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George Groves – Mission WBC-Titel gescheitert

Der Brite Geoge Groves ist mit seiner Mission, in Las Vegas den WBC-Titel im Supermittelgewicht zu holen, knapp gescheitert. Ausschlaggebend dafür war hauptsächlich ein Niederschlag in Runde 1. Groves musste kurz auf die Knie, war aber nicht sonderlich beeindruckt. Doch diese 10:8 Runde für Badou Jack gab womoglich den Ausschlag für den knappen Sieg des Titelträgers.

 

Von Beginn an machte Groves das, was man von einem Herausforderer erwartet. Er marschierte in Runde 1 vorwärts und versuchte Druck aufzubauen. Dass er sich dabei diesen verhängnsvollen Konter einfing und die Runde abgeben musste, war einfach Pech für ihn.

 

Nicht wenige Boxfans, die den Kampf mitgepunktet haben, sahen ein Unentschieden oder sogar Groves knapp vorne. Doch es fehlte an entscheidender Überlegenheit. Beide Boxer begegneten sich beinahe auf Augenhöhe und es war schwer, den Kampf zu bepunkten. Besonders in den ersten Runden gab Groves richtig Gas und versuchte den Kampf zu machen. Das gelang ihm mit zunehmender Kampfdauer allerdings immer weniger.

 

Bereits nach 7 oder 8 Runden schien Groves mit seinem Latein am Ende zu sein. Ihm fiel einfach Nichts mehr ein, wie der Jack beikommen konnte. Sollte man Groves Kampf gegen Badou Jack mit einem Eintrag in die Personalakte dokumentieren, ist die Formulierung: „Er war stehts bemüht“ wohl am treffendsten. Wohl wissend, dass in imaginären Klammern dahinter steht: „Doch es reichte nicht“.

 

Mit dem Urteil muss und kann man sich zufrieden geben, wenn man nicht gerade Geoge Groves oder Sauerland heißt. Das Sauerland-Team hat mit seinen britischen Boxern einfach klein Glück. George Groves muss sich jetzt wieder weit hinten anstellen und eine neue Orientierung finden.

 

Die anderen beiden Hauptkämpfe endeten mit Urteilen, an denen man mehr Kritik üben könnte. Superboxer Mayweather besiegte den überraschend starken Herausforderer Andre Berto nach Punkten. Hier fiel eine Punktwertung besonders auf: Das 120:108 von Punktrichterin Adalaide Byrd war ein absoluter Witz und wurde dem Kampf überhaupt nicht gerecht. Mayweather hat den kampf zwar ohne jeden Zweifel gewonnen, doch wäre es auch mit einem 116:112 gut genug gewesen. Der Titelkampf zwischen Roman Martinez und Orlando Salido um den WBO-Titel in Superfeder endete mit einem geschmeichelten Unentschieden. Ein knapper Sieg von Salido wäre gewiss die bessere Entscheidung gewesen.

 

Nach seinem 49. Kampf erklärte Floyd Mayweather gestern Abend in Las Vegas seinen Rücktritt. Er habe in seiner Karriere annähend 700 Mio Dollar verdient und wolle sich in Zukunft seiner Familie und der Förderung von jungen Talenten widmen. Ob es tatsächlich dabei bleibt oder noch ein grandioser 50. Fight zu erwarten ist, wird die Zukunft zeigen.

 

 

Autor: Johannes Passehl

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4 Kommentare

  1. 15. September 2015 at 19:47 —

    Zum Kampf Jack/Groves…….bin der Meinung das dieser Kampf keinen Sieger verdient hat und ein Unentschieden das gerechteste Urteil gewesen wäre,aber der Punktsieg von Jack war auch kein Fehlurteil!

    Zum Kampf Martinez/Salido…….ein klasse Kampf von beiden Akteuren! Es war ein enges Gefecht und das Unentschieden geht schon in Ordnung,wenn Salido gewonnen hätte wäre es auch OK gewesen…..Martinez hatte den WM-Bonus und somit passt es wieder und ich hoffe das es in naher Zukunft Martinez/Salido Teil 3 gibt!!!

    Salido überrascht mich immer wieder…der ist wie ein Terrier in seinen Kämpfen. Ich frage mich manchmal wo holt er die Kraft her um solche Schlachten zu schlagen?
    Er hat schon etliche Niederlagen in seinen Rekord und in Deutschland wäre er von den Meisten schon zerrissen-und als Fallobst abgestempelt worden!
    Aber im Gegensatz wie z.B. F.Sturm zeigt er immer wieder das er ein wahrer Kämpfer ist und trotz seiner Niederlagen immer noch zur Weltspitze zählt!

  2. Egal wer gewonnen hat. Weder Groves noch Jack sind absolute weltspitze und werden keinen Gürtel lange halten können. Beide Boxer sind sowas von limitiert.

    Groves kommt mir bei jedem Fight schlechter und schlechter vor. Wirkt etwas verwirrt der junge. Ich glaube die KO niederlage gegen Froch hat ihn endgültig gebrochen. Nur eine Frage der zeit bis er wieder KO geht.

    Würde De Geale gegen Groves sehr gute chancen einräumen. Groves macht mir einen eigenartigen Eindruck.

    • 16. September 2015 at 13:44 —

      Jack v. Groves – SD geht in Ordnung, es waren ja alle Facetten des Fights in dem Urteil abgebildet, ich hatte es 116:111 für den Schweden. Nicht der KD in der ersten Runde, sondern die schlechte Kondition Groves in der zweiten Kampfhälfte hat den Ausschlag gegeben für den Ausgang. Jack war schneller, akkurater und kontrollierter. Groves sollte sich dringend Gedanken über seine Vorbereitung und seine Kampfeinteilung machen. Letztlich hat er zum dritten Mal aufgrund fehlender Kondition/Konzentration verloren.

      Salido v. Martinez war das Highlight des Abends – und endete imho mit einem recht krassen Fehlurteil, ich hatte den Mex mit 4 Runden vorne. Das schreit nach einer dritten Auflage.

      Ich bin absolut kein Fan von Floyd „Hard Work & Medication“ Mayweather aber mehr als eine oder zwei Runden konnte man Berto nun wirklich nicht geben bei diesem Langweiler. Vermutlich hat Adalaide den Zettel schon vorher ausgefüllt und ist dann in seligen Träumen von besseren Kämpfen eingenickt. Aber ich hatte es auch 120:108 und kann beim besten Willen nicht verstehen, was daran falsch sein soll.

      • Ich hatte Jack leicht vorne, hab aber auch nicht auf teufel komm raus auf jedes detail geachtet. Mit nem draw könnte ich auch leben.

        Wie auch immer, Jack ist auch kein ausnahmeboxer. Groves hingegen wirkte schon im vorfeld etwas untrainiert, müde. Er macht nicht mehr den frischen eindruck wie gegen Froch I. Ich glaube Groves hat das leben wie viele andere boxer in letzter zeit etwas zu sehr genossen.

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