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Gerät die WBA ins Schleudern?

Gerät die WBA ins Schleudern?

Nachdem die World Boxing Association wegen ihrer Vielzahl an Titeln und damit verbundenen Gürteln schon länger in der Kritik steht, hat WBA-Präsident Gilberto Mendoza vor kurzem erklärt, man werde die Titelflut eindämmen.

„Wir werden die Titel dauerhaft reduzieren“, sagte Mendoza gegenüber ESPN. „Ich werde mich darauf konzentrieren, dass es nicht mehr mehrere Champions (in einer einzigen Gewichtsklasse) geben wird. Das haben sich die Fans gewünscht. Ich glaube, dass wir mit mehreren Titeln mehr Möglichkeiten bieten, aber ich verstehe, dass es für die Fans sehr wichtig ist!“ Wie Mendoza ergänzte, solle die neue Politik im Herbst beginnen.

Doch das alleine wird wohl nicht ausreichen, um die WBA aus dem Kreuzfeuer zu holen, denn nicht nur bei den Boxfans ist der Verband in Ungnade gefallen. Der Leiter der Association of Boxing Commissions hat sich schriftlich an Gilberto Mendoza gewandt und seine Besorgnis über die Art und Weise geäußert, wie die WBA in jüngster Zeit Geschäfte gemacht hat.

Die neueste Kontroverse entbrannte nach dem Kampf zwischen Gabriel Maestre und Mykal Fox. Obwohl Fox die Begegnung dominierte, seinen Gegner sogar niederschlug, gewann Maestre einstimmig nach Punkten. Gabriel Maestre stammt – wie Mendoza – aus Venezuela, beide sollen eine enge Beziehung haben. Zudem wurde nach der Urteilsverkündung bekannt, dass die von der WBA empfohlene Punktrichterin Gloria Martinez Rizzo die ehemalige First Lady Michelle Obama in einem Tweet als „Affengesicht” bezeichnet hatte. Mykal Fox hat ebenfalls eine schwarze Hautfarbe. Martinez Rizzo ist mittlerweile angeblich vorerst suspendiert worden.

In einem Brief forderte ABC-Präsident Mike Mazzulli Gilberto Mendoza auf, bei seiner Empfehlung von Offiziellen gewissenhafter vorzugehen. Zur Sprache kam auch der Vorwurf, dass der in der Ecke von Gabriel Maestre tätige Marcelino Castillo eine enge Verbindung zur WBA habe, was nicht unbedingt regelkonform sei.

Mazzulli forderte zufriedenstellende Maßnahmen von der WBA und erklärte, dass der Vorstand der Association of Boxing Commissions andernfalls seinen Mitgliedern empfehlen würde, die in den USA sanktionierten WBA-Kämpfe nicht anzuerkennen, offizielle Empfehlungen der WBA nicht zu akzeptieren und WBA-Supervisor am Ring nicht mehr zuzulassen. Sollte das tatsächlich passieren, würde das die WBA viel Geld kosten. „Ich glaube aber nicht, dass es soweit kommen wird.“, sagte Mazzulli gegenüber „Yahoo Sports“.

Hier das Schreiben der ABC:

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3 Kommentare

  1. 13. August 2021 at 21:18 —

    Guter erster Schritt in Richtung Korruptionsbekämpfung …

    Diese verflixten Verbände, bei denen die Präsidentschaft vom Vater an den Sohn weitergegeben wird. Einer korrupter als der andere. Ist schon merkwürdig, dass fast alle großen Verbände mit Korruption und völlig unsinnigen Titeln in Lateinamerika angesiedelt sind.
    WBC in Mexiko
    WBA in Venezuela
    WBO in Puerto Rico

    Nur die IBf sitzt in den Staaten und wird von Afri-Amerikanern geführt. Wie es der Zufall will, ist die IBF der einzige skandalfreie Verband ohne idiotische Titelflut.

    Mal sehen wo das Ganze jetzt hin führt.
    Falls die WOBC tatsächlich ein Exempel an der WBA, dem ältesten der vier großen Verbände, statuieren sollte, wäre das ein ganz ganz großes Ausrufezeichen, das die Geldgeier an den Spitzen der Verbände in helle Aufregung versetzen dürfte………..

  2. 13. August 2021 at 22:13 —

    Von der Titelreduzierung schwafelt die WBA von Zeit zu Zeit immer wieder. Aber was passiert? Es werden immer mehr Titel(chen) …

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