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Gennady Golovkin ist wieder Weltmeister

Mit einem knappen Punktsieg über den Ukrainer Sergiy Derevyanchenko hat sich Gennady Golovkin nicht nur „seinen“ IBO-, sondern auch den vakanten IBF-Titel zurück geholt, den er ebenfalls bis zu seiner Niederlage gegen Alvarez in seinem Besitz hatte. Der Kampf zwischen Golovkin und Derevyanchenko im New Yorker „Madison Square Garden“ endete am Samstag Abend mit einer knappen UD-Entscheidung für den Kasachen (115:112, 115:12 und 114:113).

Eins muss man gleich voran stellen: Es war ein harter Fight, bei dem Golovkin über weite Strecken nicht an sein früheres Niveau anknüpfen konnte. Hat er in den Kämpfen gegen Alvarez zu viel Substanz gelassen oder hat er mit seinen mittlerweile 37 Jahren den Zenit seiner Leistungsfähigkeit überschritten? Bereits im Kampf gegen Jacobs hatte er seine Schwierigkeiten und man merkte ihm an, dass er gegen diesen schweren Gegner fast an den Rand der Verzweiflung kam.

Gegen Derevyanchenko schien sich Golovkin seine Kräfte gut eingeteilt zu haben. Es gelang ihm, den Kampf fast bis zum Schluss offen zu halten und sich mit dem Niederschlag in Runde 1 und dem Gewinn der letzten Runde einen knappen Sieg zu sichern. In den Runden 5 und 6 schien der Kampf sich zu Gunsten von Derevyanchenko zu drehen. Golovkin gelang es dann aber, die siebente Runde eindeutig für sich zu entscheiden. Dieser „Tanz auf der Klinge“, das Hin und Her bei den Rundensiegen, setzte sich bis zum Kampfende fort. Am Ende siegte Golovkin knapp aber nicht unverdient. Trotzdem wäre es auch kaum verwunderlich gewesen, wenn sich die Punktrichter für ein Unentschieden erwärmt hätten.

Für Golovkin ist es sicher eine Genugtuung, sich „seine“ Gürtel wieder umschnallen zu dürfen. Immerhin hatte er den IBO bereits zwischen 2011 und 2018 getragen und den IBF 2015 in einem furiosen Kampf gegen Lemieux an gleicher Stelle erkämpft. Die Frage ist nun, wie es mit ihm weiter gehen soll und wie lange er noch in den Ring steigen will. Mit der schlechten Deckung von Samstag Abend wäre er in einem dritten Kampf gegen Canelo womöglich ein KO-Opfer. Er ist langsamer geworden und kassiert zu viel. Das kostet Substanz. Wie lange will er das noch mitmachen? Er kann seine Gürtel jetzt verwalten und noch ein paar Kämpfe gegen schwächere Gegner machen. Will er mehr und hat viel, vielleicht zu viel Selbstvertrauen, kämpft er womöglich demnächst gegen den Japaner Murata um den WBA-Titel oder gegen Andrade um den WBO-Titel. Der Ausgang dieser Kämpfe wäre offen. 

Im Gegensatz zu Golovkin scheint der Zenit der Karriere bei Sergiy Derevyanchenko noch nicht überschritten zu sein. Er hat gegen Golovkin gezeigt, was er kann und man würde ihn gerne wieder in einem WM-Kampf sehen. Auch er könnte gegen Murata oder Andrade antreten und denen 12 Runden lang alles an Boxkunst abverlangen, was sie können.

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13 Kommentare

  1. 6. Oktober 2019 at 15:46 —

    Guter Kampf von beiden!!! So habe ich Golovkin noch nie gesehen? Beim Einlauf in den Ring wirkte er schon irgendwie krank und sehr angespannt.. Der Kampf war eng und ein Unentschieden oder gar ein Sieg vom Gegner vertretbar gewesen. Ich finde wirklich Golovkin sollte wirklich bald die Handschuhe an den Nagel hängen weil lange geht das so nicht mehr gut.. Respekt trotzdem wie er nach dem harten Lebertreffer durchgehalten hat!!!

  2. Es lag nicht an seinem alter und auch nicht am Kampf gegen Canelo, sondern das ist einfach GGGs wahres Niveau wenn er gegen Top Gegner kämpfen muss. Er ist ein Schaumschläger.

    • 7. Oktober 2019 at 09:38 —

      Schaumschläger, Snickers-Fan,…Snickers haben gegen AJ gereicht und Schaumschlägerei, dass die Zimtpussy 12 Runden lang den Chicken-Dance getanzt hat…
      Du stehst auf Schönlinge mit geheuchelter Fassade…auf hübsche Blender 😉

  3. 6. Oktober 2019 at 19:31 —

    Golovkin als Schaumschläger zu bezeichnen ist Polemik. Auch die Spekulationen über das “wahre Niveau” von Boxern sind müßig, weil niemand definierenen kann, was das sein soll. Solche Maßstäbe sind immer subjektiv und lassen jeden Boxer alt aussehen. Ali sah alt aus als Cooper in niederschlug. Unzählige Beispiele könnten folgen. GGG und Canelo sind Großunternehmer, die Teil eines monströsen Geldbetriebes sind. Dieser ganze “Big Drama Show”-Bullshit und “Mexican Style”-Stuhlgang ist nur Marketing. Golovkins Stern sinkt, er wird ausgebuht, die Meute ist gnadenlos. Das Alter ebenfalls. Wenn Gervonta Davis Lomachenko erwischen sollte, wird auch er wie ein alter Trottel aussehen. Canelo wird es irgendwann auch treffen. Dann zieht die Karawane weiter. Als Trainer würde ich Golovkin sagen: Take the money and run. Dazu haben solche unterbelichteten Figuren wie Abel Sanchez oder Jonathan Banks aber nicht den Mut, weil sie von ihm leben. Canelo-Fights anzuschauen ist Zeitverschwendung. Das ist Scripted Reality. Copyright by Nevada Athletic Commission. Auch das Boxgeschäft unterliegt den drei von Menschen geschaffenen Naturgesetzen: “Teile und herrsche”, “Wem nützt es” und “Folge dem Geld”.

