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Floyd Mayweather übernimmt die Kosten für die Beerdigung von George Floyd

Es hat nur am Rande mit dem Boxsport zu tun, trotzdem hat das soziale Engagement von Floyd Mayweather mal Beachtung verdient. Mayweather übernimmt die Kosten für die Beerdigung von George Floyd. Die Familie des bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten George Floyd hat die Hilfe dankend angenommen. Mayweather wird nicht nur die eigentliche Beerdigung (9. Juni in Houston) bezahlen, sondern auch die Kosten für weitere landesweit stattfindende Trauerfeiern in den USA tragen. So hat es zumindest Leonard Ellerbe (Mayweather Promotions) den Medien mitgeteilt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Floyd Mayweather, der am besten verdienende Boxer aller Zeiten, die Kosten für Beisetzungen trägt. Er bezahlte im Jahr 2011 die Beerdigung von Genaro „Chicanito“ Hernandez, gegen den er 1998 zum ersten mal Weltmeister wurde und trug auch die Kosten für eine würdige Beisetzung von „Smokin“ Joe Frazier. Sowohl in den beiden Fällen damals, als auch jetzt macht er daraus kein großes Aufheben. Man kann von Mayweather und seiner sonst üblichen Protzerei halten was man will, aber in solchen Fällen wäre es ihm lieber, wenn nicht darüber gesprochen wird, wofür er sein Geld ausgibt. Er will mit seinem Geld, immerhin fast 90 000 $$, bei dieser Tragödie helfen. Mehr kann auch er nicht mehr tun.

Die gegenwärtige Lage in den USA ist erschreckend, weil viele Dinge zusammen kommen. Bei 40 Millionen neuen Arbeitslosen, die größtenteils ohne soziale Absicherung sind und 100 000 Corona-Toten war dieser rassistische Übergriff eines weißen Polizisten auf einen schwarzen US-Bürger scheinbar nur das Streichholz am Pulverfass. Wenn sich dann auch noch Präsident Trump hinstellt und „seinem“ Volk mit Militäreinsatz droht, statt mit ein paar versöhnlichen Worten die Lage zu deeskalieren, ist das nicht gerade hilfreich. Die Stimmung in den USA ist aufgeladen. Brennende Polizeiautos und Plünderungen sind in vielen US-Städten an der Tagesordnung. Um so erstaunlicher ist das Handeln vieler Polizisten, die auf der Straße aus Respekt nieder knien, statt den Knüppel zu schwingen, wie es Trump gerne sehen würde um seine Staatsmacht zu demonstrieren.

Völlig unverständlich ist auch, dass der Polizist, der den gewaltsamen Tod von George Floyd zu verantworten hatte, noch 5 Tage auf freiem Fuß war. Er und die anderen drei Polizisten, die an diesem Übergriff beteiligt waren, wurden sofort aus dem Polizeidienst entlassen. Alle haben gesehen, wie George Floyd um sein Leben bettelte, aber es wurde ihm nicht geholfen. Das alles geschah im Rahmen einer Festnahme, weil Floyd ein Päckchen Zigaretten mit einer angeblich gefälschten 20-Dollar Banknote bezahlen wollte. 

Derek Chauvin, der (jetzt ehemalige) Polizeibeamte, der minutenlang auf dem Nacken seines Opfers kniete und die Hauptschuld am qualvollen Tod von George Floyd trägt, ist gegenwärtig wohl der am meisten gehasste Mensch in den USA. Er wurde jetzt in Untersuchungshaft gebracht und sieht einer Anklage wegen “Mord dritten Grades” entgegen. Das entspricht in Deutschland dem “Totschlag”. In den USA ist die Höchststrafe dafür 25 Jahre Gefängnis. Selbst seine Ehefrau hat sich sofort nach bekannt werden dieses Vorfalls von ihm getrennt und hat die Scheidung eingereicht. Sie hat von vorn herein erklärt, dass sie von diesem Mann keinen Cent Unterhalt annehmen wird.

So nebenbei wurde bekannt, dass Chauvin und Floyd sich möglicherweise schon vor dem Zwischenfall persönlich begegnet sind. Maya Santamaria, die ehemalige Besitzerin des „El Nuevo Rodeo Club“ in der Lake Street / Minneapolis gab an, dass sowohl George Floyd, als auch Dereck Chauvin seit Jahren für eine Sicherheitsfirma gearbeitet haben, die in ihrem Club als Sicherheitsbeamte tätig waren. Ob und in wie weit sie da miteinander zu tun hatten und ob es womöglich eine „offene Rechnung“ zwischen den beiden gab, ist nicht bekannt. Sollte es aber so sein, wird sich Chauvin womöglich nicht wegen Totschlag, sondern wegen einem vorsätzlichem Mord (ersten Grades) zu verantworten haben.

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4 Kommentare

  1. 3. Juni 2020 at 07:21 —

    Der Gedanke hinter einer Tat ist immer das entscheidende.
    Ich würde nicht unbedingt davon ausgehen, dass ein Mensch, der so sehr die Aufmerksamkeit braucht, aus reiner Nächstenliebe die Beerdigung bezahlt.
    Der Polizist hat seine übelegende Position (und damit meine ich sein Knie auf dem Hals des Mannes) ganz sicher genossen.
    und was so ein Mensch für eine Ehefrau hat, können wir hier auch lesen. Kaltes Herz. Betreibt sofort eine Schadensbegrenzung für sich. Naja.

    • 3. Juni 2020 at 09:35 —

      Ahh halt doch einfach den Mund ! Als ob du mayweather privat kennst ! Muss das deutsche Volk im was schlechtes sehen egal bei was ! Du bemitleidenswerte Person !

  2. 5. Juni 2020 at 09:01 —

    Ich finde die deutsche Reaktion auf den rassistische Mord sehr interessant. Weniger die Reaktion der Deutschen, als die Reaktion der deutschen Regierung, welche ja eigentlich das Wohl ihres Volkes im Fokus haben sollte!

    Man möge sich einmal vorstellen, Floyd wäre ein Jude gewesen!

    Aus normaler menschlischer Sicht, wäre die Tat dann genauso schlimm, aber die Reaktion der deutschen Regierung würde dann doch ganz anders ausfallen. Nicht umsonst wird Antisemitismus als eine ganz besondere Form des Rassismus gehandhabt!

    Niemand weiss warum, aber ein rassistisches Verbrechen gegen einen Juden scheint schlimmer zu sein, als ein rassistisches Verbrechen gegen eine ander Ethnie!

    zu Floyd Mayweather:
    Winzig kleine Peanuts nur, für Mayweather, aber manchmal sind es eben Peanuts, die einen Unterschied aufzeigen. Ich ziehe meinen Hut vor einem Boxer, den ich, wahrscheinlich nur aufgrund von Vorurteilen, bisher nicht leiden mochte!

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