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Frank Warren: Erst ‚AJ‘, dann Wilder

Frank Warren: Erst ‚AJ‘, dann Wilder

Tyson Furys Promoter Frank Warren hat in einem Interview bekräftigt, dass er größeres Interesse an einem Titelvereinigungskampf mit Anthony Joshua habe, als an einer dritten Begegnung mit Deontay Wilder. Warren erklärte, er wäre enttäuscht, wenn Deontay Wilder von seiner Option für einen Rückkampf  Gebrauch machen würde.

“Ich würde lieber direkt mit Joshua weitermachen, aber es gibt einen Vertrag!“ sagte Warren im Interview mit der BBC: „Und wenn er (Wilder) auf dem Kampf besteht, sind wir daran gebunden.“

Eine Möglichkeit zieht Warren allerdings in Betracht: „Wir könnten ihm ein Step aside-Angebot machen, ihn bezahlen, wenn er das möchte. Aber das ist seine Entscheidung!“

Zumindest einer ist sich aber sicher, dass der Kampf zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua bald kommt: Joshuas Promoter Eddie Hearn.

Und auch, wenn Hearn und Frank Warren hier wohl ausnahmsweise mal dasselbe wollen, nämlich dass diese Begegnung tatsächlich stattfindet, kann sich Warren einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Eddie Hearn ist wie ein Kind, dessen Nase gegen das Fenster einer Party gedrückt ist, zu der er nicht eingeladen wurde! Niemand kümmert sich darum, was er (…) sagt, und das Meiste, was er sagt, ist reiner Müll.“

Vielleicht meint Warren damit auch die folgende Äußerung von Hearn: „Die Leute wollen den dritten Kampf nicht. Sie hatten jetzt 19 Runden, Wilder hat wahrscheinlich drei davon gewonnen und im letzten Kampf wurde er geschlagen.”

Zumindest im letzten Punkt hat Eddie Hearn Recht, was Punkt 1 betrifft, bin ich mir da nicht sicher. Da es für Wilder keine interessante Alternative zur Trilogie gibt, kann man wohl aber ausgehen, dass es im Laufe des kommenden halben Jahres zum dritten Kampf gegen Fury kommt.

Allerdings ist Joshua ebenfalls gebunden: der Schwergewichtler aus Watford wird am 20. Juni gegen IBF-Pflichtherausforderer Kubrat Pulew antreten. Ein Fight zwischen Fury und Joshua könnte deswegen – Wilder hin oder her – sowieso erst Ende des Jahres steigen.

Aus diesem Grund macht die Zahlung einer ‚step aside-fee‘ an Deontay Wilder nur dann Sinn, wenn man in Betracht zieht, dass der ‚Bronze Bomber‘ sich im dritten Kampf seinen WBC-Titel zurückholt. In diesem Fall ginge es dann nämlich in einem Folgekampf zwischen den beiden britischen Heavyweights Fury und Joshua nicht mehr um alle vier Titel.

Man darf gespannt sein.

 

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8 Kommentare

  1. 27. Februar 2020 at 08:02 —

    Statt ein step aside-fee gäbe es noch eine weitere Alternative. Wenn sich Warren und Hearn ausnahmsweise mal zusammentun, würden sie dem Wilder-Lager ein Angebot unterbreiten und Wilder zusichern, den Gewinner aus der Begegnung Fury-Joshua zu boxen. Dazu müssten natürlich auch beide bereit sein, auf eine sofortige Rückkampfklausel zwischen Fury und Joshua zu verzichten.
    Für das Wilder-Lager sollte dies ein akzeptables Angebot sein. Er hätte so die Chance, um alle Gürtel zu kämpfen. Außerdem gewänne er Zeit, sich durch ein, zwei Aufbaukämpfe wieder in Form zu bringen und den letzten Kampf aus seinem Schädel zu bekommen. Auch wenn Wilder (egal gegen wen) als Underdog in den Ring stiege, so sind doch seine Chancen ungleich höher als bei einem dritten Kampf gegen Fury – und das schon im Juli 2020.
    Und für die anderen Beteiligten wäre es genauso vorteilhaft. AJ würde seinen Verpflichtungen ohne Druck nachgehen können und gegen Pulev ein paar wichtige Aufbaurunden als Härtetest für Künftiges absolvieren. Fury hingegen könnte könnte im kommenden Sommer oder Herbst gegen Whyte in den Ring steigen für einen anständigen Zahltag.
    Eine Win-Win-Win Situation also.

