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Golden-Contract-Turnier: Serge Michel trifft auf Liam Conroy

Der Comeback-Termin von Serge Michel steht seit Mittwochabend fest: Der Boxprofi aus Traunreut trifft am Mittwoch, den 30. September 2020, in London im Semifinale des hochkarätigen Golden-Contract-Turniers auf den britischen Lokalmatador Liam Conroy. Da Michel bei der Auslosung den goldenen Ball gezogen hatte, quasi Losglück hatte, durfte er sich seinen Gegner selbst aussuchen. Das andere Semifinale, am 26. September 2020 in Riga, bestreiten Ricards Bolotniks (Lettland) und Hosea Burton (England).

Gewinnt der „Bavarian Sniper“ Michel, der im Dezember 2019 mit einem spektakulären Sieg gegen den Schotten Tommy Philbin ins Halbfinale einzog, das Turnier, winkt ihm ein Fünf-Kämpfe-Vertrag in den USA bei Top Rank, dem weltweit größten Promoter. Nicht zuletzt deshalb hat der 31-jährige Halbschwergewichtler sein Ziel genau im Visier und feilt hartnäckig und konzentriert an seiner  Form.

„Die Halbfinal-Absage im März dieses Jahres war wie ein Tiefschlag mit anschließendem Leberhaken“, erinnert sich Michel, zumal er „damals ja bereits in England war und gehofft hatte, dass der Kampf trotz Corona stattfinden kann.“ Doch daraus wurde nichts, stattdessen folgte eine lange Pause. Die hat er jüngst zu einem zweiwöchigen Höhentrainingslager im „Athletik-Camp Austria“ in Tirol genutzt, wobei er ebenso wie sein jüngerer Bruder Fedor von Vater Eduard Michel professionell gecoacht wurde. „Eduard ist ein Perfektionist und Idealist“, sagt Johann Wilhelm, Abteilungsleiter vom Heimatverein der Michels, dem TuS Traunreut. „Er hat ja seinen Sohn von Anfang an trainiert und viele große Erfolge mit ihm erarbeitet.“

Am vergangenen Dienstag fuhr Serge Michel zum Sparring nach München, in diesen Tagen werden nun einige internationale Partner in Traunreut erwartet. „Und ab Montag bin ich dann wieder für 14 Tage im Camp in Tirol, zu einer intensiveren Phase“, erklärt der Olympia-Teilnehmer von 2016. Den athletischen Part der Vorbereitung in der Alpenrepublik übernimmt übrigens Jopo Pötschger, ein weltweit anerkannter Personal- und Fitnesscoach, der neben zahlreichen Spitzenathleten auch viele Prominente unter seinen Fittichen hat. 

Serge Michel trennt sich von O1NE.Sport

Neuigkeiten gibt es nicht nur, was den nächsten Auftritt im Ring betrifft, sondern auch in puncto Management: Serge Michel hat nämlich den ausgelaufenen Vertrag mit der O1NE.Sport GmbH unter der Leitung von Daniel Todorovic und Marius Schulze nicht verlängert. „Ihnen gilt mein Dank für die schöne Zeit und den Grundstein, den sie für mich gelegt haben, damals  nach meiner Niederlage gegen Ryan Ford“, betont der „Bavarian Sniper“.

Bei so einer Zusammenarbeit verhalte es sich manchmal „wie in einer Beziehung“, erklärt der Traunreuter. „Man liebt sich, aber beide Seiten haben das Gefühl, dass es da draußen noch etwas anderes gibt und es eventuell besser wäre, sich neu zu orientieren.“ O1NE.Sport sei „ein großartiges Unternehmen“ und habe noch viel vor, sagt Michel, der nächste Woche sein 32. Wiegenfest feiert. Das  Verhältnis zur O1NE.Sport-Führung bleibe „weiterhin freundschaftlich“, ergänzt er.

Ganz ohne Wegbegleiter „wird es aber nicht gehen“, weiß der Halbschwergewichtler, der diesbezüglich auf TuS-Abteilungsboss Johann Wilhelm (seit zehn Jahren in Trostberg wohnend) setzt. Dieser soll dafür sorgen, „dass ich mich voll und ganz auf den Sport fokussieren kann und mir alle organisatorischen Aufgaben rund um das Business abgenommen werden“.

„Ich kenne Serge bereits aus Kindertagen und habe seine Karriere begleitet“, sagt Wilhelm, der den „Sniper“ in dieser Zeit auch bei der Sponsorensuche und der Koordination mit Verband und Olympiakader unterstützt hat. „Bei den Amateuren haben wir Serge als Team in die Weltspitze geführt. Bei den Profis hat jetzt O1NE.Sport den Grundstein gelegt. Darauf wollen wir aufbauen, ich freue mich auf diese Herausforderung“, so Wilhelm. 

Foto: red/privat/Wilhelm

Quelle: PR Serge Michel

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