Doch, doch.

  4. Ach gut zu wissen, dass meine Jacke die ich zum Karneval 1997 im Altkleidercontainer entsorgt hatte, dort gelandet ist wo sie am dringendsten gebraucht wurde.

  5. 7. Mai 2019 at 11:15 —

    Man muss bzw. kann ihm nicht das Boxen neu beibringen. Das ist schon richtig. Aber man kann taktisch und auch technisch an Schrauben und Schräubchen drehen, und somit entscheidendes ändern.
    Er hat eine hervorragende Ausbildung als Amateur, eine variable, vielseitige Technik. Man muss ihn nichts Neues mehr beibringen – er kann bereits alles. Seine Eindimensionalität ist der Taktik zu verschulden. Das lässt sich ein wenig ändern. Mehr schlagen, weniger Powerpunches, ein wenig mehr Beweglichkeit im Oberkörper, und schon sieht die Sache ganz anders aus.
    Er besitzt eine enorme Ringintelligenz und hat ein riesen Boxerherz. Ich finde schon, dass da noch ein paar richtig gute Kämpfe für ihn drinne sind.

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