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Favoritensiege bei Sauerland-Veranstaltung in Ludwigshafen

Beitragsbild: Screenshot Sport1

Bilder im Beitrag: Marco Baumann

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Sauerland-Team hat in Ludwigsburg kaum Raum für Überraschungen gelassen. Es war eine Veranstaltung, die im weitesten Sinne der Nachwuchförderung und deren Präsentation dienen sollte. Das der Gegner von Vincent Feigenbutz zweimal gewechselt hat, brachte auch nicht gerade Bonuspunkte. Der einzige Kampf mit völlig offenem Ausgang fand zwischen Avni Yildirim und Lolenga Mock statt.

Vincent Feigenbutz siegt vorzeitig gegen Ersatzgegner Yusuf Kanguel

Geplant war, wie allseits bekannt, ein Kampf zwischen Feigenbutz und Toni Kraft. Der sagte verletzt ab. Auch Ersatzgegner Ronny Mittag sagte ab. Dann sprang Yusuf Kanguel kurzfristig ein und rettete damit womöglich die Veranstaltung, weil Vincent Feigenbutz nun mal der Hauptkämpfer sein sollte. Das man von dieser Kampfpaarung nicht all zu viel erwarten konnte, lag auf der Hand. Trotz der kurzen Vorbereitung gelang es dem in Duisburg lebenden 34Jährigen, einige gute Aktionen „an den Mann“ zu bringen. Offenbar hatte auch Feigenbutz nicht mehr die vollste Motivation, die er gegen Toni Kraft mit in den Ring gebracht hätte.

Nach 4 Runden schien der Kampf bereits entschieden zu sein, was sich in der 5. noch einmal bestätigen sollte. Kanguel war bereits im „roten Bereich“, was bei dieser kurzfristigen Vorbereitung des Freizeitboxers nicht wundert. Er konnte ein paar gute Treffer ins Ziel bringen, aber „die Puste“ reichte dann eben nicht für einen vollen Kampf. Ahmed Öner tat in dieser Situation das einzig Richtige und ging mit einem Handtuch in der Hand in den Ring. Er sagte, dass er mit Kanguel noch mehr vor hat und er ihn nicht kaputt schlagen lassen will. Eine gute Entscheidung von Öner, denn eine oder zwei Runden mehr wären für den hauptberuflichen DHL-Paketmann sehr ungesund geworden.

Nach diesem Kampf war von einem zeitnahen Duell zwischen Feigenbutz und Abraham die Rede. Es solle laut BILD-Zeitung dabei womöglich um den IBO-Titel gehen. Ob das so kommt und wirklich Sinn macht, sei mal dahingestellt. Vielleicht wäre es besser, Feigenbutz nach einem weiteren Kampf gegen Rocky Fielding ins Rennen zu schicken. Abraham kann dann in aller Ruhe um den IBO-Gürtel kämpfen. Das Sauerland-Team wird ihm schon einen machbaren Gegner in den Ring stellen, wenn er unbedingt als Weltmeister abtreten will. Man muss abwarten, was die Sauerland-Strategen ausknobeln werden.

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Avni Yildirim bekommt Sieg geschenkt

Die größten Erwartungen hegten die Zuschauer wohl für den Kampf zwischen Avni Yilderim und Lolenga Mock. Dabei sollte es um Yildirims WBC-International Titel und die Aussicht auf einen WBC-Titelkampf gegen Weltmeister David Benavidez gehen. Grundsätzlich muss man sagen, dass der Kampf von seiner Intensität her die Erwartungen erfüllte. Beide Boxer schenkten sich Nichts und gingen 12 Runden lang ein ordentliches Tempo.

