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Gamboa blamiert sich in Las Vegas

Bildmontage: Boxeocubano

Mit einer Überraschung endete Gestern in Las Vegas der Kampf zwischen dem Kubaner Yuriorkis Gamboa und dem Mexikaner Robinson Castellanos. Der Ex-Champ im Federgewicht hatte offenbar seinenGegner maßlos unterschätzt und ging sehr schlecht vorbereitet in diesen Kampf. Der 35-jährige Castellanos stahl dem gleichaltrigen Gamboa von Beginn an die Show und machte seinem Kampfnamen „Robin Hood“ alle Ehre.

Gamboa gelang es einfach nicht, seinem Gegner seinen Kampf aufzuzwingen. Im Gegenteil: Der Mexikaner schien bestens auf Gamboa eingestellt zu sein und zeigte keinerlei Respekt vor dem Ex-Weltmeister. Es entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe. Nicht etwa, weil Castellano so brilliant geboxt hätte, sondern weil Gamboa in diesem Fight einfach mal schlecht war. Offenbar glaubte er mit diesem Gegner leichtes Spiel zu haben und vernachlässigte sowohl seine Deckung, als auch seine Beinarbeit.

Gamboa schien in diesem Kampf nicht nur völlig überfordert zu sein. Er war es auch. Irgendwie wurden Erinnerungen an den trainingsfaulen Odlanier Solis wach. Beide sind mit einem unglaublichen Talent gesegnet und haben eine 1A kubanische Boxschule hinter sich. Es ist einfach nur erbärmlich zuzusehen, was sowohl Solis, als auch gestern Abend Gamboa aus ihrem Können gemacht haben: Grenzenlose Selbstüberschätzung und keine Einsicht mehr, an sich zu arbeiten. Sind diese kubanischen Talente einfach nicht geeignet, sich als Profis lang anhaltend zu profilieren? Sind sie einfach zu „satt“ und verspüren als Profis zu wenig Erfolgshunger?

Gegen Ende von Runde 3 musste Gamboa nach einer Rechten zum Kopf auf den Boden. Die Pausenglocke rettete ihn nach dem Anzählen vor dem Nachsetzen des Mexikaners. Zu Beginn der 4. Runde kam wieder eine Rechte geflogen, die Gamboa auf die Knie zwang. Es gelang Castellanos dann aber nicht, dem Kubaner den Rest zu geben und „den Sack“ endgültig zu zumachen. Gamboa schaukelte sich noch über die nächsten Runden, hatte aber nach der 7. keine Lust mehr. Er gab auf. Scheinbar war sein Tank so leer, dass es nicht mehr für die noch ausstehenden 3 Runden reichte. Im Gegensatz dazu wirkte der Mexikaner noch frisch genug.

Für Gamboa war diese Niederlage eine Blamage. Er hat einen frischen Vertrag mit Golden Boy. Oscar de la Hoya glaubte daran, dass Gamboas Karriere noch einen zweiten Schub bekommt. Der Kampf gegen Castellanos sollte sein Können überzeugend unter Beweis stellen. Was dann allerdings von ihm kam, war eher eine lustlose Vorstellung. Damit dürfte sich Gamboa Einiges verbaut und es in Zukunft bei “Golden Boy” schwer haben. Er muss sich um 180 Grad drehen, wenn er noch “etwas reissen” will, falls er bei de la Hoya überhaupt noch die Chance dazu bekommt. In der BoxRec-Wertung fiel Gamboa auf 37, während Castellanos in die Top 10 katapultiert wurde und sich Hoffnungen auf weitere gute Pay-Days machen kann.

Hier der Kampf:

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1 Kommentar

  1. 8. Mai 2017 at 12:06 —

    Tja, was soll man von Gamboa bloß halten? Selbst wenn er über seinen Zenit wäre hätte er Castellanos locker besiegen müssen!
    Ich gehe mal davon aus das er seinen Gegner schlichtweg unterschätzt hat und es mit dem Training nicht ganz so ernst genommen hat und/oder keine Einstellung zu seinen Gegner hatte!?

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