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GGG siegt klar über Szeremeta

GGG siegt klar über Szeremeta

Mehrfach war diese Begegnung verschoben worden, am gestrigen Abend war es dann endlich soweit: im Seminole Hard Rock Hotel and Casino in Hollywood standen sich Gennady Golovkin und sein Pflichtherausforderer Kamil Szeremeta gegenüber.

„Werden wir den alten ‚Triple G‘ sehen? Oder nur einen alten ‚Triple G‘?“ lautete eine der offenen Fragen vor dem Kampf. Nachdem sich GGG schon im Vorfeld so muskulös und definiert wie vermutlich noch nie zuvor gezeigt hatte, stellte sich vorrangig eine andere: wie würde es um die boxerischen Qualitäten von Szeremeta bestellt sein.

Für viele Boxfans war anscheinend ohnehin klar, dass Golovkin den Ring als Sieger verlassen würde. Allen Zweiflern zeigte ‚Triple G‘, dass er es noch drauf hat: Vier Mal schickte Golovkin seinen Gegner auf die Bretter, bevor Ringrichter Telis Assimenios den Kampf abbrach. Sieger durch TKO: Gennady Golovkin.

Nachdem der mittlerweile 38-jährige Golovkin im Oktober 2019 beim Kampf gegen Sergiy Derevyanchenko einige Schwächen gezeigt hatte, war Szeremata aber auch ein maßgeschneiderter Gegner: ungeschlagen, aber ohne große Namen in der Bilanz. Zudem mit nur fünf Knockouts in 21 Kämpfen auch nicht sonderlich gefährlich.

Zu Beginn der ersten Runde hatte Kamil Szeremata noch versucht, der Begegnung sein Siegel aufzudrücken, doch schnell zeigte sich der 31 Jahre alte Pole beeindruckt ‚Triple G‘ gab den Ton an. Schon kurz vor Rundenende ging Szeremata das erste Mal zu Boden.

Nachdem es in Runde 1 eine Linke gewesen war, schickte GGG seinen Gegner im zweiten Durchgang mit einer Rechten auf die Bretter. Szeremeta kam wieder auf die Beine, wurde wenig später mit einem schönen Uppercut bestraft und überstand auch diese Runde.

In der Pause zur dritten Runde diagnostizierte Golovkins Trainer Jonathon Banks: „Now he`s in survival mode!“ und attestierte seinem Schützling „beautiful work!“. Der Umstand, dass Szeremata im dritten Durchgang mal keinen Bodenbesuch zu verzeichnen hatte, wurde von einem TV-Kommentator schmeichelhaft als „small victory for him“ gewertet.

Triple Knockdown für Triple G hieß es dann aber in Runde 4. Diesmal war es ein linker Haken, der Szeremata eine Minute vor Rundenende zu Boden beförderte. Doch wie ein Stehaufmännchen kam der Boxer aus Bialystock wieder auf die Beine, bekundete gegenüber dem Referee Kampfbereitschaft und wurde weiter bestraft. Trotzdem: Hut ab vor dem 31-jährigen, der sich bemühte, weiter dagegenzuhalten, auch wenn es ihm nicht nur an Schlaghärte mangelte. Der boxerischen Klasse GGGs hatte der polnische Linksausleger nichts entgegenzusetzen.

Ein Jab von Gennady Golovkin brachte Szeremata in Runde 7 erneut zu Boden. Ringrichter Assimenios ließ den Kampf zwar weiterlaufen, brach aber unmittelbar nach dem Rundenende die Begegnung ab. Für Golovkin der 41. Sieg im 43. Kampf.

Nun bleibt abzuwarten, wohin die Reise für Triple G geht. Kommt es doch noch zu einer dritten Begegnung mit ‚Canelo‘ Alvarez? Golovkin erklärte dazu nur, er werde Alvarez`Kampf gegen Callum Smith am heutigen Abend genau beobachten, darüber hinaus sei er „… für jeden offen”.

Auf der Undercard konnte sich der Brite John Ryder nach 10 eher ereignislosen Runden gegen US-Boxer Michael Guy durchsetzen. Am Ende werteten die Punktrichter 100-90, 99-91, 96-94.

