Bild: francisngannou / Instagram (Bearbeitung: Boxen.de)

Francis Ngannou – who`s first?

Francis Ngannou – who`s first?

Dillian Whyte hat angeboten, gegen Francis Ngannou zu kämpfen. Ein Angebot, das Ngannou, der bislang der amtierende Schwergewichts-Champion der UFC war und sich kürzlich von Dana White getrennt hat, eigentlich sehr gelegen kommen müsste.

Schon seit längerem denkt der 36-jährige nämlich über einen Auftritt im Boxring nach. Während des gesamten Jahres 2022 ging es vor allem um einen möglichen Crossover-Kampf gegen WBC-Champion Tyson Fury. Auch der ‚Gypsy King‘ zeigte sich interessiert und ging nach seinem Sieg über Dillian Whyte sogar so weit, das Jahr 2023 für einen Kampf gegen Ngannou zu nennen. Nachdem Fury sich wieder mehr auf seine Boxkarriere und einen Vereinigungskampf gegen Oleksandr Usyk zu konzentrieren scheint, ist das aber wohl „Schnee von gestern“.

Heavyweights, die an einer Begegnung mit ‚The Predator‘ interessiert sind, gibt es trotzdem.

Zum Beispiel Derek Chisora. ‚Del Boy’ möchte aber nicht nur den Ring mit Francis Ngannou teilen, sondern auch den Käfig. Kalle Sauerland hat kürzlich in einem Interview verraten: „Ich würde ihn (Ngannou) gerne unter Vertrag nehmen. Er würde perfekt in unsere Crossover-Sachen mit Misfits passen.“ Wie es heißt, sind beide Parteien schon in Gesprächen. Misfits Boxing ist eine Crossover-Box-Promotion, die der boxende YouTuber KSI im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat.

Über Derek Chisora muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Chisora ist zwar ​​ehemaliger britischer, Commonwealth- und Europameister und hat zweimal um den Weltmeistertitel der WBC geboxt, gilt aber mittlerweile als „über den Berg“.

Ein weiterer Interessent ist – wie anfangs erwähnt – Dillian Whyte. Auch er würde sich gerne im Rahem eines Box-/MMA-Deals mit Ngannou messen: „Viele Boxer kämpfen gegen MMA-Fighter und verprügeln sie in einem Boxring, aber sie sind nicht mutig genug, um in den Käfig zu steigen. Ich würde gerne gegen ihn boxen und auch im Käfig gegen ihn kämpfen.“ sagte Whyte bei „SkySports“

Böse Zungen behaupten allerdings: „Dillian Whyte ist der neue Derek Chisora!“. Heißt: zu „mittelmäßig“ für Ngannou. Zudem ist Dillian Whyte in den Vereinigten Staaten nicht sonderlich bekannt und würde schwerlich das Interesse der dortigen Kampfsportfans wecken. Auch wenn Whyte wortwörtlich gesagt hat: „Ich glaube, ich würde ihn verprügeln. Fans auf der ganzen Welt würden gespannt zusehen, weil er ein ehemaliger UFC-Champion ist, der gegen ein Top-Schwergewicht wie mich antritt. Ende März, Anfang April, so ähnlich. Das würde ihm genug Zeit für ein Trainingslager geben!“

Mittlerweile scheint Whyte sich aber anders entschieden zu haben. Wie Wallins Promoter Dmitry Salita jetzt verraten hat, könnte es im April zum Kampf zwischen dem ‚Body Snatcher‘ und Wallin kommen.

Dass Ngannou letztendlich tatsächlich an einem Fight mit Chisora oder Whyte interessiert ist, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Denn der Ex-UFC-Champ hat Anthony Joshua und Tyson Fury als seine primären Boxziele für einen möglichen Crossover-Kampf in diesem Jahr benannt.

Joshuas Promoter Eddie Hearn geht allerdings davon aus, dass ‚AJ‘ andere Ziele verfolgt: „Die Strategie für AJ ist es, wieder Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Wenn ich Ngannou wäre, würde ich erst mal ein paar Kämpfe machen und an mir als Boxer arbeiten, um in die Position eines (ernsthaften) Herausforderers zu kommen.“

Das US-amerikanische Sportmagazin „Bleacher Report“ hat ungeachtet dessen eine Liste der fünf besten Ringoptionen für Ngannou zusammengestellt.

Darunter – als absoluter Ausreißer – James Toney: mittlerweile 54 Jahre alt und seit 2017 inaktiv. Daneben Anthony Joshua, Deontay Wilder, Oleksandr Usyk und Tyson Fury.

Eine Auflistung, die man ebenso gut „die fünf unwahrscheinlichsten Gegner für Francis Ngannou“ hätte nennen können.

Ich persönlich denke, dass ein US-amerikanischer Gatekeeper wie Jerry Forrest oder Joey Dawejko eine gute Wahl wäre. Aber vielleicht wäre ‚The Predator‘ auch damit schon überfordert. Zwar ist der 36-jährige für seine verheerende KO-Power bekannt, hat bei 17 Käfigkämpfen 16 Siege errungen, aber die Waffen, die den ‚Predator‘ in den MMA-Kämpfen so einzigartig gemacht haben, lassen sich möglicherweise im Ring nicht nutzen.

Wie es UFC-Kämpfer Anthony Smith formuliert hat: „Francis Ngannou ist als Schwergewichtsboxer ein unbeschriebenes Blatt. Er ist ungewöhnlich im MMA. Er ist einzigartig. Er ist etwas ganz Besonderes, aber im Profiboxen ist er bestenfalls Durchschnitt. Im besten Fall ist er ein durchschnittlicher Puncher und ein unterdurchschnittlicher Boxer, unterdurchschnittlich in seiner Beinarbeit und seinen Moves. Unterdurchschnittlich in seiner Defense. Er wird sich als Profiboxer im Schwergewicht nicht gut schlagen. Er wird einen großen Boxkampf bekommen und wir werden sehen, wie gut er tatsächlich ist, und dann sagen: Oh, verdammt. Er ist nicht so gut.“

Was glauben die Leser von Boxen.de. Macht der Wechsel von Ngannou in den Boxring Sinn? Und gegen welchen Gegner – außer Jake Paul (Sarkasmus-Modus aus) – würdet ihr ihn gerne kämpfen sehen?

3 Gedanken zu “Francis Ngannou – who`s first?

    1. Könnte daran liegen, dass die meisten Boxsportfreunde einfach kein Interesse an MMA haben und den Athleten.

      Vielleicht sind die meisten auch genervt davon, dass MMA Fighter den Boxsport als Zirkusnummer verunglimpfen, frei nach dem Motto „Im Boxen verdienst du selbst mit Scheisse Gold“.

      Siehe McGregor, Vitor Belfort oder die Paul Brüder. Nichts für ungut. Mit den Youtube Clowns kann du wenigstens noch Hate Comments generieren………..

    2. Francis Ngannou ist einfach nur ein Berg von Mann, mehr nicht, im Sinne von Boxen. Mit 4 Unzen kann er sicherlich gefährlich hauen mit seinen Schwingern, aber dass war es dann auch. Er soll sich hocharbeiten wie jeder andere es auch muß/mußte. Nur weil er im MMA ein Champion ist, gibt es ihm nicht das Recht die großen Kämpfe im Boxen einzufordern. Soll er doch crossover im Käfig mit MMA Handschuhen die Paul’s dieser Welt vermöbeln.

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