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Eddie Hearn: Joshua wird Fury besiegen

Eddie Hearn: Joshua wird Fury besiegen

Ja, keine Frage: das ist reines „Marketinggequatsche“. Klappern gehört zum Handwerk und Hearn verbringt vermutlich den Großteil seiner Zeit damit. Und meist klappert Hearn an mehreren Fronten. Kein Wunder, bei der Vielzahl der Boxer, die der Promoter unter Vertrag hat.

In der Regel klappert Hearn umso intensiver, je näher ein Kampf rückt. In diesem Fall geht es aber um einen besonders dicken Fisch, ein lukratives Geschäft, das in Saudi-Arabien – so behauptet Hearn zumindest – für beide Kämpfer jeweils weit über 100 Millionen US-Dollar einbringen würde. Und natürlich ein nettes Sümmchen für den Promoter. Also Eddie Hearn.

Die beteiligten Boxer wären in diesem Fall Tyson Fury und Anthony Joshua. Und ein Kampf zwischen beiden liegt noch in weiter Ferne. Wenn es denn überhaupt dazu kommt. Fury hat bekanntermaßen gerade erst WBC-Weltmeister Deontay Wilder geschlagen und wird vermutlich noch ein Re-Rematch gegen Wilder bestreiten müssen.

Und Joshua hat einen Fight gegen Pflichtherausforderer Kubrat Pulev „vor der Brust“. Beide Kämpfe finden erst im Sommer statt, sodass eine Begegnung zwischen Fury und Joshua frühestens Ende des Jahres kommen könnte.

Aber Hearn weiß, wie er mit Unterstützung der Medien das ohnehin schon vorhandene Interesse der Boxfans an diesem Fight noch schüren kann. Kein Wunder also, dass der 40-jährige mit provokanten Aussagen reizt: „Er (Fury) könnte nicht so gegen Joshua kämpfen (wie gegen Wilder), weil Joshua ihn frontal treffen würde.“ erklärte Hearn jüngst in einem  Interview : „Fury ist kein Puncher. Er hat Wilder aufgehalten, aber er ist kein Puncher.“

Fraglich ist nun, wie Hearn „Puncher“ definiert. Fakt ist, dass der ‚Gypsy King‘ Wilder durch Schlagwirkung zu Boden gebracht hat, de facto ist er ein Puncher, zumal Fury 21 seiner 31 Gegner durch KO geschlagen hat.

Grundsätzlich hat Hearn natürlich  Recht: der „Game Plan“ gegen Joshua wäre ein anderer, als der gegen Wilder. Nichts Ungewöhnliches im Boxsport. Dass Joshua durchaus besiegbar ist, dürfte Hearn noch in (schlechter) Erinnerung haben. Und dass ‚AJs‘ Taktik gegen Andy Ruiz jr gegen Tyson Fury nicht aufgehen würde, dürfte nicht nur Hearn, sondern auch jedem anderen klar sein.

Vermutlich leidet Eddie Hearn unter dem Umstand, dass Anthony Joshua Tyson Fury mehr braucht, als es umgekehrt der Fall ist. Der Kampf von Joshua gegen Kubrat Pulev ist eine Pflichtverteidigung, Pulev kein populärer Boxer und nur Bob Arum („Marketinggequatsche“) räumt Pulev eine Chance ein. Und ob es zu einer Begegnung mit Oleksandr Usyk kommt, oder ob die WBO ‘AJ’ den Titel aberkennt, steht auch noch in den Sternen.

Kein Wunder also, dass Hearn daran interessiert ist, Anthony Joshua wieder im Rampenlicht zu positionieren: „Ich denke, dass Joshua die Grundlagen hat, um ihn (Fury) zu schlagen. Joshua ist sehr schnell, sehr stark und er kann in der Nahdistanz kämpfen, im Rückwärtsgang und im Vorwärtsgang! Ich denke, der einzige Weg, wie Fury Joshua schlagen kann, besteht darin, herumzuspielen, ihn zu frustrieren und ich glaube nicht einmal, dass er das kann!“

Ich persönlich gehe dagegen davon aus, dass der ‚Gypsy King‘ in einem Duell der Favorit wäre. Aber das ist ja nur „Journalistengequatsche“.

Und jetzt würde mich ein bisschen „Usergequatsche” interessieren? Wen haben die Leser von Boxen.de vorne? Und warum?

Für die Leser der britischen Tageszeitung „The Sun” ist die Angelegenheit übrigens ziemlich klar:

Quelle: www.thesun.co.uk

 

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9 Kommentare

  1. 29. Februar 2020 at 21:17 —

    Mein “Usergequatsche” dazu:

    Fury wird AJ zeigen, was es bedeutet ein “kompletter” Schwergewichts-Weltmeister im Boxen zu sein.

    Die ehemals erfolgreiche Klitschko-Boxerei wie AJ sich antrainiert hat, kann Fury mittlerweile besser umsetzen, als beide Klitschkos selber zusammen es jemals konnten.

    Er hat gelernt, seine Laufwege im Ring so zu gestalten, dass er ständig Druck auf seinen Gegner ausübt, ohne sich selbst dabei zu überfordern. Seine Finten setzen jeden Gegner unter Druck, weil nicht erkennbar ist, wann er nur herumfuchtelt und wann er voll durchzieht.

