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Eddy Gutknecht – Familie bedankt sich für Hilfsbereitschaft

(Die Fotos sind privat und dürfen nicht anderweitig verwendet werden.)

Seit dem letzten Kampf des Gifhorners Eduard Gutknecht gegen den Briten Georges Groves in London ist im Leben der Familie Gutknecht absolut Nichts mehr, wie es einmal war. Wegen einer schweren Kopfverletzung musste Eddy nach diesem harten Fight noch in der gleichen Nacht operiert werden. Es gelang gerade so, sein Leben zu retten. Doch wegen der Schwellung des Gehirns und der Zerstörung ganzer Bereiche dieses wichtigen Organs werden Eddy Gutknecht und seine Familie ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen haben. Eine ganze Serie von Schlaganfällen trat in der Folgezeit ein und nur dem hohen Einsatz der Londoner Ärzte ist es zu verdanken, dass Eddy überhaupt am Leben erhalten wurde.

Eddy 5Eddy Gutknecht war wochenlang im Koma und kam nur sehr langsam wieder zum Bewusstsein. Große Teile des Gehirns sind zerstört und etwa die Hälfte seiner Schädeldecke musste bei der Not-OP entfernt werden. Erst nach seiner aufwendigen Verlegung nach Deutschland wurde der Kopf mittels einer speziellen Plastik wieder richtig verschlossen. Sein Zustand ist nach wie vor ernst. Es gibt zwar kleinste Fortschritte, aber eine schnelle Rückkehr in ein normales Leben ist im Moment nicht abzusehen.

Eddy kann Hören und Sehen, aber seine Wahrnehmungen und vor Allem auch seine Bewegungsfähigkeit sind sehr stark eingeschränkt. Das Erinnerungsvermögen an sein Leben vor dem 18. November 2016 scheint weitgehend eingetrübt zu sein. Leichte Bewegungen des Kopfes und der Hände, mehr gibt es nicht. Sprechen geht auch nicht mehr. Dazu kommt, dass er häufig epileptische Anfälle erleidet. Die Liste dessen, was nicht mehr geht, ist unendlich lang. Die Liste von dem, was noch funktioniert, ist erschreckend kurz. Eddys Familie, besonders seine Ehefrau Julia, kämpft selbstverständlich weiter mit Glaube, Hoffnung und Zuversicht um jeden kleinsten Fortschritt.

Als die Öffentlichkeit durch den Hilferuf in einem Interwiev mit Julia Gutknecht auf das schwere Schicksal von Eddy Gutknecht aufmerksam wurde, brach eine unglaublich große Welle der Hilfbereitschaft los. Unzählig viele Boxfans, Leute aus der gesamten Boxwelt, Freunde und Fremde unterstützen und helfen der Familie. Es gab eine enorme Spendenbereitschaft der Fans um den Gutknechts mit ihren 3 Kids unter die Arme zu greifen. Auch Promoter/Manager, einzelne Boxer/innen aus dem In- und Ausland zeigten wie groß ihr Herz ist und das es am richtigen Fleck sitzt. Selbst das Team von George Groves, Gutknechts Gegner in diesem schicksalhaften Kampf, zeigte Mitgefühl und übergab eine großzügige Spende.

Natürlich kann alles Geld dieser Welt nicht die Gesundheit Gutknechts wie durch Zauberhand zurück bringen. Aber Dank dieser finanzielle Hilfe ist es immerhin möglich, für die bestmögliche Pflege und Reha zu sorgen. Noch ist Eddy im Krankenhaus und in ärztlicher Obhut, aber irgendwann wird er zuhause sein und 24 Stunden rund um die Uhr private Pflege brauchen. Eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung kommt für Julia Gutknecht überhaupt nicht in Frage. Die Gutknechts haben sich bei ihrer Eheschließung gegenseitig Liebe und Treue in guten wie in schlechten Zeiten geschworen. Das dieser Schwur einmal so schwer geprüft wird, ahnte wohl Niemand. Julia Gutknecht und die 3 Kids werden durch Irina, die Schwester von Eddy unterstützt. Sie ist bei den Gutknechts eingezogen und übernimmt die Rolle einer zweiten Mutter, wenn Julia bei Eddy im Krankenhaus ist.

