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Firat Arslans Weltmeister-Traum bleibt unerfüllt

Es waren brutale Wochen und Monate der Vorbereitung für Firat Arslan, immer mit dem großen Ziel vor Augen: als ältester Weltmeister aller Zeiten in die Boxgeschichte einzugehen. Diesem Traum stand am Samstagabend in der EWS Arena in Göppingen der 22 Jahre jüngere IBO-Weltmeister Kevin Lerena gegenüber, der diesen zum Platzen brachte.

Auch die zahlreichen Fans in der Halle, die Arslan lautstark unterstützten, konnten ihm nicht den entscheidenden Schub geben, um den südafrikanischen Champion im Cruisergewicht in arge Bedrängnis zu bringen. Dieser spielte seine Frische und Explosivität gekonnt aus, bis in der 6. Runde das Handtuch geflogen kam, um Arslan vor Schlimmerem zu bewahren. Der Deutschtürke zeigte sich allerdings nicht zufrieden mit dieser Entscheidung.

Eine Fortsetzung seiner Karriere ließ der 49-Jährige im Anschluss offen und verwies darauf, sich den Kampf noch einmal in Ruhe anzugucken. Trotz des kontroversen Endes zollten sich er und Titelverteidiger Lerena nach dem Kampf großen Respekt, wie sie es auch schon im Vorfeld getan hatten. Damit stellte Arslan einmal mehr seinen großen Sportsgeist unter Beweis. Weitere Entwicklungen bleiben abzuwarten.

Victor Faust mit starkem Debüt

EC Boxings neue Schwergewichts-Hoffnung Victor Faust ließ Gegner Andrei Mazanik nicht den Hauch einer Chance und schlug diesen in der ersten Runde durch Knockout. Gerade einmal 55 Sekunden waren da vergangen, was bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass Mazanik zuletzt gegen bekannte Namen wie Ali Eren Demirezen und Peter Kadiru einer vorzeitigen Niederlage gänzlich entgehen konnte. Ein mehr als gelungenes Debüt für den 27-jährigen Hünen aus der Ukraine, der sicherlich schon bald seinen nächsten Kampf bestreiten wird.

Emre Cukur muss erste Niederlage hinnehmen

Für Supermittelgewichtler Emre Cukur reichte es an diesem Abend nicht zu einem Erfolg. In einem umkämpften Duell gegen den ungeschlagenen Davide Faraci hatte der Münchener hinten raus nicht mehr genug entgegenzusetzen und verlor letztlich verdient nach Punkten. Für Cukur war es die erste Niederlage als Profi – er muss nun erstmal wieder Selbstvertrauen tanken, bevor man größere Aufgaben angehen kann.

Geglücktes Comeback für Ex-Weltmeisterin

Im vergangenen Jahr ging es hoch her für die Dortmunderin Christina Hammer, die seit neustem in Hamburg unter Christian Morales trainiert. In den USA boxte sie gegen die zweifache Olympiasiegerin Claressa Shields um alle WM-Gürtel im Mittelgewicht, hatte dort allerdings das Nachsehen. Mit neuem Team in der Ecke ging sie nun in Göppingen einen Neustart an. Gegen Florence Muthoni aus Kenia konnte die in Kasachstan geborene Hammer einen nie gefährdeten Punktsieg über acht Runden einfahren.

Top-Talent Volkan Gökcek auf dem Vormarsch

In seinem erst zweiten Profikampf sah sich Superleichtgewichtler Volkan Gökcek von EC Boxing dem mutig kämpfenden Niederländer Wilson Mendes gegenüber. Gökcek musste hier schon einiges in die Waagschale werfen, da sein Gegner ihn ordentlich forderte. Seine überlegene boxerische Klasse war in diesem auf sechs Runden angesetzten Duell allerdings der entscheidende Faktor, der ihn auf die Siegerstraße brachte. Am Ende war ein Punktsieg des 24-jährigen Türken zu verbuchen.

Kubaner Iglesias ohne Probleme

Ein weiteres interessantes Talent an diesem Abend war Osleys Iglesias von PGP Boxing. Der kubanische Rechtsausleger steht ebenfalls noch ganz am Anfang seiner Profilaufbahn, wurde aber schon mit jeder Menge Lobeshymnen bedacht. In Göppingen deutete er an, warum diese gerechtfertigt sind. Den für gewöhnlich äußerst zähen Bernard Donfack aus Berlin konnte er nämlich bereits im zweiten Durchgang derart zusetzten, dass der Ringrichter das Duell abbrechen musste.

Teper, Cinkara, Keles & Co. siegen

Im restlichen Rahmenprogramm gab es noch jede Menge weitere Kämpfe. Halbschwergewichtler Alpay Yaman bezwang den erfahrenen Denis Krieger, Fatih Keles fertigte Ivan Njegac im Schnelldurchgang ab und Erkan Teper konnte trotz Cutverletzung Mykyta Nesterenko aus der Ukraine in die Schranken weisen. Hüseyin Cinkara, Dylan Moran und Hector Hernandez waren ebenfalls siegreich.

Alles in allem konnte Promoter Erol Ceylan zufrieden sein mit diesem Box-Abend, der abwechslungsreiche Action sowie jede Menge Dramatik zu bieten hatte.

Fotos: Marco Baumann

Quelle: ECB

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3 Kommentare

  1. 9. Februar 2020 at 19:28 —

    Ufff, sieht Firat mieß aus.Die Zeichnungen im Gesicht sagen viel über den Kampfverlauf aus. Lerena wirkt als kommt er direkt aus dem Urlaub, während Firat aussieht als wäre er völling fertig mit der Welt. Das Arslan in seinem zarten Alter von fast 50 Jahren noch mal WM werden will ist ja schön und gut, aber jetzt muss auch mal genug sein. Das wird langsam aber mal so richtig gefährlich für die Gesundheit. Ceylan hat gut daran getan das Handtuch zu verwen. Das hätte mit einer schlimmen Verletzung enden können.

    Du hast tapfer gekämpt Krieger, aber es wird Zeit in die Sportrente und zu deiner Familie zu gehen…………………..!!!!!!!!!!!!!

  2. 10. Februar 2020 at 08:43 —

    Arslan wäre jetzt wirklich gut beraten, in Boxrente zu gehen. Er muss sich nicht beweisen, sich mit 50 Jahren von einem 20 Jahre jüngeren Gegner durch den Ring prügeln zu lassen.

    Hier ist auch wieder die Gefahr hoch zu den Boxern zu gehören, die einfach nicht merken wann es gut ist und sich dann eher ihren eigenen Namen kaputt machen.

    Und das Ziel einen Hopkins zu toppen, braucht es auch nicht. Zum einen ist “The Alien” ein ganz anderer Boxer und zweitens war das einfach auch damals mehr geschoben als gekonnt. Kopkins hatte auch mehrfach das Glück mit den Refs auf seiner Seite. Spätestens gegen Kovalev hat man dann gesehen, dass der “alte” Mann definitiv 10 Jahre über seinen Zenit ist.

  3. 10. Februar 2020 at 12:17 —

    Waaas… ältester Weltmeister? Andreas Sidon war bei seinem Titelgewinn deutlich älter.

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