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Erislandy Lara vs Jan Zaveck– 25. November in Hialeah / Florida

Dem Boxstall SES aus Magdeburg ist es wieder einmal gelungen, für „Mr. Sympaticus“ Jan Zaveck (35(19)-3(1)-0) einen großen Fight an Land zu ziehen. Der 39-jährige gebürtige Slovene kämpft in den USA gegen Weltmeister Erislandy Lara (21(12)-2-2) um dessen Titel der Verbände WBA und IBO im Halbmittelgewicht. Der Kampf findet am Mittwoch, dem 25. November im Rahmen einer ESPN-Veranstaltung statt.

Erislandy Lara ist ein gebürtiger Kubaner, der sein Land verlassen hat um Profiboxer zu werden. Dabei war ihm Ahmed Öner behilflich. Sein Profidebüt hatte Lara 2008 in Ankara. Auf der gleichen Card starteten noch Öner – Boxer wie Sinan Samil San und Herbie Hide. Den nächsten Kampf gab es bereits 2 Monate später in Cuxhaven. Danach ging es für Lara in die USA. Bereits in seinem 5. Kampf startete er für Bob Arum in Las Vegas auf der Undercard von Pacquiao vs Hatton.

Sein weiterer Weg führte ihn über Ínterim- bis zum WBA-Weltmeister im Halbmittelgewicht. In seinem letzten Kampf im Juni kam als „Zubrot“ noch der IBO-Titel dazu. In diesem Fight konnte er gegen Delvin Rodriguez mit 3x 120:107 überzeugen. Eindeutiger wäre seine Überlegenheit nur durch einen knock-out Sieg zu beweisen gewesen. Dennoch spielt Lara bei seinem Promoter wohl eher nicht die erste Geige. Er passt sich als Kubaner in seiner neuen Heimat an und lässt keine Gelegenheit aus, die USA als das Land seiner Träume zu preisen. Doch seine Beliebtheit ist eher durchschnittlich.

Jan Zaveck boxt seit 2003 als Profi für SES Magdeburg. Er gehört sozusagen zum Urgestein dieses Boxstalls. Ein Jahr später war er bereits internationaler deutscher Meister im Weltergewicht. Er gilt in seiner Heimat Slovenien als der beste von insgesamt nur 3 Profiboxern. Sein Weg führte ihn mit Hilfe seines Promoters über die EBU-Europameisterschaft bis zum IBF-Weltmeistertitel. Diesen Titel verteidigte er mehrmals, bis er ihn in den USA gegen Andre Berto verlor. Er musste den Fight wegen einer Cutverletzung nach nur 5 Runden aufgeben. In einem weiteren Kampf in den USA sollte es 2013 gegen Keith Thurman gehen. Dabei handelte es sich um einen WBO-Eliminator. Zaveck stand den Fight gegen den überlegenen Thurman durch, allerdings konnte er keine der 12 Runden für sich entscheiden.

Wer glaubte, damit sei die Boxkarriere von „Mr. Sympaticus“ am Finish angekommen, hatte sich getäuscht. Ein Jahr später stand Zaveck wieder im Ring und besiegte den Ungarn Ferenc Hafner. Dafür durfte er sich den WBO-Europameistergürtel umlegen. Im April gab es einen weiteren Kampf in seiner Heimat Slovenien. Dabei besiegte er den in Belgien lebenden Armenier Sasha Yengoyan und holte sich den WBF-Titel im Halbmittelgewicht.

Es wundert etwas, dass nun ausgerechnet Jan Zaveck es ist, gegen den WBA-Champ Erislandy Lara seinen Titel verteidigt. Zaveck ist im WBA-Ranking nicht unter den ersten 15 Positionen zu finden. Diese Liste wird gegenwärtig von Interim-Titelträger Jack Culcay angeführt. Von Culcay und dem Sauerland-Team wird bereits seit 2 Jahren über einen WM-Fight geredet. Sowohl der Kampf von Zaveck als auch das Gerede von Culcay und WM lassen einem Boxfan eher die Augenbrauen hochziehen, als das man dazu unbedingt etwas sagen will.

