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Filip Hrgovic trifft auf Ondrej Pala

Filip Hrgovic trifft auf Ondrej Pala

Im Dezember 2019 hat der ungeschlagene Sauerland-Boxer seinen bislang letzten Kampf bestritten. In einer unattraktiven Begegnung auf der Undercard von „Andy Ruiz jr vs Anthony Joshua II“ stand ihm der US-Amerikaner Eric Molina gegenüber. ‚Stone Man‘ Hrgovic gewann seinerzeit durch KO im dritten Durchgang und verteidigte damit seinen WBC Intercontinental-Titel im Schwergewicht.

Nach zehnmonatiger Pause geht es für Hrgovic nun am 26. September in Dänemark weiter. Gegner in der Struer Arena in der Kleinstadt Struer in Jütland im Westen Dänemarks ist der Tscheche Ondrej Pala, 33-5-0 bei 23 KO-Siegen.

10 Profikämpfe hat der 28 Jahre alte Filip Hrgovic mittlerweile absolviert und dafür reichlich (Vorschuss-)Lorbeeren geerntet. Ich gebe zu: für mich hat Hrgovic seine boxerische Klasse noch nicht unbedingt unter Beweis gestellt. Dass sich das im Kampf gegen Ondrej Pala ändert, ist ziemlich unwahrscheinlich. Der 35-jährige aus Prag dürfte reichlich Ringrost mit in die Begegnung bringen: Pala stand zuletzt 2014 mit David Price im Ring und verlor seinerzeit durch KO in der dritten Runde.

Alles andere als ein klarer Sieg von Hrgovic wäre erstaunlich. Vermutlich soll der Kampf eher der Wettkampfpraxis des kroatischen Schwergewichtlers dienen, auch wenn der ‚Stone Man‘ seinen Gegner nicht unbedingt für hoffnungslos unterlegen hält: „Er hat 38 Kämpfe, viel mehr als ich. Ich habe ihn nicht im Detail studiert, aber ich kenne ihn seit Jahren. Ich weiß, dass er aggressiv ist, er hat keine Angst und er hat einen guten linken Haken. Ich muss von der ersten Runde an aggressiv und vorsichtig sein.“ erklärte Hrgovic in einem Interview und ist begeistert davon, erstmals in Dänemark zu kämpfen: „Dort war ich noch nie. Ich habe in vielen Ländern weltweit geboxt, aber noch nie in Dänemark. Daher freue ich mich darauf, ein neues Territorium zu erobern.“

Sollte erwartungsgemäß im Duell gegen Pala alles gut laufen, dann – so ist es zumindest geplant – könnte schon im Oktober ein weiterer Kampf in den USA folgen. „Es ist wichtig, dass Filip aktiv ist. Nachdem COVID unsere Pläne verzögert hat, möchten wir sicherstellen, dass er so regelmäßig wie möglich kämpft”, hat Nisse Sauerland dargelegt: „Wir haben große Pläne für 2021 und ein Sieg am 26. September und anschließende Kämpfe in den USA werden uns perfekt vorbereiten.” Bleibt nur zu hoffen, dass in den kommenden Fights bessere Gegner warten als Ondrej Pala.

Der Kampf zwischen Hrgovic und Pala findet als Co-Feature für „Dina Thorslund vs Nina Radovanovic“ statt. Auf dem Spiel steht der WBO-Gürtel im Superbantamgewicht von Heimboxerin Thorslund.

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23 Kommentare

  1. 2. September 2020 at 09:41 —

    Die Bilanz von Pala liest sich ja nicht so schlecht, hat ein paar wenige gute Leute geboxt und viele Mögchtegern gute Leute.
    Sein letzter Kampf war allerdings 2014(!), KO Niederlage gegen David Price.
    Ist natürlich Spekulation, aber der kommt bestimmt in der Form seines Lebens.

  2. 2. September 2020 at 10:30 —

    @ c.boxing

    In der Form seines Lebens? So wie Lewandowski?

    Wenn er gefährlich wäre, hätten sie ihn nicht eingekauft. Gegen die Guten hat Pala schon vor Jahren verloren Gegen Boytsov, (wenn man sie dazuzählen möchte) Chisora und Price. Auch gegen Airich. Dazu kommt, er hat so wenig Ringpraxis, dass Hrgovic ihn platt macht, noch bevor er das richtige Distanzgefühl bekommen hat.

