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Garcia schlägt Tagoe

Garcia schlägt Tagoe

Und damit ist das Wichtigste über diese Begegnung im Alamodome im texanischen San Antonio eigentlich gesagt. Auch wenn vorher schon klar war, dass ‚King Ry‘ in diesem Kampf der größere Mann sein würde, schien der Größenunterschied der beiden Boxer doch reichlich mehr als die bei Boxrec ausgewiesenen 5 cm zu betragen. Auch die Reichweitenvorteile bei Garcia, der zudem mit 23 der 10 Jahre jüngere Mann im Ring war.

Die Rolle des Favoriten also klar bei Garcia, der nur eines nicht schaffte: seinen Gegner aus Ghana durch KO zu besiegen. Stattdessen Runde für Runde das gleiche Bild: Garcia der aggressivere und Tagoe an den Seilen entlang „auf der Flucht“.

In Runde 2 wackelt Tagoe, muss runtergehen, beklagt aber, er sei gestoßen worden. Damit ist dann quasi auch schon das Highlight des Kampfes benannt. Tagoe – so der Kommentar eines Boxfans – sei wie ein Stein im Schuh: nicht gefährlich, aber schon störend.

Um es anders zu formulieren: Tagoe hat gemacht, was er konnte. Und das war eben bei weitem nicht genug, um Ryan Garcia gefährlich werden zu können. Wie die vom 33-jährigen angekündigte „andere Art zu boxen“ wohl aussehen könnte, das hat Emmanuel Tagoe leider für sich behalten. Zumindest im Ring war davon nichts zu sehen.

Für mich stellte sich eigentlich nur die Frage: wann haut Garcia ihn um? Eine Frage, die sich nach 12 geboxten Runden mit „gar nicht“ beantworten lassen musste. Aber woran lag es? An der langen Pause? Am Trainerwechsel? Am mangelnden Vertrauen zur operierten Hand? Daran, dass ein gutes Pferd nicht höher springt, als es muss? Man weiß es nicht.

Klar, Tagoe hatte auch seine Momente, hat sich gewehrt, mitgefightet, Treffer gelandet, die klareren, härteren und vor allem häufigeren Treffer konnte aber Garcia für sich verzeichnen. Wohl auch deshalb fing der ‚Game Boy‘ in den späteren Runden an, vermehrt zu klammern. Resümee im neunten Durchgang: alle Runden bisher bei Garcia. In Runde 10 dann Tagoe erneut angeklingelt, doch auch diesmal zeigt er gute Nehmerqualitäten. Nach zwei weiteren Runden lautet das Urteil am Ende: 119-108, 119-108 und 118-109 für Garcia.

„Ich denke, wenn ich zu Beginn des Kampfes angefangen hätte, ihn stärker unter Druck zu setzen, hätte ich ihn da rausholen können“,  erklärte Garcia anschließend: „Es war eine neue Erfahrung, einem Typen, der ums Überleben kämpfen wollte, den Ring abzuschneiden. Ich weiß das zu schätzen.“

Nun darf man gespannt sein, wer als nächster mit Ryan Garcia im Ring steht.

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9 Kommentare

  1. 10. April 2022 at 18:42 —

    Aber woran lag es?

    _________________________________________-

    Ryan Garcia ist absolut kein “come forward ko artist”..
    Seine relativ hohe KO Quote ist hauptsächlich ein Produkt hervorragenden Matchmakings, was er ja indirekt auch im oben wiedergegeben Zitat selbst bestätigt..
    Ein Großteil seiner “besseren Gegner” waren Boxer mit eklatanten Schwächen die Defence betreffend (Rodriguez, Duno, Fonseca, Parra).. Da sind vorzeitige Siege so gut wie vorprogrammiert..
    Gegen solidere Gegner wie Carlos Morales und Jayson Velez sah das ganze schon etwas anders aus..

  2. 10. April 2022 at 19:00 —

    Und Luke Campbell?

  3. 10. April 2022 at 21:25 —

    Ein fieser Schlag auf den Hinterkopf läutete den Niederschlag in Runde 2 ein… Ansonsten natürlich Punktsieg ok, aber man sollte afrikanische Boxer nie unterschätzen und erwarten, dass sie sich einfach hinlegen und liegen bleiben.

  4. 16. April 2022 at 18:15 —

    Liebe User von Boxen.de. Aufgrund der ständigen Anfeindungen eines Users werde ich vorläufig die Kommentarfunktion deaktivieren.

    Ich bitte um Verständnis.

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