Gerrie Coetzee an Krebs gestorben

Gerrie Coetzee an Krebs gestorben

Coetzee war der erste Südafrikaner, dem es gelang, einen Weltmeistertitel im Schwergewicht zu gewinnen. Der frühere WBA-Champion ist am Donnerstag im Alter von 67 Jahren gestorben. „Wir haben letzte Woche erfahren, dass er Krebs hatte“, hat Coetzees Tochter Lana dem südafrikanischen Portal „Independent Online“ gesagt: „Alles ging so schnell. Es war eine aggressive Form von Krebs.“ Wie Coetzees ehemaliger  Manager Thinus Strydom am Freitag bekanntgab, habe Gerrie Coetzee Lungenkrebs gehabt.

Nach einer erfolgreichen Amateurkarriere mit 185 Siegen und 7 Niederlagen, wechselte Gerrie Coetzee 1974 zu den Profis und gewann jeden seiner ersten 22 Kämpfe. Unter anderem holte Coetzee einen KO-Sieg in der ersten Runde gegen Leon Spinks. Nur zwei Kämpfe zuvor hatte Spinks Muhammad Ali im Kampf um die WBA-, WBC- und The Ring -Schwergewichtstitel geschlagen. Coetzee kämpfte gegen viele Top-Kämpfer der 1980er Jahre, darunter auch Greg Page, James Tillis, Pinklon Thomas und Frank Bruno.

Seinen WM-Gürtel holte sich der ‚Boksburg Bomber‘ 1983 durch einen Sieg über den US-Amerikaner Michael Dokes, zuvor hatte er Titelkämpfe gegen John Tate und Mike Weaver verloren. Während des Kampfes gegen Dokes brach sich Coetzee seine Schlaghand, was auch eine anvisierte Titelvereinigung mit Larry Holmes vereitelte.

Coetzee hatte anhaltende Verletzungsprobleme mit seiner rechten Hand, die angeblich im Laufe seiner Karriere über 20 Mal operiert worden sein soll, was neben dem Kampfnamen ‚Boksburg Bomber‘ dann zu einem zweiten führte: ‚The Bionic Hand‘.

Coetzees Sieg und der WM-Titel wurden in ganz Südafrika gefeiert, obwohl das Land zu dieser Zeit durch die Rassentrennungsgesetze der Apartheid zersplittert war. Zeitungen brachten Extraausgaben mit riesigen Schlagzeilen heraus. Sowohl im weißen als auch im schwarzen Teil von Johannesburg herrschte Jubel. Regierungsführer, darunter Präsident Marais Viljoen, Premierminister Peter Willem Botha und Außenminister Roelof F. Botha, sandten Glückwunschtelegramme.  „Ich habe das Gefühl, dass ich für alle kämpfe, Schwarz und Weiß“, hatte Coetzee seinerzeit erklärt. „Was mich glücklich macht, ist, dass Schwarze, Braune und Weiße mich als ihren Kämpfer akzeptieren.“

Gerrie Coetzee positionierte sich als Gegner der Apartheid, kämpfte oft in Südafrika gegen schwarze Kämpfer, ernannte einen Südafrikaner indischer Abstammung zu seinem Pressesprecher – sehr zum Unwillen der Apartheids-Regierung.

 In den 1980er Jahren erklärte sich Coetzee bereit, einen jungen schwarzen Kämpfer auszubilden, und ließ ihn bei sich wohnen. Und das trotz der damals strengen Apartheidsgesetze, die es sogar verboten, dass Schwarze in denselben Vierteln wie Weiße lebten. Die Polizei durchsuchte daraufhin Coetzees Wohnung und stellte ihm eine gerichtliche Vorladung aus. Coetzee erklärte später, er habe die Vorladung ignoriert und den Jungen, dessen Eltern gestorben waren, adoptiert.

Bis 1986 stand der ‚Boksburg Bomber‘ regelmäßig im Ring, hängte die Handschuhe dann an den Nagel und machte 1993 ein Comeback. Nach einer Niederlage gegen Iran Barkley im Jahr 1997 beendete Coetzee seine  Karriere endgültig und arbeitete in den vergangenen Jahren als Trainer in einem Box-Gym.

Hier noch einmal Gerrie Coetzee in Aktion: bei seinem Sieg über Leon Spinks

2 Gedanken zu “Gerrie Coetzee an Krebs gestorben

Schreibe einen Kommentar