    Fury ist reaktionsschnell wie ein Bantamgewichtler und hat mittlerweile auch so viel Dampf in den Händen, dass er jeden Gegner auf die Bretter nageln kann. Was er selbst verträgt und trotzdem wieder aufsteht, haben wir im ersten Kampf gegen Wilder gesehen.

    Für mich ist Tyson Fury der beste Schwergewichtler, den wir seit langer Zeit im Ring gesehen haben. Ich würde ihm wünschen, dass er mental und körperlich so fit bleibt wie er ist und wir noch viele gute Fights von ihm sehen.

    Ich bin bestimmt kein “Fanlein” von irgendwem. Bei Pacquiao und bei Fury bin ich mir nicht so sicher, weil ich nicht nur wegen ihrem boxerischen Können, sondern auch wegen ihrem Verhalten außerhalb des Rings Respekt habe.

    Kaum andere Boxer hauen Millionen und manchmal auch komplette Börsen raus, um Menschen unter die Arme zu greifen, die nicht auf der Butterseite des Lebens zuhause sind. Das ist absolute menschliche Größe, wie man sie heutzutage nur selten antrifft.

    • 29. Februar 2020 at 21:47 —

      Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen..
      Sehr gut geschrieben und auf den Punkt gebracht..!

  2. 29. Februar 2020 at 22:13 —

    Man sollte Fury jetzt auch nicht besser machen als er ist… dass er deutlich mehr Talent hat als Wilder und Joshua ist offensichtlich, und natürlich ist er momentan auch verdientermaßen die 1 im HW, aber es ist doch auch so, dass es in der Königsklasse nach wie vor nicht gerade vor Talent glänzt.
    Joshua ist ein Modellathlet, hat Power und gute Box-Basics. Das ist aber alls antrainiert und wenig intuitiv, dazu ist er recht einfach auszurechnen und hat konditionelle Tiefs. Da er auch nicht gerade großen Speed hat, wäre er für Fury für mich ein stilistisch einfacherer Gegner als Wilder.
    Usyk ist ein interessanter Mann fürs HW, und ich würde ihn wenn er den Punch nehmen kann gegen AJ und Wilder nach Punkten gewinnen, gegen Fury wäre es stilistisch ungemütlich, da Fury beweglicher und schneller ist als die anderen Beiden.
    Der Rest im HW ist dann nochmal ne Stufe darunter, am interessantesten wird auf mittlere Sicht Daniel Dubois, aber der hat mit dem Juggernaut in jungen Jahren jetzt schon mal einen richtigen Brocken, den er erst mal aus dem Weg räumen muss.

    • 10. März 2020 at 23:42 —

      Das HW ist nach Jahren unter Klitschko doch nun wirklich gut besetzt derzeit. Vielleicht nicht vergleichbar mit den Zeiten von Ali / Foreman / Frazier … aber wann gabs schon mal drei bis vier gute Leute an der Spitze, die dann auch noch gegen einander angetreten sind, in den letzten 20 Jahren. Und dann folgen weitere gute oder aufstrebende Leute. Ich fand die Jahre der Regentschaft von W. Klitschko waren doch gruselig … wo Kämpfe gegen Pianeta und Konsorten bei RTL die Highlights waren.

      • 11. März 2020 at 12:14 —

        Seh ich auch so.. Wobei ich persönlich Vitali schon deutlich besser fand als den jüngeren.. und seine Kämpfe waren auch eindeutig unterhaltsamer..

  3. 1. März 2020 at 00:09 —

    Ich wäre für Hearn gegen Warren auf der Undercard…

  4. 1. März 2020 at 15:02 —

    @ TheGreatOne

    Zündstoff gäbs genug. Warren wurde 1989 von einem unbekannten Angreifer angeschossen, Terry Marsh wurde wegen versuchten Mordes an seinem ehemaligen Manager angeklagt und saß 10 Monate in Haft, bevor er freigesprochen wurde. Während Warren an den Folgen des Schusses litt (die Kugel aus einer Luger – Kaliber 22 – hatte sein Herz nur um 1 cm verfehlt, er verlor eine halbe Lunge und Teile seiner Rippen) wechselten viele seiner Boxer zu Hearn. Da Hearn (also Eddie) erst 40 ist, Warren aber 68, wäre ein Fight gegen Barry Hearn interessanter. Der ist 71.

  5. 10. März 2020 at 23:29 —

    Fury gegen AJ, die Wetten würden, denke ich, klar für den Zigeunerkönig laufen. Er ist beweglicher, auch wenn einiges aufgrund seiner Größe doch etwas ungelenk aussieht, schlägt genügend Hände um auch nach Punkten vorne zu liegen, und hat eine gute Ringübersicht. Und sein größtes + … er wurde nicht von einem kleinen, dicken Mexikaner umgehauen.
    .
    Ich glaube ja nach wie vor, dass der Boxstil von AJ sich ändern wird und auch schon geändert hat. Im 2. Kampf gegen den Snickers-Man hat er schon den Klitschko gemacht und ich denke, wenn er angeklingelt wird oder unter Druck gerät, wird die Angst sich ausbreiten …

    • 11. März 2020 at 12:11 —

      Bei dem Kinn ist ja fast egal, ob sich Angst oder sonstwas ausbreitet.. Der darf sich eigentlich gar nicht treffen lassen..

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