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Gary Russell Jr. siegt einseitig nach Punkten gegen Vyacheslav Gusev

Der hoch gehandelte Federgewichtler Gary Russell Jr. behielt am Samstagabend problemlos seinen lupenreinen Kampfrekord. Der 24-jährige US-Amerikaner dominierte in Las Vegas seinen Kampf gegen den 27-jährigen Russen Vyacheslav Gusev. Mit atemberaubend schnellen Händen beherrschte er beinahe jede Sekunde der zehn Runden und schickte Gusev zwischenzeitlich in der dritten Runde zu Boden ehe er klar nach Punkten gewann.

Der Schnelligkeitsunterschied war von Beginn an mehr als deutlich. Gary Russell Jr. etablierte schnell seinen rechten Hab, der deutlich zu schnell war, als dass Vyacheslav Gusev die Chance hatte ihn zu kontern. So dauerte es fast eine Minute bis dieser seinen ersten wirklichen Schlag abfeuerte. Stattdessen konzentrierte er sich auf eine ordentliche Deckung und kassierte so erst mal noch keine all zu harten Treffer. Erst ganz am Ende der Runde schüttelte Russell Jr. Gusev mit einem rechten Haken zum Kopf ordentlich durch, doch der Gong rettete den Russen.

Im zweiten Durchgang öffnete sich der Kampf etwas mehr, da Gusev mehr riskierte, und Gary Russell Jr. investierte nun mehr zum Körper hin, während weiterhin seine Schnelligkeit den großen Unterschied ausmachte. Mit einem als Konter geschlagenen rechten Haken zum Kopf unterstrich er in der dritten Runde seine Dominanz, als er mit ihm Gusev zum ersten Mal im Kampf zu Boden schickte. Der Russe wackelte und stütze sich mit einer Hand am Boden ab um nicht vollkommen um zu fallen.

Der Kampf blieb einseitig. Russell Jr. variierte sein Arsenal clever und attackierte mit sehenswerten Kombinationen zu Kopf und Körper, während Gusev zunehmend überfordert war mit den schnellen Händen und der guten Workrate des jungen US-Amerikaners. Die einzige Kritik an dem ungeschlagenen 24-Jährigen war, dass er trotz seiner klaren Überlegenheit noch nicht den Abbruch erzwingen konnte, doch Russell Jr. ließ sich Zeit und begnügte sich damit Gusev langsam zu zerbrechen.

Die Schlagstatistiken zeigten den krassen Unterschied, da Gary Russell Jr. nach sechs Runden mehr Treffer gelandet hatte als Gusev Schläge abgefeuert hatte, und Gusev in noch keiner Runde mehr als sechs Treffer gelungen waren. Zudem hatte der Russe noch nicht einen einzigen Jab ins Ziel bringen können. Der Jab des US-Amerikaners hingegen dominierte nach wie vor und bereitete die harten linken Geraden und rechten Haken, die er auch immer wieder zum Körper setzte, stark vor.

Russell bestimmte auch die letzten vier Runden problemlos ohne jedoch noch einmal den zähen Gusev, der in der Vergangenheit bereits mit Juan Carlos Burgos die volle Distanz gegangen war und noch nie gestoppt wurde, mit seiner Schlagkraft wirklich zu beeindrucken. Gusev konnte zwischenzeitlich auch noch einmal unerwartet durchatmen, als Russells Handschuhe zwischen den Runden ausgetauscht werden musste, was zu einer mehr als zweiminütigen Pause zwischen der Achten und Neunten führte. Es wirkte unterdessen so als wäre Russells linke Schlaghand verletzt, da er diese kaum noch brachte und zwischenzeitlich lange Kombinationen ausschließlich mit der rechten Hand schlug.

Nachdem der Schlussgong erklungen war wurde das einstimmige Urteil für Gary Russell Jr. verlesen. Alle drei Punktrichter sahen es 100-89. Dieser feierte damit seinen zweiundzwanzigsten Sieg als Profi und blieb weiter ungeschlagen und auf dem Weg zu einem WM-Titel, den er für dieses Jahr eingeplant hat. Zudem ging er das erste Mal über zehn Runden. Gusev verlor zum dritten Mal in seinem dreiundzwanzigsten Profikampf, nachdem ihn zuvor Alisher Rahimov und Juan Carlos Burgos bereits besiegt hatten.