Gleich in Runde 1 musste Mock nach Schlagwirkung runter auf den Hosenboden. In den folgenden Runden wechselte die Punktevergabe hin und her. Auf Alles, was Yilderim anzubieten hatte, gab Mock seine Antworten. Manchmal auch etwas mehr als das. Die meisten Runden waren knapp. Völlig unverständlich war, dass der Niederschlag in Runde 9 für Yilderim ohne Folgen blieb. Hier konnte man schon zu Recht ein bisschen die Stirn runzeln. Der Ringrichter zog beiden in Runde 9 je einen Punkt wegen Nachschlagen ab. In den letzten beiden Runden waren beide Boxer am Limit. Am Ende sah eher Mock als Yilderim wie ein Sieger aus. Es lag zumindest ein Draw in der Luft.

Bei der Urteilsverkündung wurde dann deutlich, weshalb nicht gegebene Niederschlag in Runde 9 so wichtig gewesen wäre. Das offizielle Urteil nach 12 Runden lautete: 113:112, 113:113 und 116:111, also ein knapper Sieg für Yildirim. Hätte man die 9. Runde korrekt mit 10:8 an Mock gegeben, wäre es ein 113:113, 112:113 und 115:111 gewesen. Also tatsächlich ein Unentschieden. Das wollte wohl anscheinend Keiner? Anmerken muss man noch zu diesem Kampf, dass der Ringrichter ein seltsamer Zeitgenosse mit Hang zur Selbstdarstellung war.

Undercard mit absehbaren Ergebnissen

Die weitere Undercard endete fast durchweg mit Siegen der blauen Ecke. Die Gegnerschaft war überschaubar und nicht zum siegen nach Ludwigshafen bestellt worden. Es gab ein Unentschieden zwischen Debütant Sanel Hasanovic und Journeyman Jan Hrazdina, einen Kampf über die vollen Runden zwischen Deniz Ilbay und Jean Pierre Habimana und der Rest endete kurzrundig mit Siegen für die Favoriten. Am bemerkenswertesten waren dabei die Siege von Albon Pervizay (Schwergewicht TKO 1) und Ahmad Ali (Mittelgewicht KO 3).

Alles in Allem betrachtet, mögen einige Boxfans an die Veranstaltung in Ludwigsburg größere Erwartungen geknüpft haben. Letztendlich muss man aber dem Sauerland-Team zu Gute halten, dass sie mit ausgedünnter Personaldecke arbeiten und aller paar Wochen für Sport1 veranstalten. Dazu kommt, dass das Unternehmen in einer Umbruchphase ist und neue Talente gesichtet und aufgebaut werden müssen. Das Weltmeister und Top-Kämpfe vom Himmel fallen, kann man einfach nicht erwarten.

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12 Kommentare

  1. 17. September 2018 at 10:57 —

    Guter Kampf von Feigenbutz.
    Mal sehen wer als nächster Gegner kommt.
    Hoffe auf eine guten Gegner. Abraham wäre schon eine feine sache. Auch Kraft oder Zeuge wären sehr interessant.

  2. Feigenbutz vs Alvarez muss jetzt kommen.

    Vinzest ist der einzige der die Zimtstange besiegen kann.

  3. 17. September 2018 at 14:12 —

    Lahme Veranstaltung und ein Fehlurteil, also alles wie gehabt.

    Glaube nicht das Feigenbutz den “alten” Abraham besiegen könnte.
    Tja und Yilderim….es braucht schon ein Fehlurteil damit er einen 46jährigen Boxer besiegen kann.
    Er hätte mal besser aus der Distanz geboxt…wenn er es denn könnte!
    Mit solch einer Leistung braucht er gegen Benavidez gar nicht erst antreten, da ist dann recht schnell Schluss für ihn.

    • 17. September 2018 at 14:53 —

      ich würde auch auf abraham tippen. aber der kampf hätte in jeden fall mächtig brisanz und liese sich super vermarkten für sauerland. und das ist kaum noch möglich mit den boxern die sie haben. einzig ein duell mit brähmer oder zeuge wäre ähnlich groß. klar könnte man abraham oder feigenbutz auch erst mal gegen Avetisyan um den IBO titel boxen lassen. Mit Petkovic hat man ja schon mal zusammen veranstaltet. und danach könnte man dann abraham feigenbutz machen.

