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Frank Warren: „Wir müssen wichtige Entscheidungen treffen!“

Frank Warren: „Wir müssen wichtige Entscheidungen treffen!“

Im Gespräch mit der BBC hat sich der britische Boxpromoter Frank Warren Gedanken darüber gemacht, ob in naher Zukunft überhaupt große Kämpfe stattfinden können. Die Kosten für die zur Zeit geltenden Sicherheitsprotokolle seien hoch, erklärte der Queensberry Promotions-Boss, und ohne Ticketverkäufe sei das Ganze nicht finanzierbar.

Warrens erste Boxveranstaltung nach dem Corona-Lockdown findet heute Abend hinter verschlossenen Türen im BT Sport Studio in East London statt. Ohne Frank Warren.

„Ich kann nicht hingehen!“ sagte Warren in einem Interview: „Ich habe alle Tests durchführen lassen, aber der Platz ist so begrenzt, dass ich nicht hingehen kann. Nur relevante Menschen sind vor Ort. Ich bin nicht relevant genug!”

Gemäß den Richtlinien des British Boxing Board of Control hätte Warren ohnehin keinen Sitzplatz bekommen: „Fakt ist, dass ich nicht am Ring sitzen kann und es nicht so ist, als könnte ich in die Umkleidekabinen gehen. Aber es ist die erste Boxveranstaltung und ich werde mit niemandem streiten. Ziel ist es, dass es so sicher und reibungslos wie möglich läuft.“

Dazu gehört auch, dass die Teilnehmer vor dem Kampfabend im Hotel isoliert werden. Während der Veranstaltung müssen die Ringrichter zwischen den Kämpfen duschen, während der Ring von einer darauf spezialisierten Firma gereinigt wird. Die Kosten muss Warren stemmen, Pay-per-View- oder Ticketverkaufserlöse gibt es nicht: „Jeder muss getestet werden. Und sie werden nicht nur einmal getestet. Einige sind dreimal getestet worden. Wir sperren Leute in Hotels ein. Ring- und Punktrichter sind eingesperrt, sogar die Ärzte sind eingesperrt und sie wollen für ihre Zeit Geld haben.“

Kein Wunder, dass der 68-jährige sich fragt, wie in näherer Zukunft hochbezahlte, namhafte Kämpfer im Ring zu sehen sein sollen: „Die Karriere eines Boxers ist kurz. Sie müssen Kapital daraus schlagen, solange sie jung sind. Ich denke, wir müssen einige ernsthafte Entscheidungen treffen.“

Ohne ein Live-Publikum und Ticketverkäufe müsse das Boxen – so Warren weiter – sein Finanzmodell überdenken. Einige Promotor seien der Meinung, die Börsen der Kämpfer müssten gekürzt werden. Eine andere Möglichkeit wäre es, Einnahmen zu generieren, in dem man auf Veranstaltungsorte ausweicht, die für die Durchführung eines Kampfes zahlen. So wie es in der Vergangenheit zum Beispiel bei Saudi Arabien der Fall war.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass Tyson Fury eines Tages einen „Geisterkampf“ hinter verschlossenen Türen machen würde, antwortete Warren: „Es ist eine Herausforderung und schwierig, aber es kann der Zeitpunkt kommen, an dem das passiert!“

Bei der heutigen Fightnight will Superbantamgewichtler Brad Foster seinen Commonwealth-Titel gegen seinen Landsmann James Beech verteidigen. Beide Kämpfer wurden bereits in den vergangenen Wochen auf den Coronavirus getestet, in der Woche vor dem Kampf erfolgten zwei  weitere Tests. Beide Boxer durften das Hotel nicht mehr verlassen. Die heutigen fünf Begegnungen werden von zwei Offiziellen überwacht, die zwischen den Kämpfen duschen müssen und Gesichtsmasken tragen. Der Ringsprecher wird sich außerhalb des Rings befinden.

Nicht schön, aber nicht zu ändern, wie Frank Warren weiß: „Ich konzentriere mich darauf sicherzustellen, dass wir liefern. Es ist gut für uns, es ist gut für die Zuschauer und das Boxen. Ich werde alles tun, damit es gut läuft.“

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