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Francesco Pianeta hängt die Boxhandschuhe an den Nagel

Ein Beitrag von F. W.

Bilder: Marianne Müller

„Ich habe mich entschlossen, meine Karriere offiziell zu beenden“

Pianeta tritt zurück, eine gute Entscheidung. Sicher gibt es Fans, die trotz der zuletzt eher ernüchternden Leistungskurve des Gelsenkircheners nun enttäuscht sind, aber die Gesundheit geht vor. In einem Video hatte Pianeta seine Entscheidung publik gemacht und gleichzeitig verkündet, er würde dem Boxsport auch in Zukunft treu bleiben.

Der letzte Kampf des Deutsch-Italieners gegen Tyson Fury dürfte Pianeta – zumindest finanziell – diese Entscheidung versüßt haben. Auch wenn Hardcore-Anhänger des Schwergewichtlers sogar einen KO-Sieg gegen den Gipsyking für möglich hielten, dürfte den meisten aber klar gewesen sein, dass boxerisch das Ende der Fahnenstange für Pianeta erreicht ist.

Über die Gründe kann man nur spekulieren, schon 2009 klagte sein damaliger Trainer Uli Wegner: „Nicht fit, zu fett und faul. Das hat bei (…) mit leistungssportlicher Einstellung nichts zu tun.“
In der Tat wirkte Franceso Pianeta oft nicht sonderlich austrainiert, auch bei der Niederlage gegen seinen Stallkollegen Petar Milas zeigte der ehemalige WBO-Europameister, dass er leistungsmäßig bei weitem nicht mehr an vergangene Tage anknüpfen kann, wirkte müde, einfallslos und langsam.

Pianeta MM

Und dabei sah es für den Gelsenkirchener zu Beginn seiner Karriere recht gut aus: 18 Kämpfe konnte Pianeta für sich entscheiden, bevor es Albert Sosnowski gelang, ihm ein Draw abzuringen. Eine Krebserkrankung ließ Pianetas Karriere dann allerdings in Stocken geraten. Ein Jahr musste Francesco Pianeta pausieren, bevor er sich mit einem K.O. Sieg in Runde 1 gegen den US-Amerikaner Mike Middleton zurückmeldete. Am 4. Mai 2013 forderte Pianeta in der Wladimir Klitschko heraus, unterlag jedoch in der sechsten Runde durch K. O. Wladimir Klitschko sagte nach dem Kampf, Pianeta habe „ … mit den stärksten Schlägen geschlagen (…), die ich je erlebt habe“ und prognostizierte: „Francesco wird eines Tages Weltmeister“.

Diese Prognose konnte Pianeta aber auch bei seiner WM-Chance gegen Ruslan Chagaev nicht wahr machen: gegen den 36-jährigen Usbeken verlor er durch K.O. in der ersten Runde. Auch in seinen letzten Kämpfen konnte Pianeta nicht überzeugen. Entweder die schwachen Gegner waren überfordert oder er unterlag selbst gegen etwas bessere Gegner.  Im letzten Kampf gegen Tyson Fury hatte Pianeta nur eine Statistenrolle. Es war kaum mehr als Promotion für Furys Kampf gegen Deontay Wilder.

Man darf gespannt sein, wie die Zukunft Pianatas im Boxen aussieht. Ob das eine Beschäftigung bei Petko´s Boxpromotion sein wird, ist noch nicht bekannt. (Klick)

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5 Kommentare

  1. 31. August 2018 at 18:00 —

    Das Problem liegt doch darin, dass die meisten Profisportler- sei es im Fußball, Boxen oder in einer anderen Sportart- keine Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium haben.
    Es muss also während der aktiven Zeit sehr viel Geld verdient werden, damit nach der Sportlerkarriere eine neue Existenz aufgebaut werden kann.
    Hier stellt sich tatsächlich die Frage: Wie viele schaffen dies und was kommt danach?

  2. 31. August 2018 at 19:57 —

    Das er seine Boxhandschuhe an den Nagel hängt ist wohl seine beste Entscheidung die er je getroffen hat!
    Er hatte seit geraumer Zeit keinen Bock mehr richtig zu trainieren, was man auch immer gesehen hat! Was er erreichen hätte können……………..?

    In meinen Augen ist er ein Versager der nicht alles für den Erfolg getan hat, einer unter Vielen!
    In der Weltspitze hat er noch nie etwas zu suchen gehabt, aber auf europäischer Ebene hätte er das Ein oder Andere reissen können!

  3. 1. September 2018 at 15:09 —

    Gute Entscheidung. Dimitrenko und Teper sollten diese ebenfalls treffen nach ihren kämpfen im September.
    Im deutschen Schwergewicht gibt es genug besser leute und sie alle 3 sind durch.
    Die Zukunft gehört Kabayel, Schwarz, Charr und noch ein bisschen Huck und Hammer

  4. Wladimir Klitschko sagte nach dem Kampf, Pianeta habe„ … mit den stärksten Schlägen geschlagen (…), die ich je erlebt habe“
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    Daran erinnere ich mich heute noch und allein deswegen mutierte ich über Nacht zum Waldemar Fan. Da wo normale Leute irgendeinen Philosophischen Spruch wie “Carpe Diem” im Wohnzimmer an der Tapete haben, hab ich Waldemars spruch.
    Einfach nur legendär.
    Irgendwann wird dieser Spruch in den Geschichtsbüchern landen, gleich neben “houston wir haben ein problem” , “i have a Dream” und “ich da was vorbereitet”.

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