  3. 2. September 2020 at 10:57 —

    Die Gegnerwahl ist ein Witz und auch nicht nachvollziehbar!

    Hrgovic hält sich für gut, Sauerland hält ihn auch für gut…um das aber zu beweisen braucht es stärkere Gegner!

    Wenn Pala ein Comeback will, warum nicht, da ist er nicht der Erste, aber da hätte es ein einfacher Gegner auch getan um wieder etwas Ringpraxis zu bekommen!

    • 5. September 2020 at 10:50 —

      Ich befürchte, dass es Sauerland gar nicht darum geht, “gute” Boxer zu verpflichten sonder einfach darum, “mittelmäßige” Boxer als “gute” Boxer zu verkaufen.
      Ich bezweifle, dass realistische Weltmeisterambitionen verfolgt werden, eher das Aufbauen eines Pfluchtherausforderers oder lediglich eines 0 Niederlagen Boxers, der dann eingekauft wird, um einen tatsächlichen späteren Herausforderer im Ranking zu pushen.

      Sauerland hat keinen Stellenwert im globalen Boxsport!
      Boxer mit Niveau und Perspektive gehen nach England und die USA, wir bluten hier doch schon lange aus und jubeln dem sterben unserer Boxbranche auch noch zu, während ein “Timo Schwarzkopf” den deutschen mit seiner Namenswahl noch ihren latent vorhandenen Rassismus aufzeigt oder ein armenischer Patriot, der den armenisch-türkischen Genozid nicht in Vergessenheit geraten lassen möchte und dann aus finanziellen Aspekten seinen Namen ändert. Ich respektiere nicht einen deutschen Boxer!

  4. 2. September 2020 at 10:59 —

    Die alte Sauerland-Praxis: 500 Aufbaukämpfe, damit ja die Bilanz nicht leidet. Dazu kommt, dass Boxer, von denen man eigentlich mehr erwartet hätte (Molina, Mansour) erbärmliche Vorstellungen gegen Hrgovic abgeliefert haben.

  5. 2. September 2020 at 14:43 —

    Naja, man muss schon sehen, dass er erst 10 Profi-Kämpfe absolviert und dabei schon respektable Gegner besiegt hat.
    Finde es jetzt nicht so tragisch, wenn man da mal einen Stay-Busy-Fight gegen einen “schlechten” Gegner einschiebt und dabei evtl. die Bilanz noch etwas aufbessert…

    Dass er nicht sooo schlecht sein kann, dürften seine Bronze-Medaille sowie sein (zugegebenermaßen etwas überbewertetes) Sparring gegen Wilder (und Haye) zeigen.

    Auch wenn es Nachwuchsfighter gibt, denen ich noch mehr zutraue, mag ich seine kompromisslose Art und seinen (ebenfalls kompromisslosen) Robert-Woge-Stil… 😉

    • 3. September 2020 at 12:20 —

      @ HWFan

      Habe da eher eine andere Meinung, denn egal wie der Kampf ausgeht, gegen einen Gegner der 6 Jahre nicht mehr im Ring stand, Hrgovic kann dabei nur verlieren.

      Da gäbe es andere Boxer wo er sich beweisen könnte, oder eben auch nicht..Hrgovic vs Ajagba, vs Hammer, vs Demirezen, aber am aller liebsten würde ich ihn gegen Dubios sehen.

      Eine große Schwäche sehe ich bei Hrgovic in seiner Deckung und Beinarbeit.

      • 3. September 2020 at 13:32 —

        „aber am aller liebsten würde ich ihn gegen Dubios sehen“

        Ja, das ist die Fanperspektive, und dann sieht er vielleicht sogar gut aus und verliert durch Beschiss, siehe am Wochenende Abass Baraou. Was hat man dann gewonnen, außer eine schlechte Erfahrung und möglicherweise Selbstzweifel, die dann dazu führen, dass man nochmal 10 Aufbaukämpfe braucht?

        Aus einer karriereorientierten Sicht wäre es der größte Unsinn für Hrgovic, im Augenblick seine boxerische Entwicklung gegen ein Kaliber wie DDD zu riskieren. Gute Gegner für seinen momentanen Stand wären Manuel Charr, Hughie Fury oder Robert Helenius. Sollte er ein solches Kaliber überzeugend besiegen, kann man vielleicht anfangen, von Dubois oder Powetkin zu träumen.