    • 27. Februar 2020 at 08:40 —

      das was du vorschlägst ist ja auch nichts anderes als ein step aside angebot. ich denke dazu könnte es schon kommen aber etwas geld wirds obendrauf trotzdem geben. wobei nicht klar ist was dann mit usyk wäre. und wie die wbo auf so ein vorhaben reagiert. es ist in jedem fall bewegung drin im schwergewicht. ob wir tatsächlich mal den einen champion bekommen der alle gürtel hat sei aber trotzdem noch dahingestellt!

      • 27. Februar 2020 at 09:03 —

        Jedenfalls ist es ein machbarer Weg. Hier geht es ja in erster Linie ums Geld bzw. um bestmögliche Positionen der Hauptprotagonisten, um möglichst viel Geld zu generieren.
        Usik würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Hauptprotagonist bezeichnen. Das kann sich 2021 für ihn ändern.

        • 27. Februar 2020 at 11:02 —

          naja aber usyk ist nunmal PH und die WBO hat schon Druck gemacht. es wäre echt schade wenn joshua den gürtel verlieren würde und man dann nach dem fight immer noch in der gleichen situation wäre, dass es 2 wm gäbe (die interims wms bzw. reg. wie whyte und charr usw. mal nicht mitgezählt)

          • 27. Februar 2020 at 12:35

            Ja, das wäre schade. Und sicherlich wird Usyk Druck machen. Aber das ist normal. Kann gut sein, dass die WBO hier nicht mitspielt und ne Frist im Jahre 2020 ansetzt. Hätte auch nichts dagegen, wenn es zuvor zu einem Kampf Joshua vs. Usyk käme. Wenn Usyk sich hier durchsetzen würde, dann gäbe es eine andere Konstellation, die aber nicht weniger spektakulär wäre. Usyk hätte wahrscheinlich nichts dagegen einen Vereinigungskampf. Vorausgesetzt natülich, Joshua spielt hier mit. Kann auch gut sein, dass er den Titel niederlegt. Ist ja schließlich ne Geldfrage.
            Letztlich ist da die große Boxpolitik gefragt.

  2. 27. Februar 2020 at 10:51 —

    Wenn Wilder sich querstellt und auf eine Rückkampf pocht, würde ich an Fury seiner stelle den WBC Titel niederlegen und trotzdem gegen AJ boxen und hat dann die besten seiner Zeit geboxt. Im Falle eines Sieges gegen AJ hat er drei Gürtel und könnte jederzeit einen Kampf gegen Wilder um alle vier Gürtel bekommen. Außerdem wenn juckt es ob er alle vier Titel gleichzeitig hält, er hat sie alle nacheinander gewonnen. Mit diesem Argument in der Tasche, wird sicherlich auch Wilder bereit sein, auf den Sieger zwischen AJ und Fury zu treffen ansonsten kann er für kleine Münze gegen Whyte um den vakanten WBC Gürtel boxen.

    • 27. Februar 2020 at 12:43 —

      Davon gehe ich nicht aus. Denn er hat ja jetzt schon alle Titel inne gehabt. Jetzt will er dies toppen und alle gleichzeitig schultern. Und warum sollte er nun auf Teufel komm raus AJ boxen? Er hat gar keinen Druck. Der Druck liegt hier eher bei AJ. Denn medial wird er derzeit nun mal nicht als der unumstrittene Schwergewichtsweltmeister angesehen. Das weiß er. Möchte er das, wird er sich über kurz oder lang Fury stellen müssen (ich gehe davon aus, dass Fury sich erneut gegen Wilder durchsetzen wird).
      Aus Wilders Sicht wäre es ein Fehler, sich sofort einem Re-Rematch zu stellen. Er wird (mental) nicht fit genug sein. Ohne ein, zwei gute Aufbaukämpfe wird er kaum eine Chance haben.

  3. 1. März 2020 at 18:45 —

    @ pedderson
    wilder ist 34.. hat vielleicht noch 2 starke jahre… die börse die er gegen fury bekommt wird er mitnehmen… die ist wahrscheinlich mehr als 10 mal so hoch , als wenn er gegen irgendjemand anderes boxt…. hier gehts rein ums geld… wilder hat nicht mehr viele kämpfe um zu sammeln für die rente

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