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Filip Hrgović vs Ytalo Perea – Titelverteidigung vorprogrammiert

Ein Beitrag von F.W.

Filip Hrgović vs Ytalo Perea – Titelverteidigung vorprogrammiert

Er gilt als Kroatiens größte Hoffnung auf den WM-Titel im Schwergewicht. Schreiben zumindest viele. Möglicherweise vor allem diejenigen, die es sich mit Sauerland Promotion oder „ran“ nicht verscherzen wollen. Bei den einen ist Hrgovic nämlich unter Vertrag, die anderen sind jetzt der Sauerland „Haussender“.

Doch zurück zu Filip Hrgovic. Der kann böse gucken, ist 1,98 m groß und boxt. So gut, dass er als Amateur recht erfolgreich war: bei den Junioren wurde er 2010 Weltmeister im Superschwergewicht, kam bei den Weltmeisterschaften 2011 in Baku bis ins Viertelfinale, wurde mehrmals kroatischer Meister und konnte sich nach den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien mit einer Bronzemedaille schmücken. So weit, so gut.

Im Jahr 2017 unterschrieb Hrgović dann einen Profivertrag bei Sauerland Event und eine Siegesserie begann. Hrgović schlug den Brasilianer Raphael Zumbano (39-16-1), besiegte Pavel Sour (10-1-0) aus Tschechien, danach den britischen Boxer Tom Little (10-6-0), weiter ging`s mit Sean Turner (12-3-0) aus Irland und dem Mexikaner Filiberto Tovar (9-1-0). Anschließend holte sich der Kroate mit dem KO-Sieg über den US-Amerikaner Amir Mansour den vakanten WBC International Heavyweight Title.

Moment mal … Mansour? Kampfname „Hardcore“! Dicke Muckis und unbequemer Gegner! Donnerwetter! Hut ab. Mansour! Schon eine Hausnummer. Zwar mit 46 Jahren nicht mehr „voll im Saft“, aber mit 23 Siegen in 26 Kämpfen noch „gut im Futter“! Nach dem Kampf konnte man dann Lobeshymnen lesen: „Filip Hrgovic vernichtet Amir Mansour!“ und ähnliche Schlagzeilen.

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Wer den Fight gesehen hat, dürfte es anders empfunden haben. Zu sehen war auf der einen Seite ein etwas unbeholfen agierender, unpräzise schlagender junger Boxer aus Kroatien, auf der anderen Seite ein älterer Gegner aus den USA, der sich nicht besonders viel Mühe gab, „mit angezogener Handbremse“ boxte, keinerlei Siegeswillen zeigte und sich in Runde 3 auszählen ließ … mit einem Grinsen im Gesicht.

Trotzdem kamen einige ins Schwärmen: „Hrgović vermöbelt überforderten Mansour“, „Hrgović auf dem Weg zum Schwergewichts-Thron“ oder „Das Schwergewichtstalent weiter auf dem Weg nach ganz oben“.

Der nächste Gegner auf dem Weg „nach oben“ kommt allerdings von unten.Ytalo Perea ist auf Platz 95 bei Boxrec gelistet, Filip Hrgović auf Platz 16. Machbar, sollte man meinen, doch das wäre dem Publikumsinteresse wohl nicht sonderlich förderlich. Stattdessen wird der gebürtige Ecuadorianer (11-3-2), der sieben seiner elf Siege als Profiboxer gegen Gegner mit einem negativen Kampfrekord eingefahren hat, als ernsthafter Gradmesser angekündigt.

Um das zu untermauern muss selbst Trainerlegende Pedro Diaz herhalten. Diaz hatte den jungen Kroaten zum zweiten Mal im Trainingscamp unter seinen Fittichen und wird wie folgt zitiert: “Perea ist ein guter Gegner für Filip. Er hat die Kraft, den Amateurhintergrund und ein gutes Boxwissen. Es ist wichtig, dass Filip ihn nicht unterschätzt.“
Nebenbei bemerkt: natürlich wird – um Pereas Gefährlichkeit zu unterstreichen – gerne erwähnt, dass er sogar gegen den früheren Weltmeister Guillermo Jones nur nach Punkten unterlegen sei. Stimmt. Aber Jones war zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt, Perea 24. Und “unterlegen” heißt bekanntlich soviel wie “verloren”!

Videos von Ytalo Perea sind rar, wer länger sucht, findet eines aus dem Jahr 2013. Es zeigt einen untersetzten Boxer mit nicht allzu sportlicher Figur, dem die Bedeutung des Wortes “Deckung” anscheinend unbekannt ist. Im Interview soll Hrgović über seinen kommenden Gegner gesagt haben: „Ich erwarte, dass er ein harter Test für mich wird. Er hat in seiner Profi Karriere schon mit einigen sehr guten Boxern im Ring gestanden und wurde bisher noch niemals vorzeitig gestoppt.“
Dass genau das am Samstagabend in Zagreb passieren wird, ist leider nur zu absehbar, hat aber wenig Aussagekraft.

Das Event aus Zagreb gibt es am 8. Dezember live auf ranFIGHTING.de. Auf der Undercard kämpft auch Leon Bauer gegen Jorge Silva und Petar Milas gegen Serhiy Radchenko.

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