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Erster 10-Runden-Kampf für Tony Yoka

Erster 10-Runden-Kampf für Tony Yoka

Yoka war als Favorit in den Kampf gegen Christian Hammer gegangen: leichtfüßiger, schnellere Hände, größere Reichweite und mehr Explosivität. Zu Jahresbeginn schloss der 28-jährige einen Vertrag mit TOP Rank ab, „Tony Yokas Potenzial ist grenzenlos!“ hatte Bob Arum seinerzeit erklärt und prophezeit, dass Yoka der erste französische Boxweltmeister im Schwergewicht werden könnte.

Hammer, 33 Jahre alt, Bilanz: 25-6-0, läuft bei den Kollegen von „BoxingScene“ schon unter „Veteran“, was ich zumindest vom Alter her für einen Schwergewichtler etwas übertrieben halte. Christian Hammer hat im Lauf seiner 12-jährigen Profikarriere mit vielen bekannten Boxern im Ring gestanden. Er kämpfte gegen Mariusz Wach, Danny Williams, Kevin Johnson, Michael Sprott, Alexander Povetkin, Luis Ortiz,  David Price und kreuzte die Fäuste auch mit Tyson Fury. Den Kampf gegen ‚King Kong‘ Ortiz im März 2019 verlor Hammer zwar einstimmig auf den Punktzetteln, aber nicht durch KO. Hammer zeigte Kämpferherz und Courage.

Ein ähnliches Bild sah man im Kampf gegen Tony Yoka. Der französische Schwergewichtler –  immerhin Amateurweltmeister 2015 und Olympiasieger 2016 – hatte zuletzt im September 2020 seinen Landsmann Johann Duhaupas mit TKO 1 geschlagen. Und so hatten viele wohl einen ähnlichen Kampfverlauf gegen Christian Hammer erwartet.

Und wurden enttäuscht.

Statt eines schnellen Knockouts musste Yoka zum ersten Mal in seiner Profikarriere über 10 Runden gehen. Lag es daran, dass Hammer nicht fallen wollte? Oder tat Yoka nicht genug? Kritiker behaupten, er sei nicht in der nötigen Form gewesen. Der geneigte Leser mag sich selber ein Urteil bilden – ein Link zum Kampf findet sich unter diesem Artikel.

Heraus kam ein Kampf, bei dem Yoka zwar nicht überzeugen konnte, den er auf den Punktzetteln aber klar für sich entschied. Drei Mal 100 – 89 lautete am Ende das Ergebnis auf den Scorecards.

Auch wenn Hammer sich recht gut verkaufte, war Yoka zumeist der bestimmende Mann im Ring. Der ECB-Boxer erlitt zudem schon im zweiten Durchgang bei einem unabsichtlichen Kopfstoß einen Cut und musste wegen Nachschlagens nach dem Trennkommando in Runde 6 einen Punkt abgeben.

Trotzdem hatte Hammer „seine Momente“, wühlte sich oft – mit dem Kopf voran – in seinen Gegner und arbeitete am Mann. Der Sieg Yokas „geht in Ordnung“, ist aber in dieser Punkthöhe schon sehr schmeichelhaft.

Auf lange Sicht soll es für Yoka in Richtung Weltmeisterschaft gehen, nächstes Ziel ist wohl ein Kampf gegen Petar Milas. Bei einer Purse Bid zu Beginn des Monats waren Ringstar Promotions die einzigen Bieter für den Kampf um den vakanten EU-Schwergewichts-Titel zwischen  Yoka und Milas. Ursprünglich sollte dieser Fight noch im Dezember 2020 stattfinden.

Auf der Undercard von „Yoka vs Hammer“ gab es die folgenden Ergebnisse:

Victor Faust musste gegen Kamil Sokolowski zwar über die volle Distanz von 6 Runden gehen, gewann am Ende aber nach Punkten.

EC Boxer Volkan Gökcek konnte seinen fünften Sieg feiern. Nach ebenfalls 6 Runden gab es einen SD-Sieg über den Franzosen Aboubeker Bechelaghem.

Ebenfalls auf der Undercard: Tony Yokas Frau Estelle Yoka-Mossely. Ihre Gegnerin Emma Gongora war allerdings erst drei Tage vorher als Ersatz eingesprungen. Yoka-Mossely konnte sich den Kampf über eine UD auf den Punktzetteln sichern.

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12 Kommentare

  1. 28. November 2020 at 13:34 —

    Hab mir eben die Highlights des Kampfes angesehen. Muss ja ziemlich dröge zwischen beiden abgelaufen sein. Die 5 Minuten Zusammenfassung bestanden in erster Linie aus in den Gegner reinlaufen und dann einfach nur Kopf an Kopf den anderen versuchen im Clinch dabei wegzuschieben. Hammers Skills kennt man ja, Aber was Yoka hier zeigte, wird so nicht für die Spitze reichen. Das wirkte für mich irgendwie alles plan- und ideenlos.

