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Ehemaliger Interims-Champion Angulo nach wie vor in Abschiebehaft

Alfredo Angulo ©Natasha Aiello.

Alfredo Angulo © Natasha Aiello.

Nach dem spektakulären Kampf gegen James Kirkland wurde es um den ehemaligen WBO-Halbmittelgewichts-Interims-Champion Alfredo Angulo (20-2, 17 K.o.’s) verdächtig still. Dass der 29-jährige Mexikaner aber bereits seit mehreren Monaten in einem kalifornischen Gefangenenlager in Abschiebehaft sitzt, war aber nur absoluten Insidern bewusst. Selbst sein Promoter Oscar De La Hoya erfuhr erst im Mai um den Aufenthaltsort seines Boxers.

Angulos rechtliche Probleme fingen an, nachdem ihm nach dem Wechsel von Gary Shaw zu Golden Boy immer wieder ein Arbeitsvisum in den USA verweigert worden war. Angulo musste daraufhin seine Zelte in Los Angeles, wo er im bekannten Wild Card Gym trainierte, abbrechen und reiste wieder zurück in seine Heimat Mexiko. Dort bestritt er auch jenen Kampf gegen Kirkland, wo zum ersten Mal in seiner Karriere vorzeitig verlor.

Um aber wieder in Amerika boxen zu können, reiste Angulo im Januar auf Anraten seiner Anwälte in die USA zurück und stellte sich den Behörden. Anstatt ihn aber abzuschieben oder ihm ein Arbeitsvisum zu erteilen, wurde Angulo in ein Gegangenenlager im kalifornischen El Centro gebracht, wo er mittlerweile seit über sechs Monaten festsitzt.

In einem Interview mit dem amerikanischen Portal Maxboxing äußerte sich Angulo ausführlich in dem streng bewachten Lager. “Es ist ein Gefängnis, ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll”, sagte Angulo. “Es gibt Jobs hier für die Gefangenen, beispielsweise in der Küche oder in der Wäscherei. Man kann hier den ganzen Tag in der Küche arbeiten und bekommt dafür einen Dollar am Tag. Vor einigen Tagen haben einige Gefangene Bauarbeiten durchgeführt, wo sie einen Zementboden gegossen haben. Das hat acht Stunden gedauert, und sie haben einen Dollar bekommen. Das ist lächerlich. In einem richtigen Gefängnis bekommen sie 45 Cent pro Stunde, was besser erscheint, da sie knapp vier Dollar am Tag verdienen. Der Unterschied ist aber, dass die Leute in einem Gefängnis einen Preis für ihre Straftat zahlen, das hier soll nur ein normales Abschiebelager sein.”

Da Gefängnisse in den USA zum Teil auch privatisiert sind, haben es die Verantwortlichen der Anstalten natürlich nicht besonders eilig, die Fälle zu bearbeiten, da ein gefülltes Gefängnis bzw. Lager natürlich deutlich mehr Geld einbringt. “Es ist lächerlich, wie viele Wächter hier arbeiten”, so Angulo. “Es gibt 300 Wärter und etwa 450 Insassen. Die Mehrheit davon sind keine Kriminellen. Das ist also fast ein Wächter pro Person. Das ist eine Geldverschwendung. Wenn ich korrekt bin, wurden im Bildungssystem viele Sachen gekürzt. Es gibt aber genug Geld hierfür?”

Wann Angulo das Lager endlich verlassen darf, steht noch nicht fest. Sein Promoter Oscar De La Hoya hat sich zwar schon für seinen Schützling eingesetzt und ihn sogar vor Ort besucht, konnte aber bislang noch nichts erreichen. Die Karriere des gefürchteten Punchers hat durch diese unfreiwillige Auszeit natürlich großen Schaden genommen, dass er aber durch seine Erfahrungen auf das Schicksal der Einwanderer in den USA aufmerksam machen kann, ist für Angulo laut eigenen Angaben immerhin ein gewisser Trost.