Für Zaveck und seinen Boxstall wird es gewiss noch einmal ein lohnenswerter Zahltag und ein Auftritt auf internationalem Parkett. Wenn alles gut geht und er nicht wieder einen Cut erleidet, wird er sich über die Runden kämpfen. Das sollte vielleicht auch das maximal mögliche Ziel sein, was für ihn drin ist. Höchst interessant wäre danach ein Kampf Zaveck vs Culcay. Dann wird man deutlich sehen, ob Culcay das Zeug für einen WM-Kampf hat oder nicht. Bisher hat man den Eindruck, dass es jede Menge anderer Boxer gibt, an die Culcay längst nicht heran reichen kann.

von Johannes Passehl

 

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4 Kommentare

  1. 15. Oktober 2015 at 07:01 —

    Beim Namen Erislandy Lara rollen sich bei mir echt die Fußnägel hoch wie bei keinem anderen Boxer derzeit. Deshalb gleich mal von vorneweg positiv … er ist nach Mayweathers Demission mit Sicherheit der größte Defensivkünstler des Planeten und seine Sidemoves und überhaupt sein ganzes Footwork ist absolut unerreicht.

    Mehr Gutes fällt mir aber partout zu ihm nicht ein. Da ist einmal sein Image. Leider wird es da erstmal politisch, und jeder, der hier ab und zu einen Kommentar weiß, dass ich nicht zu denen gehöre, denen die „Integration“ eines Zugereisten das Wichtigste ist, vielmehr finde ich, dass sich Vertreter unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Sprachen und Sitten ganz generell respektvoll begegnen sollten, egal wo. Wenn aber ein Typ sich „American Dream“ nennt und dabei – zumindest in Interviews – nach mehreren Jahren nicht ein einziges Wort in Englisch herausbringt, ist es auch mit meinem Gutmenschentum definitv vorbei, oder drücken wir es mal so aus: der Typ braucht dringend einen neuen Imageberater. Man stelle sich vor, bspw. Abraham würde sich „der deutsche Hannes“ nennen, aber seine Interviews immer noch in fließendem Armenisch abspulen – dass da Amerikas Rednecks nicht durchdrehen, ist mir relativ unverständlich. Auch wenn die meisten Amis des Südens in der Regel ganz gut spanisch sprechen. Hierzulande wäre ein Sturmlauf auf jeden Fall garantiert.

    Zum zweiten natürlich sein Boxstil, den man einfach nicht mögen KANN – Punkt. Mal im Ernst – wer von euch schaut sich das gerne an? Gegen Alvarez und die Ische, das waren Albtraumfights erster Kajüte und jetzt präsentiert er – Jan Zavec. Klar freut es mich für den sympathischen Slovenen und wünsche ihm natürlich allen erdenklichen Erfolg. Aber aus der Sicht Laras ist das doch wieder ein Bitchmove der Klasse AAA. Wenigstens sollte er mal Vanes Martirosyan ein Rematch geben. Oder direkt gegen einen der Charlo Brüder, am liebsten natürlich Jermall, antreten. Über GGG brauchen wir in diesem Zusammenhang gaube ich eh nicht zu sprechen … auch wenn er gegen Alvarez verars.cht worden ist, dieser Typ melkt seinen Pseudotitel doch, wo er kann … the American B.itch!

    • 15. Oktober 2015 at 09:38 —

      naja der american dream bezieht sich ja nicht darauf dass man von amerika träumt oder da leben will sondern, dass es auch leute aus den untersten schichten weit bringen können.

  2. 15. Oktober 2015 at 10:18 —

    Finde es gut für Zaveck das er nochmal in den USA um die WM boxen kann, nun er ist ja immerhin der WBFed.-Champ, aber der WBA-Titel hat doch nun mal einen anderen Stellenwert………..Allerdings ist wohl das Beste das er gegen Lara erreichen kann, eine Punktniederlage!?

    Muss allerdings zugeben, ich hätte mir lieber einen Kampf Culkay-Zaveck gewünscht, der Sieger dann gegen Lara und ich glaube Culkay hätte verloren!

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