  2. 28. November 2020 at 13:43 —

    @ Knopster:

    Zustimmung. Ich habe von Yoka auch noch nichts tolles gesehen. Er wirkt zwar so, als ob er könnte … aber es kommt nix. Vielleicht mal gegen Hrgovic und der Verlierer muss aufhören… 🙂

  3. 28. November 2020 at 14:03 —

    Ja, Hammer sieht zwar aus wie ein Sack Scheisse mit seinem Speckbauch und seinen dürren Beinchen, aber kämpfen kann er schon ein bisschen, mit Povetkin, Ortiz und jetzt Yoka über die Runden gekommen zu sein kann wahrhaft nicht jeder von sich behaupten.

    Schreiberling
    28. November 2020 at 13:43 — Antworten

    „Vielleicht mal gegen Hrgovic und der Verlierer muss aufhören … “

    Haha, du kannst es einfach nicht lassen, das ist ja fast schon manisch 😀 Hrgovic ist um einiges besser als Yoka, das gebe ich dir hiermit schriftlich. Vielleicht mal gegen Hammer antreten, da würde man den Unterschied deutlich sehen.

    • 28. November 2020 at 17:46 —

      Hrgovic….. 😀

      Der is leider keinen Deut besser als Yoka, sorry..
      Das ist zwar etwas überzogen vom Schreiberling formuliert, aber wer das Duell verlieren würde, sollte sich ggf tatsächlich keine großen Hoffnungen mehr machen..

    • 28. November 2020 at 17:50 —

      ..der Kampfname “Stone Man” bezieht sich nicht auf die Fäuste sondern vielmehr die Hüften..

      Ne, Spaß beiseite.. wer weiß, vielleicht haben wir ja das Glück und der Kampf kommt.. 😉

  4. 28. November 2020 at 16:00 —

    @ adolf klitscho

    Ich weiss eben, wie ich Dich kriegen kann 🙂

  5. 28. November 2020 at 17:27 —

    …man muss natürlich auch sehen, dass das erst Yokas 9. Profikampf war…

    Außerdem neigt man schnell dazu, Hammer zu unterschätzen:
    Er sieht unscheinbar aus, hat einen unscheinbaren Kampfrekord und eine KO-Quote unter 50%…
    …aber die Niederlagen gegen “machbare” (und dennoch respektable) Gegner waren alle noch in der Anfangszeit seiner Profikarriere, er ist mit diversen starken Gegnern über die volle Distanz gegangen, hat schon respektable Gegner (mitunter vorzeitig) besiegt und in den letzten Jahren eig. immer das Beste aus seinen überschaubaren Möglichkeiten gemacht.
    Dass Yoka in seinem 9. Fight in 10 Runden nicht geschafft hat, was Pove und Ortiz in 12 Runden auch nicht geschafft haben, bedeutet nicht zwangsläufig, dass es für ihn nicht für die Weltspitze reichen kann…

    • 28. November 2020 at 17:55 —

      Ich seh da auch nichts verwerfliches bei Hammer nicht aus zu knocken.. der is schon ziemlich tough..
      Ob es für Yoka nach ganz oben reicht bzw reichen kann, bin ich aber auch unsicher..

      • 28. November 2020 at 22:32 —

        Er hat zumindest die nötigen physischen Voraussetzungen, um ganz oben mitzumischen. Aber anders als noch vor 10, 15 Jahren gibt es mittlerweile doch eine ganze Reihe von talentierten Boxern, die eine ähnliche Physis mitbringen.
        Ob es da überhaupt jemanden geben wird, der sich die nächsten Jahre als undisputed Champion krönen können wird, ist mehr als fraglich. Das der Kampf gegen Hammer nicht leicht wird, hatte ich eig. schon erwartet, wobei ich das eig. auch schon gegen Duhaupas erwartet hätte…

  6. 29. November 2020 at 02:00 —

    Das Positive in dem Kampf war für Yoka das der Punktsieg völlig in Ordnung geht…..aber sonst? Habe in der Vergangenheit 3 weitere Kämpfe von Yoka gesehen und mich anscheinend von seinen Ko-Siegen blenden lassen, denn wenn ein Gegner, so wie Hammer, nicht gleich umfällt, fällt Yoka auch nicht mehr all zuviel ein!
    Da muss sich derzeit die erweiterte Weltspitze keine all zu großen Sorgen machen das da demnächst was gewaltiges aus Frankreich kommt!

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