Beim Kampf der beiden ungeschlagenen Supermittelgewichtler Carlos Gongora und Ali Akhmedov behauptete sich überraschend der Boxer aus Ecuador und sicherte sich den vakanten IBO-Titel. Zwar konnte Akhmedov schon früh dominieren, Gongora gelang es aber, den Spieß umzudrehen: in der zwölften Runde schlug er Akhmedov zweimal zu Boden und gewann durch KO.

Hier der Kampf zwischen GGG und Kamil Szeremeta

(leider in schlechter Qualität)

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11 Kommentare

  1. 19. Dezember 2020 at 09:06 —

    Guten Morgen.
    Habe es mir eben auf Dazn angeguckt.
    Ich muss schon sagen , dass GGG einiges geändert hat.
    Er greift überlegt an und achtet auf seine Deckung bzw. er trifft und geht wieder ein schritt zurück und ist wieder Defensive gut aufgestellt. Gute Kopf Bewegung .
    Vorher , wenn er im Angriffs Modus war , war es ihm egal ob er getroffen wird.
    Manchmal hat er auch die Beherrschung verloren , wenn er öfter getroffen wurde und er nicht getroffen hat. Dann hat er versucht, mit seiner Physis denn Kampf zu führen und ging auf ko.

    Aber jetzt blieb er echt cool und hat sich zeit genommen. Das hat mich an denn Kampf von David Lemieux erinnert. Jap Jap konter . Perfekt.
    Ich glaube gegen Jermall Charlo und Demetrius Andrade wird es nicht reichen. Mit 39 wird das sehr schwer…
    Aber ein Kampf gegen Chris Eubank Jr , Jaime Munguia, Ryota Murata kann er gewinnen.
    Ich drücke Ihm die Daumen.

  2. 19. Dezember 2020 at 11:47 —

    Golovkin hat mir diesmal auch ganz gut gefallen zumal ich nach seinen letzten Kämpfen schon vom baldigen Karriereende überzeugt war. Der Kampf sollte jetzt nicht überbewertet werden aber eine Chance zu gewinnen hat er noch gegen jeden in der Gewichtsklasse. Andrade hat doch die letzten Jahre auch nicht mehr viel gerissen auch wenn er nicht leicht zu boxen ist. Auch ein Charlo muss einen Volltreffer von GGG erst mal wegstecken und 12 Runden wird er den nicht vermeiden können…

  3. 19. Dezember 2020 at 12:32 —

    Das war eine gute Leistung von Golovkin und seine defensive hat mir gut gefallen.

    Im Grunde wünschte ich mir einfach den Abschluss der Canelo Trilogie und dann kann GGG besten Gewissens in die wohlverdiente Boxrente gehen.

    Der körperliche Verschleiß, das abkochen, die ganzen Entbehrungen usw zerren an den Kräften und iwann ist auch mal gut.
    Golovkin wäre sicherlich ein guter Coach.

  4. 19. Dezember 2020 at 13:09 —

    Hmm … tolle Leistung von GGG natürlich, aber ich frage mich halt, was sich die IBF dabei gedacht hat, diesen zwar tapferen, aber kreuzharmlosen Polen als Pflichtherausforderer aufzustellen. Wem hat diser Kampf jetzt irgendetwas gebracht, außer Szeremeta ein bisschen Geld, ein bisschen Blut, das er morgen pissen wird und einem Haufen Kopfschmerzen. Wenn man sich anschaut, wer da noch so herumkreucht in der Division bei der IBF, Rohrkrepierer wie Wojcicki, Radovan, Nader (wusste gar nicht, dass der noch lebt), Falcao, Feigenbutz, etc., das ist schon kaum zu fassen. Das Mittelgewicht, früher eine Königsklasse, heute teilweise heruntergekommen auf Regionalliganiveau. Der Beste der IBF ist natürlich noch Munguia, aber hat der Bock auf GGG und hat er die boxerische Klasse? Oder vielleicht hat ja Sturm mal Laune, ihn herauszufordern 😀 😀 😀

    Gegen solche Gegner wie gestern kann er natürlich seinen Titel noch 21 mal verteidigen und wird wahrscheinlich mit 60 noch Weltmeister sein. Er ist einfach unglaublich fit, ob es noch gegen Andrade oder Jermell reicht, weiß ich nicht, aber ansonsten wird er der neue B-Hop. Abgesehen davon konnte ich in seinem Ring- und Interviewverhalten auch eine, für ihn neue Rockstarattitüde feststellen, und er hat ja auch Interesse an Celebrity-Matches bekundet. Vielleicht gegen Sasha Baron Cohen (Borat) oder Mike Tyson, wer weiß?

