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Giovani Segura stoppt Manuel Vargas nach sieben Runden

Im ersten Kampf nach dem größten Sieg seiner Karriere lieferte Giovani Segura in Mexiko eine erwartet dominante Vorstellung gegen Manuel Vargas ab, der nach der siebten Runde nicht mehr aus seiner Ecke kam. Ende August hatte Segura in einem Titelvereinigunskampf Ivan Calderon dessen erste Niederlage zugefügt, als er ihn in der achten Runde KO schlug. Gegen Vargas standen am Samstag die beiden Titel nicht auf dem Spiel, da der Kampf über dem Halbfliegengewichtslimit stattfand.

Eigentlich sind von Giovani Segura nicht viele Überraschungen zu erwarten, was seinen Boxstil angeht. Er boxt äußerst aggressiv, versucht mit beinahe jedem Schlag den Gegner niederzustrecken und ist dabei ziemlich wild und waghalsig. Doch gegen Manuel Vargas kam der 28-jährige Mexikaner zur ersten Runde etwas anders heraus. Beinahe die komplette Runde bestritt er ungewohnterweise als Rechtsausleger, was er gegen Ivan Calderon bereits ab und zu gemacht hatte, und schlug zudem ein niedrigeres Tempo ein als man es von ihm gewohnt ist. Es wirkte fast so, als wolle er bewusst etwas Neues ausprobieren und ein paar Runden gehen.

Zwar war er trotzdem der Aggressivere der Beiden und gewann die Runde durch die härteren und besseren Treffer, aber er schien es nicht unbedingt eilig zu haben. Auch in der zweiten Runde behielt er seine Rechtsauslage größtenteils bei, drückte aber merklich aufs Gaspedal. Vargas versuchte gar nicht großartig Segura klassisch zu boxen und seinen wilden Attacken aus dem Weg zu gehen, sondern begab sich todesmutig ins offene Messer und ließ sich auf einen echten Fight ein. Dass dies für ihn kein gutes Ende haben dürfte war klar, aber es garantierte einen unterhaltsamen Kampf für die Zuschauer.

Zudem ist es ja nicht so, dass Segura all zu schwer zu treffen ist, und so hatte Vargas auch immer wieder seine Erfolge, wenn er zum Angriff überging, doch Seguras Schlagkraft und schiere Brutalität machte schlichtweg den Unterschied aus. Er schlug immer wieder in Kombinationen, die zwar etwas an technischer Klasse vermissen ließen, aber beim Aufprall zu Körper und Kopf schwer einschlugen und ihre Spuren bei Vargas hinterließen, während dieser Segura mit seinen Treffern überhaupt nicht beeindrucken konnte.

Doch Vargas steckte nicht schnell auf, und Erfolgserlebnisse wie eine gute fünfte Runde oder einige Momente, in denen er Segura tatsächlich in den Rückwärtsgang drängen konnte, ließen ihn weiter hoffen eine Chance zu haben. In der sechsten und siebten Runde wurde der Kampf jedoch zunehmend einseitiger, da Giovani Segura durch alle Treffer von Vargas hindurch marschierte und seinen Gegner immer häufiger klar und hart treffen konnte. Vargas sah sich mehr in die Defensive gezwungen und hatte offensichtlich durch die hohe Anzahl von Körpertreffern, die Segura im Verlauf des Kampfes ins Ziel hatte bringen können, ordentlich Substanz gelassen.

Weiterhin zwischen Rechts- und Normalauslage hin und her wechselnd leitete Segura in der siebten Runde schließlich das Kampfende ein. Die einseitigste Runde im ganzen Kampf wurde nach anderthalb Minuten vom Ringrichter unterbrochen, da Vargas einen Cut am linken Augenlid erlitten hatte. Der Ringarzt ließ den Kampf nach der Inspektion der Wunde jedoch erst einmal noch weiterlaufen, und Giovani Segura erhöhte eindeutig das Ende suchend noch einmal das Tempo. Er dominierte den nun deutlich erschöpften Vargas, der kurz vor Ende der Runde zu Boden rutschte und lange brauchte um wieder hochzukommen, bis der Gong zum Ende der Runde erklang. Als die achte Runde beginnen sollte, stoppte Ringrichter Juan Jose Ramirez auf Raten des Ringarztes hin den Kampf und erklärte Giovani Segura zum Sieger.

Segura rundet mit dem Sieg ein höchst erfolgreiches Jahr ab, in dem er Walter Tello, Ronald Ramos, Ivan Calderon und nun Manuel Vargas jeweils vorzeitig besiegte. Insgesamt gelangen ihm nun bereits sieben KO-Siege in Folge seit seiner einzigen Niederlage, als er Cesar Canchila 2008 nach Punkten unterlag, was Segura im direkten Rückkampf rächte. Als nächstes könnte möglicherweise für ihn ein Rückkampf gegen Ivan Calderon anstehen.

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