Eddy 6Unterstützung gibt es auch aus Russland. Die in Hamburg lebende Irene Kostenko, eine bekannte Persönlichkeit aus dem Boxsport und enge Freundin der Familie, ist zu einem Event nach Rostow gereist. Im Auftrag und auf Initiative des deutschen „BDB“ und der mexikanischen Organisation „WBC Care“ hat sie dort die Versteigerung eines Boxgürtels und Boxhandschuhen vorgenommen. Auf den Handschuhen haben alle Boxer der Veranstaltung (Hauptkampf Kudryashov vs Durodola 2) vom 2. Juni unterschrieben. Der Erlös dieser Versteigung sollte zu gleichen Teilen an Eugen Sadym, einem von Geburt an teilweise gelähmten russischen Boxfan und Eduard Gutknecht gehen.

Der Gürtel und die Handschuhe wurden von Nikita Mikhalkov, einem russischen Schauspieler und Filmproduzenten ersteigert. Ihm war der gute Zweck 1 Million Rubel (Umgerechnet mehr als 15 000 Euro) wert. Das Geld ist sofort angewiesen worden und die Familien Sadym und Gutknecht haben es umgehend erhalten. Julia Gutknecht hat sich bei ihm für das großzügige Gebot in einer Videobotschaft bedankt.

Die Familie Gutknecht ist vollkommen überwältigt von der ungeahnt enormen Hilfsbereitschaft, die ihr wegen dem schweren Schicksalsschlag von so vielen Menschen entgegen gebracht wird. Julia und die Kinder möchten auf diesem Wege bei Allen Spendern ein von Herzen kommendes „Danke“ sagen. Ein großer Dank auch an Alle, die sich auf die eine oder andere Art eingesetzt haben um etwas für Eddy zu tun. Jeder gespendete Euro kam direkt an und wird jetzt und in Zukunft gebraucht um Eddy Gutknecht und Familie das Leben zu erleichtern.

Wer die Gutknechts auch weiterhin unterstützen möchte, hier noch einmal die Kontoverbindung:

Kontoinhaber: Julia Gutknecht
IBAN: DE75 2695 1311 0142 0337 03
BIC: NOLADE21GFW
Zahlungsgrund: you never walk alone

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4 Kommentare

  1. 21. Juni 2017 at 12:27 —

    ….eine ganze Serie von Schlaganfällen in der Folgezeit….

    Tja das klingt nicht wirklich gut!

    ….in guten wie in schlechten Zeiten….. das bekommt in diesem Zusammenhang eine völlig andere Bedeutung!

    Finde ich gut das erstmal ordentlich Geld zusammen gekommen ist, hoffentlich auch in der Folgezeit!?
    Allerdings finde ich das die 1600 Euro die bei der Benefitzveranstaltung von Spiering zusammen gekommen sind eher einen lächerlichen Witz, da lief vermutlich das Meiste in Spierings Tasche!?

  2. 21. Juni 2017 at 13:16 —

    1 600 € ist doch allerhand. 6 Kämpfe, 12 Boxer , Ringrichter, Punktrichter, BDB … alle haben auf ihre Gage verzichtet. Bei der ersten VA im Dezember waren es 200 € die dann irgendwann im April ankamen …

    Ich frage mich nur gerade, ob die sonst alle für 100 € geboxt hätten … o.O
    Aber egal …

    • 21. Juni 2017 at 14:53 —

      Super Artikel Fuchs, aber das Spierings Veranstaltung n schlechter Scherz war bzw. ne miserabel besuchte alibi-Veranstaltungen nachdem er für sein nichtstun in Erklärungsnot geraten ist, hat sich quer durch die berliner Vereine herumgesprochen.

  3. Hut ab auch an die Ehefrau.
    Bei den heute Geldgeilen, materialistischen Huren, die nur damit beschäftigt sind sich auf Facebook zu präsentieren, ist es eine Seltenheit das sich eine so benimmt wie Eddies Frau. Respekt dafür.

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