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Einige Highlights vom Wochenende

Beitragsbild: WBC

In Leicester / England ging es für den Schweden Anthony Yigit um die Verteidigung seines EBU Europameistertitels. Es war bereits die 2. Titelverteidigung in diesem Jahr. Yigit hatte den vakanten Titel im Februar in England gegen Lenny Daws gewonnen. Die erste Verteidigung fand in Schweden gegen den Spanier Sandor Martin statt. Jetzt ging es wieder in England gegen den Briten Joe Hughes. Yigit dominierte den für ihn maßgeschneiderten Gegner souverän. Die Punktrichter bewerteten den Kampf mit 118:112, 118:110 und 119:09 für den Titelträger.

Anthony Yigit liegt bei BoxRec auf #10. Diese Platzierung entspricht haargenau seinem momentanen Level. Man kann sich aussuchen ob der 26-jährige der Letzte in Reihe 1 oder der Erste aus Reihe 2 des Halbweltergewichts ist. Wie Kämpfe gegen andere Briten, wie den WBC-Silverchamp Josh Taylor oder den britischen Meister Jack Catterall ausgehen würden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Auf der Undercard in Leicester gab es u.a. einen Frauen-WM-Kampf. Die Britin Chantalle „Wham Bam“ Cameron kämpfte gegen Vivian Obenauf aus der Schweiz um den vakanten IBO-Gürtel im Leichtgewicht. Cameron machte bereits in Runde 1 ihrem Kampfnamen alle Ehre und erzielte mit dem Jab ein paar wirkungsvolle Kopftreffer bei der gebürtigen Brasilianerin. Die 31-jährige war bereits früh angeklingelt und hatte Mühe, im weiteren Kampfverlauf mitzuhalten. In Runde 4 bekam sie dann auch noch starke Schmerzen in der Schlaghand und konnte nur noch den Jab nutzen. Das konnte nicht mehr lange gut gehen und so kam es dann auch. In Runde 6 wurde deutlich, dass Obenauf nur noch mit dem Willen der Verzweiflung und des „nicht aufgeben Wollens“ kämpfte. Sie war chancenlos und ihre Ecke gab in der Pause zur 7. Runde auf.

Damit ist Cameron bereits in ihrem 5. Profikampf Weltmeisterin geworden. Sie hat sich mit diesem Gürtel ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht. Vor der 26-jährigen liegt womöglich eine gute Karriere. Nachdem das Frauenboxen in Großbritannien jahrelang ein stilles Dasein fristete, kommen jetzt zunehmend Boxerinnen wie die Irin Katie Taylor, Nicola Adams, Ashley Brace, Natasha Jones und eben Chantalle „Wham Bam“ Cameron auf die britischen Fightcards. Für Vivian Obenauf, die sich in mehreren Videobotschaften bei ihren Freunden und Fans auf Facebook meldete, geht wegen dieser Niederlage die Welt nicht unter. Bis auf die Schwellungen in ihrer Schlaghand und diversen Beulen am Kopf ist sie „obenauf“ und will erst einmal ein paar Tage Ferien machen.

Für die beiden deutschen Boxer Nick Klappert und Aro Schwartz gab es in Moskau nichts zu gewinnen. Klappert wurde bereits in Runde 1 durch einen Körpertreffer zum Opfer seines Gegners und ging KO. Schwartz boxte 10 Runden lang ein eher lockeres Sparring und verlor nach Punkten (98:92, 100:90 und 99:91). Bleibt zu hoffen, dass es für Beide wenigstens ein ordentliches Weihnachtsgeld gab.

Der für das Hamburger ECB-Team boxende Russe Igor Mikhalkin verteidigte seinen IBO-Gürtel im Halbschwergewicht in Frankreich. Nach der Absage eines anderen Gegners kam es zur 3. Begegnung mit Doudou Ngumbu. Auch diesmal gewann Mikhalkin nach Punkten (117:111, 2x 116:112) und würde im nächsten Jahr am liebsten einen Vereinigungskampf machen. Sein Wunschgegner ist IBF-Champ Artur Beterbiev, den er als Amateur mehrmals bezwingen konnte. Der Clip zu diesem Kampf wurde auf youtube leider gelöscht.

Tina Rupprecht aus Augsburg ist die neue WBC-Interim-Weltmeisterin im Minimumgewicht. Die 25-jährige konnte sich gegen die 10 Jahre ältere Anne Da Costa aus Frankreich durchsetzen.  Eine gute Vorbereitung auf diesen WM-Kampf, u.a. mit einem Trainingslager in Russland und letztem „Feinschliff“ bei Dominik Junge in Karlsruhe, zahlte sich aus. Nach dem Kampf und der Urteilsverkündung zeigen sich Trainer Alexander Haan und der ebenfalls am Ring anwesende Dominik Junge sehr zufrieden. Dieser Punktsieg (98:91, 97:92 und 99:90) war eine hervorragend gute Teamarbeit.  “Tiny Tina” würde gerne im nächsten Jahr in Japan gegen die “richtige” WBC-Weltmeisterin Yuko Kuroki kämpfen.

Im Bantamgewicht der Herren verteidigte auf der Undercard von Cotto vs Ali im MSG der mexikanische WBC-Champ Ray Vargas (30(22)-0-0) seinen Titel gegen den Kolumbianer Oscar Negrete (17(7)-0-0). Der Punktsieg des Titelträgers (120:108 und 2x 119:109) war mehr als verdient.

Ebenfalls um den WBC-Titel ging es im Super-Bantamgewicht der Frauen am Samstag in Nairobi. In diesem afrikanischen Frauenduell unterlag Herausforderin Catherine Phiri aus Sambia gegen die Titelträgerin Fatuma Zarika aus Kenia nach Punkten. Auch hier war der Punktsieg (97:92, 98:91 und 99:92) recht eindeutig. Trotzdem waren die meisten Runden sehr eng. In Runde 5. hatte die Titelträgerin nach einem Aufwärtshaken arge Probleme, fand aber wieder in den Kampf zurück. In Kenia ist man zu Recht stolz darauf eine Weltmeisterin zu haben. Auch wenn „Iron Fist“ Zarika mittlerweile in den USA lebt, ist sie ein großes Vorbild für unzählige junger kenianischer Mädchen, die dem Boxsport nachgehen.

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