© adrivo Sportpresse GmbH

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13 Kommentare

  1. Stonehigh
    1. August 2012 at 14:55 —

    Das ist mal wieder eine Schande für die U-S-of-MOTHERFUCKING-A

  2. Mr. Wrong
    1. August 2012 at 15:38 —

    Ich frag mich warum die deutschen Medien nicht über diese Ungerechtigkeit berichten?
    Aber über diese drei H.u.r.e.n (Pus.sy Riot) kommt jeden Tag eine Meldung.

  3. Markus
    1. August 2012 at 15:38 —

    Wie ist denn sowas möglich? Schließlich hat er ja nicht versucht, sich heimlich ins Land zu schleichen. Und selbst dann, wäre eher eine Abschiebung als eine Inhaftierung angebracht.

  4. Clemens
    1. August 2012 at 16:09 —
  5. Tom
    1. August 2012 at 16:34 —

    Typisch USA!

  6. MainEvent
    1. August 2012 at 16:36 —

    @Mr.Wrong weil deutsche Medien zu 99,9 % H.u.r.e.n sind.
    Das ist dann Genossenschaftliches Mitgefühl

  7. Bangs
    1. August 2012 at 16:56 —

    Wenn das echt so stimmt(was ich glaube)ist das ja sooo krass. Er hat nix verbrochen ausser Mexikaner zu sein und er wird behandelt wie ein Schwerverbrecher… Menschen hier in Deutschland die sich an kleinen Kindern vergriffen haben werden besser behandelt was ist das den für eine ungerechte Welt? 🙁
    Ich meine was haben die den?? Er ist bereit in Amerika zu arbeiten, will eine genehmigun + er würde als Profiboxer gutes Geld verdinnen und somit auch gut Steuern Zahlen!

    Man sollte Amnesty International informieren um ihn da weg zubekommen!

  8. abu malik(vater von boxen.de)
    1. August 2012 at 17:31 —

    @ mainevent

    du hast recht mit den deutschen medien.

    und amerika behandelt harmlose menschen wie t.e.r.r.o.r.i..s.t.e.n

    dabei sind die das selbst schau nach irak und afhganistan und bosnien und vietnam und kambodscha und palästina und und und

    das ist amerika

    diese h.u.r.e.n.k..i.n.d.e.r

  9. JohnnyWalker
    1. August 2012 at 21:01 —

    @ abu malik

    du solltest immer noch unterscheiden können zwischen den Menschen die dort leben und dem Machtaperat von Demokraten, Republikaner, deren Medien und deren Lobby (CIA, Öl,Waffen) was für mich, nebenbei bemerkt, eine einzige Partei ist. Solche Verallgemeinerungen sind in der Regel totaler Quark und auch nicht friedensstiftend.

  10. Mr. Wrong
    2. August 2012 at 01:08 —

    @ MainEvent

    alles Mossad 😀

  11. huhas
    2. August 2012 at 02:29 —

    Mr. Wrong
    abu malik(vater von boxen.de)
    MainEvent
    Tom
    Stonehigh

    Was für schwachsinnige Kommentare!!! Absolut keine Allgemeinbildung aber immer schön die Fresse auf(und nur in so einen relativ kleinen Forum).Draussen auf der der Strasse genau solche Duckmäuser wie alle anderen.

  12. Baron
    2. August 2012 at 10:56 —

    Es giebt keine echten Amerikaner ,außer den Indianer und Diesem wurde das Land gestohlen,umgebracht und der Rest zu Alkis gemacht.Der Rest ist ein aus allen Ländern zusammengewürfelter Haufen.Die Schwarzen wurden als Sklaven gehalten und als Minderwertig angesehen.So was nennt sich AMERIKA !!

  13. Bangs
    3. August 2012 at 01:20 —

    Ohhhh man die meisten hier sollten ihre Politische meinung doch bitte für sich behalten…

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