      • 17. September 2018 at 15:39 —

        @ Brennov

        Schön, der Kampf Abraham vs Feigenbutz lässt sich vielleicht gut verkaufen, aber dann nicht um den IBO-WM-Titel, denn darauf haben beide meiner Ansicht nach kein Recht.
        Immer dieses Gemauschel um einen WM-Titel nervt doch, sobald ein halbwegs vernünftiger Gegner kommt ist solch ein Titel gleich wieder weg.
        Feigenbutz will einen WM-Kampf? Gut, er ist die Nr. 2 bei der WBA, Fedor Chudinov ist die Nr. 1, sollen die beiden gegeneinander kämpfen, der Sieger bekommt einen Kampf gegen R. Fielding.
        DAS lässt sich noch besser verkaufen…..auch wenn ich da wieder Feigenbutz ohne jegliche Chance sehe!

        • 17. September 2018 at 21:35 —

          genau das ist falsch. das lässt sich kaum verkaufen. boxen ist ein Nischen Sport. Ein kampf gegen chudinov interessiert keine Sau, Abraham dagegen ist ein Star (immer noch bzw. wir er immer bleibem) und feigenbutz immer hin ein Sternchen. das lässt sich verkaufen. auch ohne wm aber wenn die ober drauf gibt warum nicht.

          • 17. September 2018 at 22:38

            @ Brennov

            Doch Brennov, ein Kampf von Feigenbutz gegen Chudinov lässt sich verkaufen, allein schon wegen den beiden Kämpfen die Chudinov gegen Sturm gemacht hat und wenn Feigenbutz meint er könne WM werden dann soll er erst mal die Nr, 1 der WBA aus dem Weg räumen.
            Sollte es aber wieder erwarten zum Kampf gegen den alten Abraham kommen und Feigenbutz verliert, dann ist seine Zeit bei Sauerland vermutlich vorbei!?

          • 18. September 2018 at 13:13

            ich sehe das anders. klar ist mir chudinov bekannt nicht nur aus seinen beiden kämpfen gegen sturm. aber dem deutschen laien publikum sind so gut wie überhaupt keine ausländischen boxer bekannt. die kennen nur huck, abraham, die klitschkos, axel schutz, maske, rocky oder ali. sie sind keine box experten sondern schau halt was in dem main medien dargeboten wird. und auf dieser ebene lässt sich abraham eben 1000 mal eher verkaufen als chudinov!

  4. 17. September 2018 at 16:18 —

    Auch bei Ahmet Öner ist alles beim alten. Er hat mit Yildirim wieder mal einen Kämpfer unter Vertrag den er bis vor ca. einem Jahr wohl für den neuen Pound for Pound Star gehalten hat, der aber schon gegen Eubank jr keine Chance hatte. Wobei man hier auch noch sagen muss dass Eubank in diesem Kampf max. 50% gegeben hat. Und auch das gegen Mock war nichts. In der Form ist er für Benavidez nichts weiter als Kannonenfutter.

  5. 17. September 2018 at 17:07 —

    Ein Fight gegen Stefan Härtel wäre auf jeden Fall interessant.
    Härtel boxt zwar jetzt im Halbschwer, doch er könnte ohne weiteres wieder das Supermittel bringen.
    Einziges Hindernis ist, dass er jetzt bei SES boxt.

  6. 17. September 2018 at 20:52 —

    Ich würde lieber Brähmer gegen Abraham sehen… danach Beide in Boxerrente. Und Feigenbutz nach einem weiteren Kampf, diesmal gegen einen soliden Gegner der “im Futter steht”, gegen Zeuge oder Fielding.

  7. 18. September 2018 at 09:12 —

    Er verliert gegen Beide ( Zeuge u. vor allem Fielding ), das weiss auch Sauerland. Vince kann nur gegen drittklassige wenn überhaupt gut dastehen.

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