  4. 6. Oktober 2019 at 23:41 —

    An diesem Fight kann man ermessen, wie hoch die Leistung unseres Jack Culcay gegen Sergiv Derevyanchenko einzuordnen ist.
    Die Entscheidung von Jack, in eine tieferliegende Gewichtsklasse (Superweltergewicht oder Halbmittelgewicht) zu gehen, war ganz sicher richtig.
    Hier hat er mehr Chancen.

  5. 7. Oktober 2019 at 08:23 —

    naja, er konnte gegen einen Top Ten noch mithalten – trotz seines Alters, aber es sah gequält aus. Angeblich ist er krank in den Kampf gegangen…
    Derevyanchenko hat gezeigt, warum die Zimtpussy nicht gegen ihn kämpfen möchte. Gegen so einen harten Knochen kann man schlecht glänzen.
    Ausgebuht wird man immer irgendwo. Canelo musste da auch schon durch, obwohl er grundsätzlich nur da kämpft, wo er einen Heimvorteil genießt, der Lappen.
    Bei diesem einen Hammer auf seine Leber, habe ich das erste Mal gesehen, dass GGG auch Schmerz empfinden kann.
    Er baut ab und sollte aufhören. Canelo baut jetzt schon ab. Ich fand, dass er gegen Jacobs schon schlechter aussah, als Golovkin.
    Wenn man auf gleichen Niveau kämpft, neutralisiert man sich nunmal.
    Alles in allem: ein super Kampf und er sollte aufhören. Er wird eindimensionaler im Alter und hört einfach niemals auf seine Trainer.

  6. 7. Oktober 2019 at 09:27 —

    Canelo fights sind Zeitverschwendung und Canelo will nicht gegen Derevyanchenko kämpfen?

    —-

    Klingt kein bisschen Boxwelt fremd! Lewis lahmer Jab wurde überschätzt, Fury ist steif wie ein Brett, Tyson hat nur gegen Flaschen geboxt, Lomachenko ist ein Kirmesboxer, Mayweather war ein Angeber ohne Talent, Roy Jones jr. ist ein Langweiler, GGG ist ein Schaumschläger usw. usw. usw

    Nur Ali war ein richtiger Boxer der auch richtig boxte!

    Die Spezialisten bei boxen.de sollten endlich ein eigene Liga gründen, in welcher sie gegenseitig der ganzen Welt ihre Skills zeigen können. Endlich wären wieder spannende und faire Kämpfe zu sehen!

    • 7. Oktober 2019 at 09:53 —

      habe ich was verpasst? haben die beiden denn gegeneinander gekämpft? Ich meine die Zimtpussy und Derevyanchenko…
      Er war doch PH…
      oder hat er WIEDER einmal einen Gürtel ganz unfair “verloren”?
      Erfindet man nicht neue Gürtel am Fließband, damit er sich seine maßgeschneiderten Gegner aussuchen kann?

      • 7. Oktober 2019 at 11:40 —

        Ja, Du hast etwas übersehen und zwar die Tatsache, dass es nicht die alleinige Entscheidung des Athleten ist, gegen wen er boxen soll. Von daher kannst Du auch nicht gesehen oder gehört haben, dass Canelo nicht gegen Derevyanchnko boxen will.

        Es sind vielmehr wirtschaftliche Beweggründe, welche die Verbände dazu veranlasst, dass ganz bestimmte Kämpfe gar nicht, früher, später oder zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt stattfinden.

        Man nennt es Akkumultion und aus Sicht der Verbände, der Veranstalter, der Boxställe, der Promotoren und auch der Athleten sollte das selbstverständlich sein und solange die Boxkonsumenten fleissig bezahlen und auch noch mehr bezahlen würden, wird akkumuliert was das Zeug hält.

        Canelo würde lieber heute als Morgen gegen Deveryanchenko kämpfen (umgekehrt genau so), weil Canelo gerne der ganzen Welt zeigen würde, das er der Beste ist. Das trifft übrigends auf fast alle Athleten im Wettbewerbssport zu. Lediglich jene, welche über keine wirklichen Talente verfügen und sich mehr oder weniger nach oben “gevögelt” haben, müssen diverse Gegner meiden, was aber ebenfalls nicht von ihnen gesteuert wird.

  7. 7. Oktober 2019 at 10:50 —

    Verstehe die ganze Aufregung nicht, es war ein spannender Kampf und das der Kampf gegen Derevyanchenko eher zäh wird, bzw. auf Biegen und Brechen hinaus läuft, sollte doch so ziemlich jeden vorher schon klar gewesen sein!?
    Der Punktsieg geht vollkommen in Ordnung, knapp zwar aber gewonnen ist gewonnen.

  8. 7. Oktober 2019 at 12:45 —

    Habe mir den Kampf gerade nochmal angeschaut Habe Derevyanchenko mit 4 Runden vorne gehabt.Golovkin sollte aufhören und sein Geld in Dazn-Aktien investieren. 😄

  9. 7. Oktober 2019 at 15:07 —

    @Fallobst Einen Topboxer wie GGG Schaumschläger zu nennen heißt für mich totaler Gehirnverlust.

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