Bild: realdevinhaney / Instagram

Gibt es ein Déjà-vu bei Haney vs Kambosos II?

Gibt es ein Déjà-vu bei Haney vs Kambosos II?

Im vergangenen Juni hatte es Devin ‚The Dream‘ Haney mit Leichtigkeit geschafft, George Kambosos jr seine Titel abzunehmen. Nach 12 geboxten Runden werteten die Punkrichter zwei Mal für Kambosos schmeichelhaft 116:112 und 118:110 für Haney. ‚Ferocious‘ Kambosos war es über den ganzen Kampf hinweg nicht gelungen, ein Mittel gegen Haneys Jab zu finden. Der Australier musste sich von Haney dominieren lassen. Der nutzte seine Reichweitenvorteile, um Kambosos gefahrlos aus der Distanz zu treffen.

Und so konnte sich ‚The Dream‘ Runde für Runde auf den Punktzetteln nach vorne arbeiten. Ein taktischer, aber weitgehend unattraktiver Kampf. Haneys Jab, seine gute Beinarbeit, seine Meidbewegungen,  seine Defense … alles eine Nummer „zu groß“ für Kambosos.

Wenige Tage nach der Niederlage trennte sich George Kambosos jr von Kostya Tszyus Boxing Academy in Sydney und damit auch von Tim Tszyus Onkel Igor Goloubev, bei dem Tim und er bis 2017 trainiert hatten. „Ich mache mein Ding, sie machen ihres. Ich wünsche ihnen alles Gute.“ kommentierte Kambosos die Trennung. Seinen Coach Javiel Centeno und seinen Manager Peter Kahn entließ der Australier ebenfalls.

Nun wird der 29-jährige wieder von Chris Bakis trainiert, der schon bei den ersten 14 Profikämpfen von Kambosos in seiner Ecke stand. „Ich bin zu den Wurzeln der alten Schule zurückgekehrt. (…) Wenn du an die Spitze kommst, vergisst du manchmal, was dich dorthin gebracht hat, und konzentrierst dich mehr auf andere Dinge.“ hatte Kambosos erklärt.

Fraglich ist, ob Bakis das gelingt, was Centeno nicht geschafft hat: einen gleichwertigen Gegner für Devin Haney aus Kambosos zu machen. Der Australier gibt sich jedenfalls zuversichtlich: „Ich bin wieder da, wo ich war und noch mehr. Ich habe mit harter Arbeit den Gipfel des Berges erreicht. Ja, ich habe sie (die Gürtel) verloren, aber ich werde sie in 36 Minuten oder weniger zurück bekommen.“ Er habe aus der Niederlage gelernt, sagte Kambosos weiter und werde „die Welt erneut schockieren“.

Devin Haney sieht das natürlich anders: „Ich habe ihm (im ersten Kampf) etwas Demutskuchen gegeben, und jetzt werde ich ihn in den Ruhestand schicken.“

„Du bist ein schrecklicher Puncher“, sagte Haney bei einer der Pressekonferenzen für den Kampf zu Kambosos: „Du kannst keinen Druck ausüben.“ Kambosos Trainer Chris Bakis behauptet das Gegenteil: „Ich denke, dass George Devin Haney aufhalten wird! Ich habe gesehen, wie er sich weiterentwickelt hat, wieviele neue Waffen und Fähigkeiten er in den Ring bringt. Ich denke nicht, dass die Haneys begreifen, was passieren wird!“

Sicher, Klappern gehört zum Handwerk, aber ich glaube den Worten von Bakis erst dann, wenn ich das auch sehe. Bis dahin ist Devin Haney für mich der klare Favorit!

3 Gedanken zu “Gibt es ein Déjà-vu bei Haney vs Kambosos II?

  1. Das wird noch viel eindeutiger als der erste Kampf.
    Kambosos hat eine schreckliche Gefechtsführung. Gegen einen flatfooted Lopez hat das noch gereicht aber gegen Haney wird das nichts. Dieses Mal wird es noch viel einfacher für Haney. Schade das er keine Power in seinen Schlägen hat, dann wäre das Ding nach 5 Runden durch.

    Devin ist zu schnell Zu beweglich und hat die Fähigkeit seinen Gegner Runde für Runde mit seinem Jab zu demontieren.
    Denke Kambosos wird aggressiv zum Körper gehen und versuchen Haney die Luft über die Runden zu nehmen, um ihn in den späten Runden auszunocken.

    Aber ich sehe nicht wie er nahe genug rankommen will um aus der Pocket zu sluggen oder wie er es fertig bringen will mit langen Händen vereinzelte Schläge üner einen längeren Zeitraum auf den Solaplexus oder die Leber abzubringen. Dafür ist Kambosos einfach zu limitiert obwohl er ein guter Counterpuncher ist und bei guten Gegnern ein gutes Timing hat. Auf Weltklasse Niveau gegen exzellente Opposition reicht das leider nicht……………

    Haney UD
    120-108

    1. Yepp, das hast du mal genau richtig antizipiert, genauso wars, zumindest vom Ergebnis her. Ein bisschen offener von der Kampfführung beider und etwas mehr Action für die Fans, aber Hayney braucht jetzt Gegner wie Tank, Loma, R. Garcia oder Shakur, alles andere wäre fast schon eine Beleidigung seiner boxerischen Klasse.

      1. So wie es aussieht wird der nächste Gegner Loma werden.

        Aurum hat das bestätigt und falls Devin nicht ins JWW aufsteigt, wird Loma ein sehr guter Gradmesser für die Zukunft.

        Persönlich bin ich gespannt ob Loma mit 34 Jahren, 1,5 Jahren Ringabstinenz 6nd mMn am Ende seiner Prime noch in der Lage sein wird sich gegen einen jungen Kontrahenten durchsetzen.

        Denke die nahe Zukunft der 135 Lbs Division liegt bei Haney, Davis und Stevenson. Eventuell kann Garcia da noch mitmischen aber mal abwarten ob ein Davis Gefecht stattfindet und welche Auswirkungen ein solches auf die Division hat……………

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