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Gilberto Ramirez verteidigt seinen WBO-Gürtel gegen Alexis Angulo

Die Top-Rank Veranstaltung von Bob Arum in Oklahoma hatte es in sich, Sowohl der Hauptkampf als auch die Undercard waren sehenswert. Das sind die Veranstaltungen, wegen denen ein Boxfan sich für diesen Sport begeistert.

Im Hauptkampf ging es um den WBO-Titel im Supermittelgewicht. Der bisher noch wenig auf große Bühne aufgefallene Herausforderer Alexis Angulo lieferte einen guten Kampf ab. Er ist für seine KO-Qualitäten bekannt. Das allerdings gegen bisher schwächere Gegner, als Ramirez es nun mal ist. Was Angulo auch versuchte, Ramirez schien alles zu verdauen, was Angulo anzubieten hatte.

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Der Kampf blieb über volle 12 Runden spannend. Angulo und Ramirez lieferten sich ein größtenteils sauber geführten Kampf. Der Herausforderer drückte zwar ein paar mal ein bisschen im Klitschko-Stil, aber im großen und Ganzen hatte der Ref wenig zu tun. Die Zuschauer bekamen einen intensiven, aber in vielen Runden ausgeglichenen Kampf zu sehen. Ramirez schlug mehr, landete mit seinen Schlägen aber oft nur auf Angulos stabil stehender Deckung. Auch in den letzten beiden Runden, in den Angulo wissen musste, dass er ein KO braucht, änderte sich daran nichts Wesentliches. Er traf den Weltmeister mehrmals hart mit Aufwärtshaken, konnte aber die gewünschte Wirkung nicht erzielen. Man hatte sich vielleicht mehr von diesem Kampf erhofft. Es war ein hohes Niveau, aber spektakuläre Aktionen blieben aus.

Um so mehr erstaunt muss man über das Urteil sein. Die Punktichter zählten scheinbar jeden Schlag von Ramirez als Treffer. Anders kann man sich das Urteil: 120:108 und 2×119:109 nicht erklären. Es sollten wenigstens 3 Runden an Angulo gegangen sein. Das ändert natürlich Nichts daran, dass Gilberto Ramirez seinen WBO-Gürtel erfolgreich gegen Alexis Angulo verteidigt hat.

Auch die Undercard-Kämpfe waren von gehobener boxerischer Qualität und gut anzusehen. Stellvertretend für alle Fights hier ein paar Eindrücke von einigen Kämpfen:

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Um mit der Begeisterung der Kommentatoren zu sprechen: Der Fight zwischen Alex Saucedo und Leonardo Zappavigna hatte die Qualität eines „fight o the year“. Beide Boxer schenkten sich Nichts, was man auch sehr schnell ihren Gesichtern ansehen konnte. In Runde 3 musste Zappavigna runter. Bereits ab diesem Zeitpunkt schwoll sein linkes Auge an

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Besonders die 4. Runde war eine einzige Prügelei. Saucedo nahm alles was sein Gegner ihm pausenlos einschenkte. Dass brachte aber noch keine Entscheidung. Saucedo hatte einen Cut am rechten Auge, aber bei Zappavigna sah das Ganze richtig übel aus. Er hatte im Bereich beider Augen Cutverletzungen. Das linke Auge schwoll immer mehr zu. Natürlich sieht so etwas oft spektakulärer aus als es ist. In diesem Kampf lag es vielleicht auch daran, dass die Versuche in den Pausen die Blutungen zu stoppen, keinen richtigen Erfolg hatten.

SZ 4In der 6. Runde muss der Australier nur noch sehr wenig gesehen haben. Er kassierte unzählige Treffer. Saucedo merkte natürlich, dass sein Gegner wegen der stark blutenden Cuts fast keine Sicht mehr hatte und hielt voll drauf. Schließlich fing die Ecke des Australiers wie wild an zu rudern, aber der Ref sah das nicht. Saucedo unterbrach seinen Angriff und wies den Ringrichter darauf hin, dass die Ecke aufgeben will. Normalerweise hätte der Ref schon früher von sich aus eingreifen und den Kampf beenden können. Der rasante Fight war damit vorbei und der 24-jährige Saucedo fuhr in seinem 28. Kampf den 18. vorzeitigen Sieg ein. Für den Mexikaner, der in Oklahoma lebt, war das ein großer Erfolg. Ein WBO-Gürtel im Superleichtgewicht war der Lohn der Mühe. Es war noch nicht der WM-Titel, aber dieser Kampf war ein Eliminator.

Mikaela Mayer, die einzige Frau im Top-Rank Team, besiegte ihre Gegnerin in ihrem 6. Kampf nach Punkten. Für ihre Kontrahentin, die Kanadierin Sheena Kaine, war es ebenfalls im 6. Kampf die erste Niederlage, die sie wegstecken musste. Tommy Morrisons Sohn, Trey Lippe-Morrison kam wie erwartet in seinem 15. Kampf zu seinem 15. KO-Erfolg. Sein Gegner, Byron Polley aus Missouri, war insgesamt 5x am Boden. Der Kampf endete dann in Runde 3 durch TKO.

Insgesamt gesehen, hat es sich gelohnt, wach zu bleiben und dieses Event zu verfolgen. Es gab durchweg gutes Boxen zu sehen. Der Kampf zwischen Alex Saucedo und Leonardo Zappavigna ist ein Anwärter für den “fight of the year”.  Eine große Überraschung, etwa ein KO-Sieg Angulos, blieb allerdings aus.

Hier der Kampf zwischen Ramirez und Angulo:

Hier die Ringschlacht zwischen Saucedo und Zappavigna:

 

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