  6. 2. September 2020 at 16:29 —

    Hrgovic ist laut Nisse Sauerland schon jetzt bereit für ein Duell gegen Anthony Joshua. Da möchte ich aber auch entsprechende Gegner sehen.

    • 2. September 2020 at 17:13 —

      Naja, bereit für den Fight ist er bestimmt…

      Nur wie der dann ausgeht, ist natürlich die andere Frage… 😀

      Ein paar Sprüchen gehören ja immer zum Geschäft dazu, wobei ich dir natürlich zustimme, dass man sich mit solchen Gegnern sicher nicht für eine WM qualifiziert…

  7. 3. September 2020 at 13:17 —

    Gegen Molina sahe Hrgovic streckenweise ziemlich schlecht aus. Für mich ist er zu statisch, wenn er in Bedrängnis kommt und ich gehe davon aus, dass das jeder in den Top 10 ausnützen würde. Viel mehr als einen guten Punch gepaart mit viel Mut, hat er nicht zu bieten. Von daher ist es schon ganz gut, dass er noch ein paar Aufbaukämpfe macht.

  8. 3. September 2020 at 13:21 —

    Man kann alles positiv oder negativ sehen. Negativ wäre: Hrgovic wird vermutlich nie ein echter WM – jedenfalls nicht, solange die „Big Three“, also Wilder, Fury und Joshua, aktiv sind. Und gegen die anderen „jungen Wilden“, nämlich Ajagba, Dubois oder auch Bakole, ist es auch noch nicht raus, ob er gegen solche Kaliber bestehen kann.

    Positiv wäre, dass hier wahrscheinlich ein potentieller Top-10-Boxer heranwächst, der für jeden, der einmal WM werden möchte, ein echter Prüfstein werden wird. Sprich: ein zukünftiger Pulev, Whyte, Martin oder sogar Powe. Und das ist doch zumindest mal nicht schlecht, oder? Da fällt zwischendurch mal ein Kampf gegen einen schwächeren Gegner wie Pala nicht besonders blöd auf. Zum Vergleich: Powetkin bestritt damals seinen zehnten Kampf gegen einen gewissen Imamu Mayfield (25-7-2). Kennt den noch jemand?

    • 3. September 2020 at 14:28 —

      @ adolf klitschko

      Imamu Mayfield?….Wenn ich mich recht erinnere war der mal kurzzeitig IBF-WM im Cruisergewicht!?

      Zu Hrgovic….die Ansprüche die Sauerland und Hearn bei ihm geltend machen, bzw. die er an sich selbst hat….da bedarf es andere Gegner um das zu beweisen!
      Wage mal zu behaupten wenn er auf einen echten Puncher trifft der ihm auch in der Körpergröße nicht sonderlich unterlegen ist wird sich ganz schnell die Spreu vom Weizen trennen…denn gut Deckungsarbeit gehört nicht unbedingt in sein Repertoir!

  9. 3. September 2020 at 13:47 —

    @ adolf Klitschko

    Ein Pove / Powe wird er nie. Ich finde auch die stilistischen Vergleiche zu Vitali etwas weit hergeholt … aber ok. Was mich nervt sind die ständigen vollmundigen Ansagen von Hearn, Sauerland und Hrgovic himself … wenn Hearn im Interview sagt, dass er zu den fünf 5 besten Schwergewichtlern der Welt gehört, muss Hrgovic noch einen draufsetzen: “Hearn redet Unsinn, ich bin nicht Top 5, ich bin Nummer 1!”
    Er ist bei der IBF auf # 6, dem WBC auf # 8 und bei der WBO auf # 15. Warum kämpft er weiterhin gegen Graupen? Soll mal gegen Wallin oder Dubois ran. Oder Erkan Teper … Auch dieses Argument “… nach so langer Zeit … ” greift nicht! ALLE Boxer haben lange nicht gekämft!

    • 3. September 2020 at 15:38 —

      @ Marvin – Herausforderer von Gomez im CW war er mal, dort ist er ebenso kurzrundig untergegangen wie gegen Powe.

      @ Schreiber – die typischen Haterargumente wie sie gegen die meisten SE-Boxer herausgeholt werden. Als wenn nicht alle Top HW und ihre Promoter überzogene Sprüche klopfen würden – siehe Bob Arum: „Wir haben schon ein Stadion für Fury gegen Pulev gebucht, nachdem dieser AJ ausknocken wird.“ Was sollen sie denn deiner Meinung sagen? Etwa: „Ich glaube, ich bin so mittelgut, gegen ein paar abgehalfterte Ex-Champs wird’s schon reichen, aber kommt mal ein echter Gegner, haut der mich sicher um.“?

