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Giovanni de Carolis vs Khoren Gevor – Zweifel am Urteil

Khoren Gevor, der mittlerweile 39-jährige Wahlhamburger mit armenischer Abstammung, ist dem deutschen Publikum hinreichend bekannt. Besonders eingeprägt haben sich seine Reaktionen, wenn er sich nach einem Kampf vom Kampfgericht seiner Meinung nach betrogen fühlte und den Ref attackierte. Seit einigen Jahren ist Khoren Gevor hauptsächlich als Trainer tätig. Seine beiden Stiefsöhne Noel und Abel sind ebenfalls Boxer und werden von ihm trainiert. Auch Noel Gevor musste schon die Erfahrung machen, vom Kampfgericht benachteiligt zu werden.

Zu Giovanni de Carolis muss man nicht viel sagen. Er wurde durch mehrere Kämpfe gegen Sauerland-Boxer bekannt und verdiente in Deutschland gutes Geld. Er besiegte Vincent Feigenbutz und holte die Titel der Verbände WBA und GBU kurzzeitig nach Italien um sie dann später an Tyron Zeuge zu verlieren. Danach absolvierte er 4 Kämpfe, von denen er 3 gewann. In seinem letzten Kampf gegen Dragan Lepei (Rumänien / Italien) holte er sich den vakanten WBC-“International“ Gürtel. Um diesen Titel ging es auch am Freitag in Ostia im Kampf gegen Khoren Gevor.

Schaut man sich diesen Fight in voller Länge an, kann man das Urteil kaum nachvollziehen. Wie es aussieht, hat hier wieder einmal Heimvorteil zugeschlagen. Gevor war von Beginn an der aktivere Boxer. Jedes mal wenn De Carolis etwas in Bedrängnís kam, trennte Ringrichter Jürgen Langos die Boxer. Khoren Gevor war über die volle Distanz auf Angriffsmodus und landete jede Menge Treffer. Giovanni de Carolis schien allerdings von vorn herein zu wissen, dass er nur über die Runden kommen muss, um diesen Kampf zu gewinnen. Selbst in Runde 12 kam vom Italiener viel zu wenig Initiative, um seinen Gürtel halbwegs eindrucksvoll zu verteidigen.

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Einen Schönheitspreis hat dieser Kampf nicht verdient. Dennoch sollte es an einem soliden Arbeitssieg von Khoren Gevor keinen Zweifel gegeben haben. Giovanni de Carolis war einfach zu inaktiv und hat 12 Runden lang mehr kassiert als ausgeteilt. Dass er am Ende doch als Sieger dasteht, ist niederschmetternd.

Khoren Gevor sagte nach dem Kampf: „Du kannst in Italien nicht gewinnen. Vor allem nicht mit einem deutschen Ringrichter.“ Gemeint ist Jürgen Langos, der augenscheinlich klar auf der Seite von de Carolis stand. Es sah so aus, als wollten die Italiener unbedingt verhindern, dass Gevor zu einem Sieg kommt. In seiner Ecke gab es nicht einmal ein Kühleisen oder einen Eisbeutel, mit denen er in den Ringpausen hätte behandelt werden können. 

Wer sich den Kampf in voller Länge anschaut, kommt zu seinem eigenen Urteil. Mehr als 3 oder 4 Runden kann man de Carolis wohl nicht geben. Khoren Gevor wurde wieder einmal um den verdienten Sieg gebracht.

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9 Kommentare

  1. 22. Juni 2019 at 13:44 —

    Machen wir uns nichts vor, jeder Heimboxer ist im Vorteil.

    Und wenn er auf Nummer sicher gehen und auswärts gewinnen will, muss er seinen Gegner K.O. schlagen…dann reicht es ggf. zum Unentschieden.

  2. 22. Juni 2019 at 14:07 —

    Giovanni hatte die härteren Treffer,
    oder wie hat man nochmal die Punktsiege von
    Bratkartoffel-Arthur gerechtfertigt?

  3. 22. Juni 2019 at 19:21 —

    „In seiner Ecke gab es nicht einmal ein Kühleisen oder einen Eisbeutel, mit denen er in den Ringpausen hätte behandelt werden können.“

    Das ist doch nicht die Aufgabe des Veranstalters, sondern von Team Gevor, daran zu denken. Vor allem wenn man weiß, dass man auf solch einer Provinzveranstaltung kämpft.

    Giovanni hat die klareren Hände geschlagen und aufgrund seiner Ring Generalship verdient gewonnen – so wie Vinzent Feigenbutz im ersten Kampf gegen de Carolis.

  4. 22. Juni 2019 at 19:49 —

    Das mit den Kühleisen kann ich gerade noch so akzeptieren…

    ABER das:

    “Giovanni hat die klareren Hände geschlagen und aufgrund seiner Ring Generalship verdient gewonnen – so wie Vinzent Feigenbutz im ersten Kampf gegen de Carolis.”

    halte ich für einen schlechten Witz. Die Ringdominanz lag fast in jeder Runde bei Gevor.

    • 22. Juni 2019 at 21:08 —

      Giovanni hatte Heimvorteil &
      er war Titelverteidiger &
      er hatte die härteren Treffer,
      das hab ich von Wilfried, Kalle, Ulli, Tobias & Co gelernt,
      von daher geht das Urteil mMn in Ordnung

  5. 23. Juni 2019 at 10:19 —

    Da hätte gevor schon mehr bringen müssen um zu gewinnen

  6. 24. Juni 2019 at 03:50 —

    Hatte es vorher schon geschrieben, um in Italien zu gewinnen hätte Gevor durch Ko gewinnen müssen!
    Können sich 3 Punktrichter so irren……………………..? Habe schon heftigere Fehlurteile gesehen, ein Unentschieden wäre vielleicht ganz ok gewesen!?

  7. 24. Juni 2019 at 13:00 —

    Hier müssten strengere Regeln her.
    Einen Heimvorteil darf es einfach nicht geben, also gehört er rigoros abgeschafft.

  8. 27. Juni 2019 at 15:33 —

    also für mich gevor klar nach Punkten gewonnen.

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