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6 Kommentare

  1. Bush
    3. März 2013 at 17:31 —

    Der Russe ist ein netter Kerl, kann aber nicht boxen. Übrigens hat Gary Russell Jr. nicht nur nach 6 Runden mehr Treffer gelandet, als Gusev geschlagen hat. Das Endergebnis: Gusev: 33 Treffer von 214 Schlägen, 15%. Russel Jr: 229 Treffer von 797 Schlägen. 29%.

    Gusev Schläge = 214
    Russel Treffer = 229

  2. JohnnyWalker
    3. März 2013 at 19:21 —

    Naja, Russell ist ein typischer Showboxer, viel und schnell schlagen aber mit einer unterdurchschnittlichen Trefferquote. Gusev hat sehr wenig geschlagen, dafür aber die meisten seiner Schläge ins Ziel gebracht. Aufjedenfall wenn jemand wie Russell permanet schlägt, kann er nach Punkten in den Staaten niemals verlieren, zu mal es dem Gegner unmöglich gemacht wird ihn abzukontern. Aber Russell ist nicht perfekt, seine Defensive scheint mir doch überwindbar und das wird er beim nächsten guten Boxer zu spüren bekommen. Burgos und Magdaleno wären z.B. solche Boxer.

  3. Bush
    3. März 2013 at 21:09 —

    Würde ich jetzt nicht so unterschreiben. Natürlich lebt Russell von seinem Speed, aber es gab Runden, da hat er über 50% seiner Schläge ins Ziel gebracht. In der 8,9 & 10ten Runde musste er sich Gusev vom Leib halten, da seine Hand verletzt war.

    Gusev hat wenig geschlagen, aber die meisten Schläge ins Ziel gebracht? 33 von 214, und mit einer Trefferquote von 15%. Russell hat fast 30% aller Schläge ins Ziel gebracht, das ist nicht unterdurchschnittlich würde ich meinen!

    Schlecht ist Russells Defensive nicht, aber so besonders Gut auch nicht.

  4. Bush
    3. März 2013 at 22:26 —
  5. JohnnyWalker
    3. März 2013 at 23:04 —

    auf die Stats verlass ich mich schon lange nicht mehr. Ich mach lieber die Augen auf. Saubere Treffer habe ich von Russell auch nicht übermäßig viele gesehen. Das meisten von Russell’s Speed kam durch seinen Jab meist direkt auf den Handschuh von Gusev.
    Schau dir den Handspeed von Broner und Santa Cruz an und welche Präzision dahinter steckt. Das ist eine ganz andere Kategorie. Für Russell braucht’s nur einen Gegner wie Ponce der einfach durch die Schläge durch geht und ihm umhaut oder einen wien Garcia der seine Linke dort hin setzt, dass Russell nicht mehr schlägt.
    Ich weiß der Handspeed von Russell ist beeindruckend, täuscht aber meiner Ansicht nach über einige Defizite hinweg. Die Zahlen sehen auch “toll” aus, aber Gusev hat wirklich sehr wenig geschlagen, von daher täuscht das ein bisschen. Russell nutzt sein Handspeed auch um zu verteidigen bzw. den Gegner die Möglichkeit des Schlagens zu nehmen. Im Federgewicht gibt es so viele gute Boxer und excellenten Nachwuchs, dass Gusev da nichts weiter als ein Aufbaugegner darstellt, obwohl er Burgos einen harten Fight beschert hatte. Boxen ist wie so oft ne Stilfrage und junge US-Boxer werden immer mit solchen Leuten aufgebaut, die ihnen liegen.

  6. simon_says
    4. März 2013 at 17:48 —

    hätte russel jr genauso schnelle beine wie hände, wäre, bzw könnte aus ihm ein grosser werden. russel jr bewegt sich einfach zu wenig, er steht meistens genau vor dir. aber vielleicht kann er mich noch überzeugen…

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