      Natürlich kann man Pala kaum schönreden, aber was hat das mit Hrgovic zu tun? Absolut nichts. Er ist ein guter Prospect, das ist ein Fakt und wird das schon noch früh genug gegen vernünftige Gegnerschaft beweisen .

      • 3. September 2020 at 16:46 —

        naja es gibt schon noch eine zwischenstufe zwischen diesem übertriebenen ich bin der beste und ich kann gar nichts. joshua hat das lange sehr gut gemacht auch die klitschkos. die haben immer respektvoll und im Rahmen über ihre gegner und ihre eigenen stärken gesprochen

    • 3. September 2020 at 16:44 —

      naja aber auch die anderen boxen doch alle pfeifen. dubois hat den holländer geboxt, joyce hat wallisch, huck hat lewandowski. einzig whyte hat sich nen top gegner gesucht. naja und wohin hat ihn das gebracht?
      es macht schon sinn erstmal den rost abzuschütteln. danach müssen bessere gegner her. joyce – dubois ist zum beispiel sowas.

  10. 3. September 2020 at 15:42 —

    @ adolf klitschko
    Haterkommentar … so so. Hass dürfte da nicht so ganz hinkommen. Hrgovic ist mir wurscht. Ich kenne ihn nicht persönlich, halte nur nicht sonderlich viel von ihm. Darf ich das hier nicht zum Ausdruck bringen?

    • 3. September 2020 at 16:05 —

      Du darfst zum Ausdruck bringen, was du willst, aber es ist ziemlich unobjektiv und unfachmännisch, wenn du mich fragst. Und seltsamerweise trifft es bei dir meistens den Kroaten – Zufall?

  11. 3. September 2020 at 16:16 —

    @ adolf Klitschko

    Ich halte nicht viel von ihm. Das ist also unfachmännisch? Und ihn gut zu finden ist fachmännisch? Dann gibt’s aber einige Nichtfachmänner hier. 🙂

    • 3. September 2020 at 19:14 —

      Kommt drauf an, was die Maßstäbe für gut und schlecht sind. Wenn ein Boxer objektiv zu den besten 20 – 25 der Welt zählt nach 10 Kämpfen im Profibereich und das tut Hrgovic auf jeden Fall, wie kann man das schlecht finden und behaupten, man hält nicht viel von ihm? Was muss jemand machen, damit du viel von ihm hältst?

      Wie gesagt, wir reden hier von Prospects, nicht von fertigen WM-Kandidaten. Hier gibt es Ajagba, Yoka, Bakole, Joyce, Dubois, vielleicht kann man da noch Milas und so ein ganz frisches Küken wie Jared Anderson dazu zählen. Die Nummer 1 dieser Gruppe wäre für mich Dubois, aber eine klare Nummer 2 gibt es für mich da noch nicht. Es könnte ebenso gut Hrgovic sein wie einer der anderen. Und genau deshalb finde ich es unsinnig, ihn schlecht zu reden, bevor er gegen einen richtig Guten verloren hat, genauso, wie es blödsinnig ist, ihn in den Himmel zu loben, bevor er gegen einen Guten gewonnen hat.

  12. 3. September 2020 at 20:16 —

    @ adolf klitschko

    Er gefällt mir boxerisch nicht. Dazu kommt: an einigen Siegen “kann man fühlen”. Auch schon zu Amateurzeiten.

    • 4. September 2020 at 08:57 —

      Ich fand Hrgovic bis zu seinem Kampf gegen Molina recht stark. Er wirkte phsychisch sehr stark und Dominant, in der Tat so, wie es Vitali einst tat, aber gegen Molina wurde dann deutlich, dass er bei ordentlicher Gegenwehr eher starr und steif ist und in dieser Situation kein richtiges Mittel hat, um sich vor den Schlägen seines Gegners zu schützen!

      Mit seiner jetzigen Gegnerwahl schätze ich, dass sein Team seine Schwäche kennt und ihn gerne noch etwas aufbauen möchte, bevor er “richtige” Gegner boxt. Er sollte das ernst nehmen, denn gegen Dubois, Ajagba usw. sehe ich ihn nur durch eine Lucky Punch als Sieger; denn Power hat Hrgovic eigentlich genug!

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