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Geschickter Doping-Schachzug von Dillian Whyte

Geschickter Doping-Schachzug von Dillian Whyte

Langsam kommt Licht ins Doping-Dunkel rund um den britischen Schwergewichtsboxer Dillian Whyte. Wie schon berichtet (KLICK!), ist bekannt geworden, dass Blut oder Urin des “Body Snatchers” positiv auf eine oder mehrere verbotene Substanz/en getestet worden sind.

Das Testergebnis lag noch vor dem Kampf gegen Oscar Rivas vor. Und trotzdem durfte Whyte mit Zustimmung der VADA, der UKAD und des British Boxing Board of Control in den Ring steigen. Warum? Ganz einfach durch einen geschickten Schachzug von Whyte.

Als Dillian Whyte über das positive Ergebnis der A-Probe informiert wurde, bat er darum, dass auch die B-Probe getestet wird. Whytes gutes Recht, allerdings konnte der 31-jährige davon ausgehen, dass es in der Kürze der Zeit nicht möglich sein würde, die zweite entnommene Probe noch vor dem Kampfabend zu analysieren.

Da bis zum Ergebnis der B-Probe die Unschuldsvermutung gilt, hatten die UKAD, das British Boxing Board of Control und die vom World Boxing Council gewählte Testagentur, die Voluntary Anti-Doping Agency – kurz VADA – keine andere Wahl, als Whyte antreten zu lassen.

Zwar schrieb Whytes Promoter Eddie Hearn bei Twitter: „Mir liegen Berichte vor, die bestätigen, dass sowohl Dillian Whyte als auch Oscar Rivas umfangreichen VADA- und UKAD-Tests unterzogen wurden. Beide Kämpfer wurden von beiden Institutionen und dem BBBofC für den Kampf freigegeben.” Aber das ist so gesehen nur die halbe Wahrheit. Eine positive A-Probe ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines Prozesses, der unter Umständen dazu führt, dass ein Sportler gesperrt wird.

Andererseits ist es durchaus möglich, dass eine B-Probe negativ ausfällt. Unter Umständen gibt es Grenzwerte, die in der A-Probe minimal überschritten, in der B-Probe aber nicht erreicht werden. Im Falle einer sofortigen Sperre wäre Whyte die Möglichkeit genommen worden, sich den Status als Pflichtherausforderer von Weltmeister Deontay Wilder zu erboxen. Mit entsprechenden finanziellen Einbußen, für die dann möglicherweise die verantwortliche Institution – in diesem Falle die UK Anti-Doping (kurz UKAD) – zur Verantwortung gezogen worden wäre.

Wie der britische Internetzeitung “The Independent” berichtet, hat die UKAD hat sich bislang geweigert, zu kommentieren, was als nächstes mit Whyte passiert. Falls die B-Probe das Ergebnis der A-Probe bestätigt, wird der Fall vermutlich an das unabhängige nationale Anti-Doping-Gremium Großbritanniens weitergeleitet.

Als Whyte 2014 zum ersten Mal positiv getestet worden war, handelte es sich um ein frei verkäufliches Trainingspräparat, dessen Inhaltsstoffe auf dem Index standen. Damals wurde Dillian Whyte für die Dauer von zwei Jahren gesperrt. Nachdem der “Body Snatcher” nun bereits zum zweiten Mal mit verbotenen Substanzen erwischt worden ist, könnte seine Karriere als Boxer ein Ende finden, falls er lebenslänglich gesperrt wird.

 

 

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1 Kommentar

  1. 26. Juli 2019 at 07:57 —

    Im Kampfsport sollte jeder Doper lebenslang gesperrt werden und angezeigt wegen Gefährlicher/ Schwerer Körperverletzung. , zumindest aber im Versuch dieser Tatbestände. Gerade jetzt, wo sich Todesfälle im Kampfsport häufen. Die Gefahren des Kampfsports bewußt zu vergrößern, indem man die eigenen körperlichen Grenzen erweitert um härter und öfter zu schlagen und dadurch billigend in Kauf nimmt, dem Gegner schwerer Hirnverletzungen zuzufügen, muß mit lebenslangen Berufsverbot geahndet werden.

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