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Frauen-Weltmeisterschaftskämpfe am Wochenende

Bilder: Pepe Rodriguez / WBC, SES Boxen, Rainer Gottwald

Yesina Gomez – Neue WBC Weltmeisterin im Halbfliegengewicht

Sie hat es tatsächlich geschafft! Yesina Gomez ist es gelungen, nach einer ganzen Serie von unbefriedigenden Kampfergebnissen incl. einer unglücklichen Niederlage endlich einen, wenn auch knappen, Sieg zu erringen. Sie bezwang am Samstag im heimatlichen Cancun WBC-Halbfliegengewicht Weltmeisterin Esmeralda Moreno nach Punkten.

Der Kampf war ein Rematch, das Moreno freiwillig gewährte. Sie schien sich ihrer Überlegenheit sehr sicher zu sein und stimmte sogar zu, in Gomez Heimatstadt Cancun anzutreten. Was dann im Ring gewschah, sah ähnlich aus wie im ersten Kampf im Mai. Beide Boxerinnen schenkten sich Nichts und steigerten in den letzten Runden die noch die Intensität ihrer Aktionen. Übertrieben gesagt: Die Zuschauer in den ersten Reihen mussten aufpassen, dem Funkenflug und den Schrapnells zu entgehen, die bei diesem „Kampf um Alles“ um den Ring herum zu fliegen schienen. Als das Urteil gesprochen wurde, war das für Yesina Gomez wie die Befreiung von einem Fluch, der auf ihr zu liegen schien. In den letzten 5 Kämpfen gab es ein NC, eine Niederlage und 3 Unentschieden. Diesmal mit 95:95, 96:94 und 97:93 einen knappen Sieg und den WBC-WM-Titel im Halbfliegengewicht.

Arely Mucino bleibt WBO-Weltmeisterin

Ebenfalls am Samstag in Mexiko verteidigte WBO-Fliegengewicht-Weltmesterin Arel Mucino ihren Gürtel gegen die in Mexiko lebende amerikanische Herausforderin Maria Salinas. Auch hier gab es eine Punktrichterentscheidung, die am Ende mit 98:92, 97:93 für und 94:96 gegen die Weltmeisterin ausfiel. 

In Runde 1 sorgte Mucino mit einigen schweren Körpertreffern gleich mal für geklärte Verhältnisse, wer die Chefin im Ring ist. Die Herausforderin war zwar beeindruckt, lebte aber in den folgenden Runden immer wieder auf und landete ihrerseits gute Treffer. Der Kampfverlauf war sehr eng. Die Weltmeisterin gab in den Runden 9 und 10 noch einmal Alles und konnte damit wenigstens 2 der 3 Punktrichter überzeugen. 

Das Boxen genießt in Mexiko den gleichen Stellenwert wie in Europa der Fussball. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob Männer oder Frauen im Ring stehen.

 

Fabiana Bytyqi erobert vakanten WBC-Titel im Atomgewicht

Mit einer eindeutigen Punktwertung von 2x 100:90 und 99:91 sicherte sich die 22Jährige Tschechin den WBC-Titel im Atomgewicht. Der Kampf um diesen Gürtel fand in ihrer Heimatstadt Usti na Labem statt. Gegnerin bei dieser WM war die kampferfahrene Britin Denis Castle. Die 46Jährige aus Bournemouth / Dorset ist eine Kämpferin, die aus dem Muai Thai kommt und bisher wenige Kämpfe im klassischen Boxen bestritt. Der Verband WBC hat sie zu dieser WM zugelassen und immerhin stand sie die 10 Runden durch.

Die anwesenden 1500 Zuschauer erlebten einen pannenden Kampf, bei dem sich die junge gegen die erfahrene Kämpferin durchsetzen konnte. Fabiana Bytyqi ist die erste „richtige“ Boweltmeisterin ihres Landes. Zuvor war sie bereits WBC-Juniorenweltmeisterin und trug den WBC-Silverbelt.

Nicole Wesner verteidigt ihre 3 Gürtel durch KO Sieg in Wien

Mit einem vorzeitigen Sieg über die Georgierin Nana Chakhvashvili verteidigte die in Wien lebende Mannheimerin Nicole Wesner ihre Titel im Leichtgewicht der Verbände WIBF, GBU und WBF. In den ersten 4 Runden bewies die Herausforderin starke Nehmerqualitäen und steckte so manche „Bombe“ ein. Die Weltmeisterin bescheinigte ihrer Gegnerin lt. österreichichischer „Kronenzeitung“, dass sie eine „zähe Kriegerin“ war und „ziemlich harte Dinger“ nehmen konnte. Erst als Nicole Wesner ihre Schläge mehr auf den Körper konzentrierte, zeigte sich der gewünsche Erfolg: KO-Sieg in Runde 5 nach einem Lebertreffer.

Nicole Wesner bestätigte, dass die Gegnerin bei dieser Titelverteidigung eine Ersatzgegnerin war. Die geplante Kontrahentin aus der Dom-Rep hatte kein Einreisevisum bekommen. Ob das der gegenwärtig veränderten politischen Situation geschuldet ist? Auch bei anderen Veranstaltungen hörte man davon, dass es Schwierigkeiten gibt, für Boxer/innen aus Nicht-EU Ländern ein Visum zu bekommen. Nicole Wesner sagt, sie sei in Verhandlungen wegen verschiedener Events und hofft, Anfang nächsten Jahres wieder in den Ríng zu steigen.

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