  5. 19. Dezember 2020 at 15:35 —

    Welcher Normalo oder B-Promi hat schon Bock mit Triple G in den Ring zu steigen?? Ich bin auch überzeugt, dass selbst ein Mike Tyson mit 30kg mehr auf den Rippen den Ring heulend wieder verlassen würde. Ich weiß nicht was du mit Rockstarattitüde meinst aber die Show und das rumgespinne passt einfach nicht zu Golovkin. Er soll einfach der nette Knockouter bleiben der im Ring keine Gnade kennt..

    • 19. Dezember 2020 at 16:20 —

      Ja wir deutschen präferieren oftmals ruhigere und rationale Persönlichkeiten die sachlich bleiben. Nur manchmal frage ich mich, ob eben diese Mentalität auch das Hindernis darstellt, in Sportarten wie dem Boxen, international erfolgreiche Boxer zu generieren.

      Keine Frage, wir haben technisch gute Boxer aber Kampfsport benötigt mehr als nur eine gute Ausbildung.
      Oft fehlt mir das Emotionale, das glorrifizierende bei den deutschen Boxern.
      Wenn ein Tyron Zeuge erzählt, er interessiere sich gar nicht für Boxer etc bzw verfolgt kaum grosse Kämpfe, dann finde ich das bedauernswert.
      Man sollte den Sport doch leben, ihn vielleicht sogar idealisieren.
      Besonders ein Sport wie dieser lebt doch vom Geist, lebt von Fights wie Ward gegen Gatti, Comebacks, tragische Geschichten usw.

      Andererseits bin ich auch recht froh, es als verstörend zu empfinden wenn ein Wilder jemanden töten möchte 😂 und als ich mal einem Sturmkampf bewohnte, als dieser auf einer Ampore hochgefahren wurde, empfand ich das schon als unangenehm.

    • 19. Dezember 2020 at 20:20 —

      Welcher Normalo oder B-Promi hat schon Bock mit Triple G in den Ring zu steigen?
      –––––––––––
      Haha, frag ich mich auch, aber das ist das, was er gesagt hat. Ganz im Ernst, wenn ich es jemandem gönne, dass er seinen wohlverdienten Ruf im Herbst seiner sportlichen Karriere kapitalisiert, dann GGG. Wie oft ist der am Anfang von seiner Promotion und der WBA gef***t worden, er wäre doch eigentlich schon 3 oder 4 Jahre vorher WM gewesen.

      „Rockstarattitüde“ meine ich überhaupt nicht negativ, im Gegenteil. Er hat offensichtlich durch seine gute Freundschaft zu seinem fast gleichalten Trainer Johnathon Banks ordentlich Englisch gelernt und antwortet selbstbewusst und ohne zu radebrechen wie früher. Ich finde, das steht ihm richtig gut zu Gesicht.

  6. 19. Dezember 2020 at 22:09 —

    …. deswegen hat er ja auf der PK auch nur russisch gesprochen …

    • 20. Dezember 2020 at 00:39 —

      Ja, das macht er auf den PK vor dem Kampf meistens, nehme mal an, um in seinem Heimatland und Osteuropa generell nochmal mehr Interesse zu wecken. Aber das Post-Fight Interview war Englisch ohne zusätzlichen Übersetzer und er sprach dabei wesentlich flüssiger und besser als noch vor einem Jahr.

  7. 21. Dezember 2020 at 15:24 —

    Canelo spricht nach den Kämpfen und auf PKs meistens auch spanisch…

    • 21. Dezember 2020 at 16:47 —

      Das verstehe ich auch am Allerwenigsten – er scheint jedes englische Wort des Interviewpartners genau zu verstehen, und antwortet dann komplett auf Spanisch. Bin mir sicher, dass er wesentlich mehr amerikanische Fans hätte, wenn er ab und an wenigstens auf Englisch antworten würde, denke mal, er spricht mindestens so gut wie GGG, wenn nicht besser. Das hat ja auch einen Großteil des Erfolges des Kasachen ausgemacht, dass er sich vom ersten Moment an 100 % auf die amerikanischen Boxfans eingelassen hat, trotz am Anfang wirklich rudimentären Sprachkenntnissen.

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